prophylaktische Mastektomie

  • Sehr geehrte Forumsmitglieder,


    bei einer Patientin erfolgte aufgrund eines BRCA-1 positiven Genstatus und Z.n. Mamma-Ca rechts mit BET in 2002 jetzt eine subcutane Mastektomie bds. mit Prothesenimplantation. Histologisch wurde eine fibröse Mastopathie bds. festgestellt.


    Nach der DKR 1205d ist der Zustand, der zur OP führt als Hauptdiagnose zu kodieren, damit wäre die Z40.00 \"Prophylaktische Operation wegen Risikofaktoren in Verbindung mit bösartigen Neubildungen Brustdrüse [Mamma]\" als HD nicht korrekt.


    Nur was ist hier die korrekte Hauptdiagnose ? :sterne:
    Der Gen-Befund (wenn ja, welcher Kode), das Mamma-Ca oder die Mastopathie?


    Vielen Dank


    A. Bauer

  • Hallo Frau Bauer,


    :sterne: nehmen sie das Mammakarzinom, dann wird man sie Fragen warum denn dies und nicht die Mastopathie. Nehmen sie die Mastopathie werden sie dem Fall wahrscheinlich nicht gerecht.
    Meine persönliche Meinung ist ich würde auf Grund des genetischen Ergebnisses und des Vorbefundes das Mamma-Ca als HD nehmen. Die Begründung liegt für mich in der DKR 0201f - Behandlung eines Malignomes und dessen Folgebehandlungen.
    :sterne:

    8) Stefan Schulz, Med. Controlling

  • Hallo Forum,


    ich habe eine Frage zur Hauptdiagnose bei folgendem Sachverhalt.


    Patientin mit Z. n. Mamma-CA (OP 08/04 - Quadrantenresekton) wird 03/09 zur stationären Beh. \"Z. n. Mamma-CA (C 50.1) links 04 + Trägerin BRCA 2-Gen zur prophylaktischen Ovarektomie\" aufgenommen. Als OP wird der Schlüssel 5-653.32 B kodiert. Als HD wird der Kode Q 99.9 abgebildet.


    Wurde die Hauptdiagnose korrekt kodiert? Ich schwanke zwischen C 50.- und Z 40.00. Die Patientin wurde in der Zwischenzeit (von 08/04 weg) nicht mehr zwecks dem Mamma-CA behandelt. Wer kann weiterhelfen?


    Vielen Dank im voraus
    Einsparungsprinz

  • Hallo,
    die HD C50 halte ich nicht für korrekt, da bei der Gen-Anomalie ein erhöhtes Risiko für mehrere Krebserkrankungen besteht. Insofern ist die Tatsache Trägerin BRCA 2-Gen die Ursache für den Aufenthalt. Und dafür gibt es wohl keinen spezifischeren Kode. Z40.00 wäre einserseits als HD zu diskutieren, wenn man davon ausgeht, dass in Analogie zu anderen Fällen nur \"das Symptom\" behandelt wird. Andererseits ist möglicherweise die Ovarektomie als eine Behandlung der Krankheit \"BRCA-2-Trägerin\" zu sehen.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    schließe mich dieser Problematik an - Pat. mit Mamma-Ca. bekommt prophylaktische Ovarektomie.
    Wenn die Z40.00 als HD benutzt wird (OPS 5-653.32 bds.) fällt man in die DRG J11B - als Kommentar erhält man: \"Zusammenhang zw. HD u. DRG entsch. Prozedur fraglich\", in die Ovarektomie N05B fällt man nur, wenn man z.B. \"gutartige Neub.Ovar\" verschlüsselt.
    Was ist denn nun korrekt? :sterne:
    Liebe Grüße
    Einstein

  • Hallo Mitstreiter,
    warum haben Sie ein Problem mit der HD Mammakarzinom? Auch eine prophylaktische Ovariektomie ist eine Therapie des Karzinoms, analog wäre eine medikamentöse antiöstrogene Therapie ja auch eine Folgebehandlung.
    Gruß

    Dr.Gerhard Fischer
    Medizincontroller/Frauenarzt

  • Hallo Herr Fischer,
    ist die prophylaktische Ovariektomie eine Therapie des Mamma-Karzinoms oder eine Prophylaxe zum Ovarial-Ca? So habe ich das zumindest verstanden.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo Gefi, Herr Horndasch und Mitstreiter,


    die Pat. leidet doch schon unter einem Mammakarzinom (lt. Einsparungsprinz ED 04)! Die bds. Ovariektomie jetzt ist also einerseits eine therapeutische hormonablative Maßnahme (zumindest für hormonrezeptor+ Ca), andererseits auch eine prophylaktische Maßnahme bzgl. der Entstehung Mamma-Ca-Rezidivs bzw. eines Ovarial-Ca bei BRCA-2-Status. Ich kann also mit der HD C50.9 gut leben, denn in diesem Fall geht es m.E. weiter um die Tumorbehandlung.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Dr. Stefan Stern

  • Hallo,
    wollen Sie tatsächlich eine 2009 durchgeführte Ovarektomie als hormonablative Therapie eines zuletzt 2004 operierten und seitdem nicht mehr behandelten Mamma-Npls. ansehen?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo Herr Horndasch,
    das ist natürlich NICHT die Standardbehandlung, aber immerhin kann die Pat. danach ihr Tamoxifen/Femara oder was auch immer absetzen, denn sie braucht ja jetzt keine antihormonelle Therapie mehr.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Dr. Stefan Stern

  • Hallo Herr Stern,


    Zitat


    aber immerhin kann die Pat. danach ihr Tamoxifen/Femara oder was auch immer absetzen, denn sie braucht ja jetzt keine antihormonelle Therapie mehr.


    entfällt, denn


    Zitat


    Die Patientin wurde in der Zwischenzeit (von 08/04 weg) nicht mehr zwecks dem Mamma-CA behandelt.


    So habe ich das zumindest interpretiert.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Was spricht gegen die HD Z40.01 (\"Prophylaktische Operation wg. Risikofaktoren in Verbindung mit bösartigen Neubildungen: Ovar\"?
    Immerhin wird hier doch prophylaktisch das Ovar entfernt, nicht die Mamma!


    5 Jahre nach Mamma-Ca-OP nimmt keine Pat. mehr antihormonelle Therapie ein.
    Ich sehe auch keinen kausalen Zusammenhang zum Mamma-Ca nach diesem Zeitraum, man hätte sonst die Ovarien gleich entfernt.


    Viel wahrscheinlicher ist, dass die Pat. nach 5 Jahren antihormoneller Therapie nun postmenopausal ist und man die Ovarektomie zur Prophylaxe eines Ovarial-Ca bei pos. Genstatus entnimmt. Daher HD Z40.01