IMC-Auswertung nach G-DRG's

  • Liebes Forum,


    ich habe gestern mit Erschrecken die IMC-Auswertung des ersten Halbjahres 2002 nach den 1.0er Relativgewichten aber nach 0.9er Grouper erhalten und festgestellt, dass wir mit unserer Base-Rate, die vorher immer im oberen Drittel von >800 Krankenhäusern lag, jetzt im letzten Viertel von >400 Krankenhäusern auftauchen.


    Geht anderen das auch so?


    Ich weiß vor allem nicht warum? :angry:
    Haben wir bei unseren 550 DRG's so viele A-Drg's, die mehr abgewertet worden sind? Haben nur die Krankenhäuser an der neuen Auswertung teilgenommen, die im Benchmark so gut dastanden, dass sie sich als Optionshäuser Vorteile versprechen und wir somit gen Ende gerutscht sind? Haben wir so viele nicht groupierbare DRG's? (nein!) Oder gibt es einen grundsätzlichen Pferdefuß an dieser Auswertung, und ich sehe ihn nur nicht? I) ....


    Hat jemand von Ihnen andere Erklärungsmöglichkeiten, warum die G-DRG's (nur?) uns so überproportional treffen?


    Mit gefrusteten Grüßen


    J. Meyer zu Wendischhoff

    J. Meyer zu Wendischhoff
    Facharzt für Kinderheilkunde / Krankenhausbetriebswirt (VKD)

  • Hallo J. Meyer zu Wendischhoff,


    wir haben auch daran teilgenommen. Unser Abrutschen ist zum Glück nicht so gravierend. Von "etwas über dem Durchschnitt" nach "etwas unter den Durchschnitt".


    Wesentliche Änderung sind - soweit ich erkenne:
    1. keine manuelle Änderung der 962Z nach O60D.
    Wenn man hier jetzt wenige 962Z hat, wird man sicherlich im CMI abgesackt sein! Wir haben hier ca. 2 Prozent 962Z-Fälle. Mittlerweile sind die Fälle korregiert.
    2. 960Z und 961Z werden radikal auf Null gesetzt. Wenn man hier viele Fälle hat, sackt man noch weiter ab.


    Insgesamt könnte es vielleicht daran liegen???


    Bitte geben Sie Feedback


    Aus dem kühlen und feuchten Lingen


    --
    MfG


    Thomas Schroeder

    MfG


    Thomas Schroeder



  • Hallo Herr Schroeder,


    insgesamt haben wir 1,8 % Fälle in 960Z und 961Z, das kann eigentlich so viel nicht ausmachen.
    Vielleicht liegt's daran, dass wir erstens eine große Neurochirurgie mit vielen Kraniotomien und auch Langzeitbeatmungen haben (die deutlicher abgewertet wurden) und zweitens bislang auch viel getrommelt haben, was die DRG-Verschlüsselung angeht, und dadurch (als Krankenhaus mit über 20.000 Fällen/Jahr) ca. 18% A-DRG's haben (was ich eigentlich für ganz ordentlich halte), die ja ebenfalls überdurchschnittlich abgewertet wurden.


    Trotzdem überzeugt mich alles noch nicht: wenn der Casemix-Index von 1,7 auf 1,0 sinkt kommt man doch sehr ins Zweifeln.


    Geht es denn tatsächlich nur uns so?


    Vor allem, wie verkaufe ich das den Kollegen, denen ich immer Optimismus bzgl. der DRG's weitergegeben habe (woran ich ja immer noch glaube)?


    Gruß,


    J. Meyer zu Wendischhoff

    J. Meyer zu Wendischhoff
    Facharzt für Kinderheilkunde / Krankenhausbetriebswirt (VKD)

  • Guten morgen !
    Wir haben nicht daran teilgenommen (Kosten zu hoch für zu geringen Nutzen, den eigenen Case-mix kann man ja auch mittels batchgrouping und den veränderten RG's selbst ermitteln, außerdem gehe ich davon aus, dass in der nächsten Runde die dt. Rg's verwendet werden und dann hat man das erste Halbjahr auch mit drin).
    Die Veränderungen müssen unterschiedlich ausfallen innerhalb der einzelnen Kliniken, da ja auch die RG's ganz unterschiedlich gesenkt worden sind (teilweise ja richtig deutlich). Haben sie ein Patientengut mit vielen RG's, die deutlich stärker abgesenkt worden sind als der Mitelwert der Veränderung, wird sich auch der CMI stärker verändern (s.h. Diskussion in einem anderen Thread)- da ist ihre Aussage ganz richtig.


    Am besten alle bisherigen IMC-Ergebnisse vergessen (sonst vergleicht man Äpfel und Birnen) und auf die Auswertungen mit dt.RG warten (schade um das Geld). Das Absinken des CMI ist ja auch zunächst nicht relevant, weil ja die base-rate entsprechend steigt. Und solange man mit seinen Kosten unterhalb der Erlöse ist hat man ja auch kein Problem. Interessant ist nur die Veränderung der base-rate und wie weit man von seinem Bundeslanddurchschnitt abweicht - große Abweichung = großes Problem.


    Aber hier zeigt sich mal ganz gravierend die Mängel der bisherigen Kalkulation - und alle Früheinsteigern sollen dann die Anpassung bewirken und wenn nur 10% der Kliniken mitmachen ist die Stichprobe schon wieder sehr repräsentativ:smile: (So bekommen wir bestimmt keine RG's, die über alle Kliniken ausreichend kalkuliert sind).


    Also Kollegen beruhigen und bisherige Auswertungen vergessen.


    MfG


    --
    Jörg Gust
    (Med. Controller Marien-Hospital Witten)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Liebes Forum,
    "anderen" geht es auch so. Wir groupen im Kundenauftrag und haben ähnliche "erschreckende Ergebnisse" feststellen können.


    Zitat aus dem Forum:
    "Wir haben nicht daran teilgenommen (Kosten zu hoch für zu geringen Nutzen, den eigenen Case-mix kann man ja auch mittels batchgrouping und den veränderten RG's selbst ermitteln, außerdem gehe ich davon aus, dass in der nächsten Runde die dt. Rg's verwendet werden und dann hat man das erste Halbjahr auch mit drin). ... Schade ums Geld."


    Wie wär's mit einem Tool zum selber groupen und auswerten, d.h. einmal Geld ausgeben für das Tool und für den Grouper?
    Wir groupen bereits mit deutschen relativen Gewichten ...


    :no: Weil ich keine Werbung machen möchte -
    bei Bedarf Mailanfrage an den Autor.


    Mit freundlichen Grüßen
    von der Waterkant

    [arial]
    Mit freundlichen Grüßen
    von der Waterkant[/arial]


    [verdana][c=blue]Ulrich Schmidt[/c][/verdana]