Kodierung der Ileostomarückverlagerung

  • Hallo,


    ist doch oben eigentlich schon diskutiert, siehe z.B. bei den Bweitrag von Herrn Merguet.
    Eine Ergänzung:
    Laut SEG-Empfehlung 43 http://www.mds-ev.net/system/d…al/detail.php?recordnr=43 ist das \"Anfrischen der Resektionränder\" integraler Bestandteil der Prozedur Stomarückverlagerung.


    7 cm dürften nicht dem \"Anfrischen\" im normalen Mass der Stomarückverlagerung entsprechen. Zumindest als ich noch operativ tätig war wurde bei der \"normalen\" Rückverlagerung eines doppelläufigen Stomas auch die \"Hinterwand\" nicht durchtrennt. Das ggf. als zusätzliches Kriterium...


    Viele Grüße, J.Helling

  • Hallo,


    Zitat


    Original von JanH:
    ... wurde bei der \"normalen\" Rückverlagerung eines doppelläufigen Stomas auch die \"Hinterwand\" nicht durchtrennt. Das ggf. als zusätzliches Kriterium...



    Exakt! Die normale Rückverlagerung eines doppelläufigen Stomas erfordert (nach Mobilisierung) nur den Verschluss der Vorderwand. Zur Veranschaulichung kann man sich einen halb aufgeschnittenen Gartenschlauch vorstellen, der deutlich einfacher geflickt werden kann als ein völlig durchtrennter ;)



    MfG

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

  • Herr Balling,


    Glückwunsch zu diesem Beispiel. Anschaulicher kann man es nicht erklären...


    :i_respekt:


    Viele Grüße, J.Helling

  • Hallo Herr Balling,


    nichts gegen die von Ihnen beschriebene Technik der Stomarückverlgerung :rotwerd:
    aber das Belassen der Hinterwand und \"nur\" Vernähen der Vorderwand ist regelhaft eigentlich nur bei doppelläufigen Kolostoma möglich!
    Beim Ileostoma ist der abführende Schenkel meist so atrophisch, dass nach Mobilisation des Stomas die alleinige Vorderwandnaht eine Stenose nach sich ziehen würde. Wir resezieren i. d. R. zu beiden Seiten ein entsprechendes Segment, abhängig von der lokalen Situation. Dies mag mal 3 oder auch 10 cm bedeuten, rechtfertigt aber meiner Meinung nach nicht die Kodierung einer gesonderten Dünndarmresektion.


    Schönen Abend noch

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Hallo riol,


    Zitat


    Original von riol:
    ...nichts gegen die von Ihnen beschriebene Technik der Stomarückverlgerung...


    Vielen Dank.
    Der Gartenschlauch veranschaulicht natürlich nur den Standardfall.


    Wenn zusätzlich eine Resektion erforderlich ist und somit zusätzlicher Aufwand entsteht, ist dies auch zu kodieren (und natürlich besonders zu dokumentieren).



    Zitat


    Original von riol:
    ...rechtfertigt aber meiner Meinung nach nicht die Kodierung einer gesonderten Dünndarmresektion...


    Meine Meinung ist eine andere (s.o.) :d_zwinker:


    Übrigens kommt es gelegentlich auch bei aufgeschnittenen Gartenschläuchen vor, dass der Gummi eines Schenkels spröde geworden ist, sodass ein Stück entfernt werden muss.



    MfG

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

  • Hallo Herr Balling,


    ich versuche ja gerne Ihre Argumentation zu übernehmen, allein mir fehlt der Glaube ;-)
    Ich denke, dass bei der Rückverlegung eines doppelläufigen Enterostomas 5-465.- die Resektion der das Stoma bildenden Schenkel mit dabei ist, weil es \"üblich\" ist.
    Auch bei der Wiederherstellung nach Hartmann-OP (5-466.2) wird im Rahmen der Präparation IMMER ein (kleiner) Kolonanteil reseziert, der m.E. integraler Bestandteil des OP-Verfahrens ist.


    Na gut, gehen wir halt\' entspannt ins Wochenende :-)

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Hallo zusammen,


    greife den thread noch mal auf.
    Ileostomarückverlagerung: Im Rahmen der Präparation müssen erhebliche Verklebungen gelöst werden, dabei ausgedehnte Serosaläsionen, die eine Darmresektion von jeweils 15cm neben dem Stoma nötig machen.-
    Wäre in diesem Fall die zusätzliche Kodierung einen Ileumresektion angemessen!? Obwohl ich sonst eher ablehnend war (s.o.) , würde ich hier dazu neigen.


    Vielen Dank

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Guten Morgen riol,


    in diesem Fall für mich glasklar ja - als zusätzliche Prozedur zu kodieren.


    Wenn übrigens beidseits Resektion von 15cm wurde evtl. auch das Coecum reseziert!? :sonne:

    [f2]Mit freundlichen Grüßen


    Dr. M. Finke
    Oberarzt der Chirurg. Abteilung :i_ritter:
    Rotkreuzklinik Lindenberg[/f2]

  • Guten morgen Herr Finke,


    danke für Ihre Antwort.
    Nein, das Coecum wurde nicht reseziert. Das Ileostoma war wohl (versehentlich) etwas weiter proximal angelegt worden. Die jeweils 15 cm zu beiden Seiten des Ileostomas sind Angaben aus dem Pathologiebefund.


    Einen guten Start in die Woche ;-)

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Hallo riol,


    Zitat


    Original von riol:
    ...die eine Darmresektion von jeweils 15cm neben dem Stoma nötig machen.-
    Wäre in diesem Fall die zusätzliche Kodierung einen Ileumresektion angemessen!?


    Auch für mich glasklar JA (aber das hatten Sie sich wohl ohnehin schon gedacht :biggrin: )

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

  • Hallo zusammen,


    es passt zwar nicht ganz, aber ein bischen:
    Der MDK möchte die 5-459.2 Bypass-Anastomose des Darmes: Dünndarm zu Dickdarm streichen, da die Darmwiedervereinigung nach Resektion des Ileo-transverso-Stoma integraler Bestandteil der 5-465.x Rückverlagerung eines doppelläufigen Enterostoma ist.


    Das sehe ich grundsätzlich ein, aber eigentlich muss ja bei der 5-465.x nicht unbedingt eine Dünndarm-Dickdarm-Anastomose bestehen (je nach Enterostoma). Ist da jemand bei mir oder erzähöe ich gerade totalen Quatsch?


    fragt sich


    MF Bern

  • Hallo Forum...
    Es geht um die zusätzliche Kodierung des OPS 5-454.20 Segmentresektion Ileum bei einer Enterostoma-Rückverlagerung. Der OPS verwendet die Begriffe "Manschette" und der zugehörigen "radiären Gefäßversorgung".


    Zitat aus dem OPS 2016:
    5-465 Rückverlagerung eines doppelläufigen Enterostomas
    Hinw.: Die aus operationstechnischen Gründen erforderliche Mitresektion einer Manschette ist im Kode enthalten
    Eine über die Mitresektion einer Manschette hinausgehende Resektion eines Segmentes mit seiner radiären mesenterialen Gefäßversorgung ist gesondert zu kodieren (5-454 ff., 5-455 ff.)


    Wie ist der Resektionsumfang/ Begriff der "Manschette" zu verstehen? Welchen Anteil der Mesenterialgefäße umfasst die "radiäre Gefäßversorgung einer Darmmanschette" ? Wie ist eine unmissverständliche Beschreibung im OP-Bericht möglich ?
    Eine Angabe in cm bzgl. des Resektionsumfangs akzeptiert der MDK bei uns nicht. Da gilt fast alles als "normal" und zur Standard-OP gehörig. :thumbdown:

    Mit freundlichen Grüßen


    k-ontroller