R54 Senilität - Eine ständige Fehlcodierung??

  • Hallo,


    eine kurze Frage an die Runde.
    Wann wird oder ist eine R54 korrekt codiert?
    Was für Kriterien müssen erfüllt sein, damit dieser Code auch von dem MDK anerkannt werden kann, ist sicherlich regional unterschidleich denke ich....
    Der MDK lässt sich auf der Kodierempfehlung hierbei nicht genauer ein, er schreibt nur dass einzelne Probleme im Alter spezifisch kodiert werden müssen.
    Was für Probleme im Alter gibt es denn, die nicht speziell codiert werden könnten und somit über R54 zu tragen kommen.
    Habt Ihr hierzu Erfahrungen wann bei Euch die R54 akzeptiert wurde und welche Probleme dies sind???


    Leider habe ich in alten Beiträgen keine Infos gefunden.


    Vielen Dank für Eure Mithilfe.

    MfG
    Ductus
    Die Welt ist global, das Denken lokal

    • Offizieller Beitrag

    Willkommen im Forum!


    Dieses Thema hatten wir schon häufig behandelt. Bitte lesen sie die Forumsnutzungshinweise:
    http://dedi694.your-server.de/…pboard/thread.php?id=7134


    Die dort beschriebene Suchfunktion bringt Ihnen x-Treffer, wenn Sie R54 eingeben.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Moin Moin,


    vielen Dank Herr Selter für Ihre Nachricht.
    Die Suchfunktion ist mir bereits bekannt.
    Bin ja schon über 2 Jahre in der Kodierung tätig. Habe mich aber erst jetzt vor kurzem offiziell angemeldet. (Spätsünder)
    Jedoch ging es mir weniger um Definitionen sondern eher um Erfahrungsberichte.
    Ich merke nun zunehmend dass die R54 massiv abgeblockt wird.
    Was vor 1-2 Jahren noch nicht der Fall war.
    Wollte eben mal an die Runde Fragen wann denn die R54 auch ohne grosse Diskussionen akzeptiert wird. Bzw. gibt es denn noch Defizite eines Patienten die nicht spezifisch erfasst werden können und in die R54 dann hineinfallen können...


    Leider bin ich aus den alten Beiträgen hierzu nicht schlau geworden.
    Trotzdem vielen Dank!
    cu poltergeist

    MfG
    Ductus
    Die Welt ist global, das Denken lokal

  • Hallo,


    da gibt es einiges, was nicht abgebildet werden kann. Die Notwendigkeit der Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme, Hilfestellung bei der Mobilisation, beim Lagewechsel, Überwachung der Medikamenteneinnahme ... .
    In den Pflegeberichten finden Sie hier viele Hinweise.


    Wir hatten bislang eher selten Probleme bei der Kodierung der R54 und das obwohl auch die \"spezifischen\" Kodes (R41.0, R26.8 etc.) mit kodiert wurden. Immer hat eine Kopie der Pflegeberichte bzw. der Pflegeverrichtungen ausgereicht.

    mfg


    Reeka

  • Hallo Reeka


    Wir haben in unserem Haus eine geiatrische Abteilung, die diesen Code nie benutzt, weil er zu unspezifisch ist und es keine klaren Definitionen dafür gibt.
    Wir kodieren die spezifischen Fähigkeitsstörungen des alten Patienten und sind damit gut gefahren. Auf den ersten Blick scheint für den trägen Codierer der Code verlockend zu sein, weil er scheinbar so alles abdeckt, was man von betagten Patienten erwarten könnte, aber leider ist nun einmal jeder Fall anders gestrickt, so dass der Code im Grunde genommen zur genauen Beschreibung nicht taugt.


    MFG


    Styprek

  • Hallo Herr Styprek,


    ich sagte ja, das R54 unspezifisch ist. Sie können einen Pflegefall aber mit den von Ihnen genannten \"spezifischen Fähigkeitsstörungen\" auch nur sehr unzureichend abbilden. R54 geben wir deshalb zusätzlich bei Hilfebedarf bei allen Verrichtungen an. Nebenbei ist die R54 bewertet und viele anderen \"Symptomkodes\"nicht.

    mfg


    Reeka

  • Hallo Reeka


    Mit etwas Aufwand kann man durchaus den Ressourcenverbrauch beim alten Patienten abbilden. Einige Beispiele seien genannt. z.B Dysphagie mit Beaufsichtigungspflicht bei der Nahrungsaufnahme R13.0 oder Gangstörungen, Immobilität R26.8 und M62.3-oder Apraxie R48.2. Daneben die ganze Palette der Hirnleistungsstörungen unterschiedlicher Ausprägung bis hin zum Delir und Depression. Nicht zu vergessen das Spektrum der Inkontinenz sowie der Dekubitus und das Nachlassen der Sehkraft und des Hörvermögens. Wichtige kodierbare Instrumente Barthelindex oder FIM sowie MMS (Minimentalstate)
    Zugegebenermaßen ist das aufwändiger. Aber es liefert natürlich mehr Informationen über den Hilfebedarf des Patienten und ist vielleicht dadurch eine Anregung für entsprechende Therapieoptionen. Wahrscheinlich ist aber eine ausführliche Kodierung eine Domäne und tägliches Brot der Geriatrie.


    Gruß aus dem verregneten Saarbrücken


    Styprek

  • Zitat


    Original von Reeka:
    Nebenbei ist die R54 bewertet .....


    Noch !


    Auch hier wird das System \"lernen\".


    Schönen Abend noch allerseits.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    Zitat


    Original von styprek:
    Zugegebenermaßen ist das aufwändiger. (...) Wahrscheinlich ist aber eine ausführliche Kodierung eine Domäne und tägliches Brot der Geriatrie.


    8o


    Abschließend: Wir kodieren zusätzlich, wie jetzt bereits mehrfach erwähnt!
    Beispielsweise kann es vorkommen, dass ein Pat. im Bereich Nahrungsaufnahme Defizite aufweist, ohne gleich beaufsichtigt werden zu müssen, der Pat. einer Hilfestellung bei den Ausscheidungen bedarf, ohne gleich inkontinent zu sein... .


    Und ich wage zu behaupten: auch nicht geriatrische Einrichtungen sind in der Lage ausführlich zu kodieren. Mitnichten ist das eine \"Domäne der Geriatrie\".




    @ Herr Horndasch,


    Zitat


    Noch !


    Auch hier wird das System \"lernen\".


    Da haben Sie natürlich recht. Ist sicher nur eine Frage der Zeit. Dieses System beabsichtigt nicht die Unterscheidung auch nach pflegerischen Kriterien, was ich langfristig für gefährlich halte.

    mfg


    Reeka

  • Hallo,

    Zitat


    Original von medicoo:
    Der MDK lässt sich auf der Kodierempfehlung hierbei nicht genauer ein, er schreibt nur dass einzelne Probleme im Alter spezifisch kodiert werden müssen.


    cu Euer Medico


    MDK hat keine Probleme mit der Anerkennung von R54, wenn dies nicht erlösrelevant ist. Sobald aber R54 es erlösrelevant ist, haben Sie neuerdings mit dieser neuen Erfindung des MDK zu tun. Dabei können nicht alle altersbedingte Probleme kodiert werden oder diese sind einzeln codiert nicht CC-relevant, obwohl diese mitunter mit erheblichem Pflegeaufwand einhergehen.


    Gruß
    Ordu

  • Hallo Reeka



    \"Und ich wage zu behaupten: auch nicht geriatrische Einrichtungen sind in der Lage ausführlich zu kodieren. Mitnichten ist das eine \"Domäne der Geriatrie\".


    Habe ich auch garnicht behauptet. Natürlich können auch andere Fachabteilungen ausführlich kodieren. Aber es ist nun einmal so, dass fachspezifische Dignostikinstrumente in der Geriatrie, die u.a. auf entsprechenden Assessments beruhen und daraus resultierende \"Diagnosen\" natürlich eine entsprechend ausführliche Kodierung nach sich ziehen. Eine \"normale Innere\" kodiert das nun einmal nicht so. Allein die Abbildung der frührehabilitativen geriatrischen Komplexbehandlung erfordert eine Kodierung, die normalerweise in anderen Fachrichtungen nicht auftaucht.
    Im übrigen teile ich die Meinung von Ordu, dass der MDK wahrscheinlich bei Erlösrelevanz von R54, schon mal nach Einzelheiten fragt. Habe diesbezüglich leider keine eigene Erfahrung, da wir diesen Kode nicht verwenden.


    Gruß
    Styprek