Welche Diagnose ist HD?

  • Liebes Forum,
    ich hab mal wieder eine Frage:


    Ein Patient wird wegen M51.1 (Bandscheibenvorfall)eingewiesen. Während der Präoperativen Abklärung wird die I42.0 (dilatative Kardiomyopathie) diagnostiziert. Der Patient wird nach 3 Tagen entlassen, ohne OP, zur weiteren internistischen Abklärung/Stabilisierung.


    Jetzt akzeptiert der MDK die I42.0 nicht als HD. Hat er recht?


    Danke


    Blacky

  • Schönen guten Tag Blacky,


    das ist eine unscheinbare Frage zu einem komplexen Thema, das wir hier auch schon ausführlich kontrovers diskutiert haben: Siehe Korrekte Hauptdiagnose (Nr. 6 der TOP Themen im Forum)


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Noch einmal schönen guten Tag,


    ich möchte dennoch eine inhaltliche Antwort versuchen. Angesichtes der Komplexität und der bestehenden unterschiedlichen Interpretationen und Meinungen zu diesem Thema ist diese aber sehr subjektiv.


    Ich persönlich würde die Aufnahmeuntersuchung als Kriterium heranziehen. Das was sich bei der Aufnahmeuntersuchung darstellt (und entsprechend dokumentiert ist) begründet letztlich die Entscheidung zur stationäre Aufnahme (so ist es beispielsweise in Hessen im Vertrag nach § 112 SGB V bestimmt). Dies kann dann natürlich noch durch Erkenntnisse während des Aufenthaltes ergänzt oder spezifiziert werden, aber eben nach meiner Ansicht nur ergänzt, nicht mehr vollständig umgestoßen.


    Wenn sich nun bereits bei der Aufnahmeuntersuchung in Ihrem Fall die dilatative Kardiomyopathie herausstellt und der Patient daher gar nicht wie vorgesehen behandelt wird, sondern statt dessen in der Inneren Abteilung, dann kann ich die Hauptdiagnose I42.0 nachvollziehen.


    Wenn aber der Patient zunächst ganz normal vorbereitet wird und sich dann im Verlauf herausstellt, dass die ursprünglich vorgesehene Behandlung nicht durchgeführt werden kann und der Patient auch gar nicht hinsichtlich der Kardiomyoopathie behandelt wird, dann wäre nach meiner Ansicht weiterhin die M51.1 die Hauptdiagnose.


    Auch das in dem oben angegebenen Thread zitierte Urteil zielt darauf ab, dass aufgrund der neuen Diagnosen das ursprüngliche Behandlungsmanagement gar nicht durchgeführt wurde, sondern letztlich von Anfang an eine ganz andere als die ursprünglich geplante Behandlung stattgefunden hat. Allerdings ist zu beachten, dass sich in dem beurteilten Fall eine Fehler-DRG beim Festhalten an der geplanten Diagnose ergeben hätte. Dies ist hier jedoch wohl nicht der Fall.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hallo,


    wenn die Beschwerden wegen Rückenprobleme hauptsächlich den Gang ins KH veranlasst haben (weil diese im Vordergrund standen), dann ist dies die HD, auch wenn die Kardiomyopathie behandelt wurde. Bie diesem Pat. wurde zwar nach Aufnahme eine dilatative Kardiomyopathie diagnosziert, viel davon har er aber anscheinend nicht bemerkt.


    Gruß
    Ordu

  • Hallo Forum,
    ich stimme Sándor Vass voll zu. Anlass der stationären Aufnahme war der Bandscheibenvorfall, die Kardiomyopathie ist Nebendiagnose.

    [f3][c=darkblue][comic][center]Viele Grüße Tessi[/comic][/c] [/f3]


    :totlach: [comic]\"[c=seagreen]Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst da eh nicht lebend raus!\" [/c] [/comic] :totlach:[/center]