Komplikation intra OP / Blutdruck / Kreislaufkomplikation

  • Sorry, da hab ich mich natürlich vertippt............
    Gemeint war die I97.8.


    Also nun noch einmal


    Varizenstripping unter Tumeszenzanästhesie
    Intra-OP: massiver RR-Abfall, HF- Abfall, Schocklagerung, Kopftieflage, Acrinor, Atropin, Normalisierung des RR, postop entspr. Monitoring


    Was wird hier codiert: I97.8 Kreislaufkomplikation oder R03.1 unspezifisch niedriger Blutdruck oder......??????????????
    Grundsätzlich alle Möglichkeiten als Y69!.


    Wir haben I97.8 + y69! codiert
    Nun schreibt und der MDK-Gutachter:
    \" ..es handelt sich hier um eine Bradykardie in Verbindung mit einer Hypotonie. Die Codierung einer I97.8 ist nicht gerechtfertigt . Zu kodieren ist hier eine R00.1 in die I10.


    Grüße
    CG

  • Hallo,
    und warum nicht
    I95.2 - Hypotonie durch Arzneimitel? Wäre in meinen Augen spezifischer und dürfte wohl die Hypotonie als Folge / Kompliaktion der Anästhesie widerspiegeln.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo liebes Forum,


    ich würde gerne das Problem nochmals aufnehmen
    (bedingt durch MDK-Anfragen und Unstimmigkeiten innerhalb des Teams).


    Bsp.
    Direkt nach OP fällt der RR ab, darauf hin Medikamenten-, Infusionstherapie, Monitoring und Wachstation für einige Stunden.
    Wir haben die I97.8 kodiert.
    Der MDK wünscht die Hypotonie I95.9 + Y69!


    Könnte mir hier jemand weiterhelfen? Wie seht Ihr da?.


    Vielen Dank im Voraus.


    Viele Grüße
    OrthoB

  • Dann bring ich hier mal eine neue Nummer ins Spiel und sage:
    T81.1 \"Schock während oder in der Folge eines Eingriffs\" (inkl.: Schock hypovolämisch, Kollaps o.n.A., Postoperativer Schock o.n.A....) Gestützt durch das Exklusivum von I97.-: \"Postoperativer Schock (T81.1)\". Bei RR-Abfall, der nicht nur durch Beine hochlegen und Volumensubstitution, sondern zusätzlich noch mit Medikamentengabe zu behandeln ist, kann man doch fast schon sicher von einem \"Schock\" ausgehen? (Hört sich zumindest nach positivem Schockindex an.)


    Herzliche Grüße
    L. Nagel

    Dr. Lars Nagel
    Leiter Medizincontrolling
    Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg
    [Groß-Umstadt | Seeheim-Jugenheim]

  • Guten Morgen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen


    Ich hatte diese Thema ja schon in den letzten Jahren mehrfach im Forum unter verschiedenen Aspekten angesprochen. Das Problem hat sich bisher nicht geändert.

    Zunächst zum Kollegen OrthoB:
    Vorsicht bei der Kodierung Y69!
    Auch wir haben das eine zeitlang als zusätzlichen Code kodiert.
    Leider hatten wir die Definition dieses Codes nicht gelesen


    Zitat :
    \"Y69! Zwischenfälle bei chirurgischem Eingriff und medizinischer Behandlung
    inkl
    Dosierungsfehler,
    Kontaminierte Substanzen
    Unzulängliche aseptische.........usw usw


    Hier dokumentieren wir, das ein Fehler durch unser Verschulden vorliegt.
    Das löst bei einigen Kassen [c=deeppink]immer[/code] eine Fragebogenaktion bei dem betreffenen Patienten aus
    Es lag bei uns aber keine fehlerhafte Handlung vor, sondern es kam einfach zu einem Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps etc was nun einfach mal vorkommt.


    Wir wollten nur dokumentieren, das es intraop (z.B.) zu einem RR-Abfall ö.ä. kam, bei dem medikamentös massiv eingegriffen werden musste, dh eine Erschwernis auftrat.


    Glücklicherweise wurden wir irgendwann von einer[c=deeppink] Kasse [/code] (!) darauf hingewiesen.


    Also y69 ! würde ich wenn kein Fehler der Klinik oder ähnl. vorlag nicht codieren . Lesen Sie selbst in der ICD-10-GM 2010 nach !!


    Leider konnte uns der MDK auch nicht eindeutig den Unterschied zwischen einer Kreislaufkomplikation und einem einfachen Blutdruckabfall erklären, sondern dies auf das Ermessen unserer Ärzte verwiesen.


    Hat Ihr MDK Ansprechpartner da keine Definition. Wenn der MDk dies beanstandet muß er doch eigendlich die genaue Abgrenzung parat haben. Der Kampf um die I97 geht auch bei uns seit Jahren weiter und wird sehr unterschiedlich von Kassen, MDK behandelt.


    :d_gutefrage: :d_gutefrage: :d_gutefrage:
    Grüße aus Bad Oeynhausen


    C.Gerhardt

  • Guten Tag,
    mir hat man auf einer Fortbildung geraten bei einem RR-Abfall unf Behandlung mit Arterenol e.t.c. sowie Volumengabe die :d_gutefrage: R57.9 Schock nicht näher bezeichnet zu kodieren. Wie stehen Sie dazu ?
    MFG Siggi
    :d_gutefrage: :d_gutefrage: :d_gutefrage:

  • Hallo Siggi,
    wenn Ihre Mediziner auch von einem Schock sprechen, warum nicht?
    Wenn es für ihre Mediziner nur eine Orthostase oder ein sehr passageres Problem ist, wäre ich sehr sehr vorsichtig.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo Kollegen
    ....und wann kodier ich nun was.
    Wie ist denn nun die Kreislaufkompikation definiert, die der MDK so kategorisch ablehnt. ( klar..... da CCL Wert )
    In dieser Diskussion sind nun schon verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen worden, welcher Code zu nehmen ist.
    Der Arzt entscheidet meinen Sie ....
    Am einfachsten ist dann, man würde nur \" Kreislaufkomplikation\"mit den i.v. Gaben dokumentieren und fertig. Der Arzt hat dann entschieden und hat damit einfach Recht....... Ob das so geht........Hm?.. :i_baeh:


    Grüße aus Oeynhausen

  • hallo Herr Gerhardt!


    manche probleme kann man offenbar nicht aussitzen.


    Ich beschränke mich nur auf die \"2. situation \" Ihres posts vom 11.02.2008, es kommt bereits vor schnitt, vor tumi zum RR-abfall.


    Das gibt es nicht nur vor OPs sondern auch vor rein diagnostischen massnahmen, zb coros. Auch VOR blutabnahme sind diese kollapse häufig. Je jünger die patienten, umso häufiger. Bei der BW fielen durchschnittlich 10 von 100 rekruten vor dem impfen um.


    Das sind vasovagale Kreislaufreaktionen und mit R55 zu kodieren. Die bradykardie dabei ist auch vagus-getrickert.


    Wenn man eine solche episode schnell beheben will gibt man Acrinor. Da ist \"Kaffee-drin \".


    Ein schock ist das keinesfalls ( nicht R57.-, T81.1, T88.2 ), auch kein unspezifisch niedriger blutdruck R03.1, erst recht nicht I97.8, da vor der med massnahme


    mfg ETgkv

  • Moin,


    meine Kolleginnen haben schon mal für die Einführung eines \"Weichei\" Kodes plädiert :j_peinlich: , da es sich (gefühlt) meist um Männer handelt...
    (meine Kolleginnen [insgesamt ca. 60 Jahre Erfahrung in der Krankenpflege] erzählen da echt lustige Geschichten, von einigen \"starken\" Männern
    :biggrin: :biggrin: )


    ICH bin dagegen. ICH bin weder beim impfen noch beim Gelöbnis umgekippt!


    Ernsthaft:
    Von einem Kollaps VOR einer Blutabnahme habe ich noch nicht gehört, aber gibt ja nix was es nicht gibt. Da würde ich auch zur R55 tendieren.


    Wenn jemand BEI einer Blutabnahme umkippt, und sich schnell wieder rappelt (Füße hoch, Schluck Wasser [würde ich haben wollen] -> R55.


    Wenn jemand aber Volumen und Medikamente braucht, um wieder auf die Füße zu kommen, sehe ich keinen Grund nicht von einem Schock zu sprechen. Zumal ich davon ausgehe (hoffe), dass dann jemand den RR und den Puls genommen hat, so das ich den hier ausrechnen kann.


    viele Grüße




    Edit: Na gut, ging ja doch um was anderes...

    stellv. Leitung Medizincontrolling
    Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)
    MDA

  • Guten Morgen aus Oeynhausen
    Da bin ich mit Ihnen einer Meinung... wir codieren da auch so
    Und was mache ich dann bei derartigen Zwischenfällen intra OP?


    !!!!!!!!!Und ich bin hartnäckig... ich will es wissen...:
    Noch immer hab ich keine Definition....wann bitte benutzt man denn nun diesen ominösen I97.8 Code.
    Wer kann das denn nun mal definieren ....Wo ist die Grenze ............


    einen guten Wochenanfang


    mit freundlichen Grüßen
    Christina Gerhardt