was wird 2003 eigentlich verrhandelt ?

  • Guten Tag,


    ich habe mich - wie wohl auch fast alle ärztlichen Kolleginnen und Kollegen - bisher zwar intensiv mit der richtigen Anwendung von Kodierregeln befasst und auch das grundsätzliche Prinzip der DRG-Generierung einigermaßen verstanden.


    Gestatten Sie mir aber als Neuling dieses Forums und vor allem als Nicht-Betriebswirt und ohne jede Erfahrung mit Pflegesaatzverhandlungen zwei zwei vermutlich recht profane Fragen, mit der Bitte um einige auch für "Unkundige" verständliche Antworten:


    (Zur besseren Übersicht stelle ich die zweite Frage im folgenden Posting.)


    1. In den Jahren (2003 und) 2004 soll das Fallpauschalensystem budgetneutral eingeführt werden. Dazu wird das "historische Budget" (also vermutlich das jetzige ?) fortgeschrieben. Wenn ein Musterkrankenhaus derzeit ein Budget von 20 Mio EUR hat und damit 10.000 Fälle mit einem CMI von 1,2 behandelt, würde ich einen mittleren Fallpreis von 1.666,67 EUR errechnen (ohne Berücksichtigung möglicher Zusatzentgelte).


    Was wird denn eigentlich beim Einstieg ins neue Abrechnungssystem verhandelt, unter der Voraussetzung, dass sich die Leistungsbereiche nicht verändern ? Das Gesamtbudget wird übernommen, die Fallzahl und der dazugehörige CMI ist nachweisbar, so dass man den mittleren Fallpreis berechnen kann. Vorstellen könnte ich mir eine Verhandlung über die Leistungsmenge, denn KK hätten sicher Interesse daran, eher Kapazitäten in günstigere Häuser zu verlagern. Dies wäre dann aber doch nicht mehr budgetneutral - oder doch ?


    Vielen Dank schon an dieser Stelle
    Richt

  • Hallo Herr Richt,
    Anbei ein Artikell von Herrn Roeder, in dem er schöne und zum Teil sehr detaillierte Rechenbeispiele anstellt.

    mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Herr Richt,
    es ist nicht zu vergessen, dass auch das historische Budget nicht automatisch in das Jahr 2003 "vererbt" wird. Wie in den Jahren zuvor werden die Kostenträger versuchen, Ihr Budget abzusenken: hier stehen Stichworte wie Fehlbelegung, ambulantes Operienen, stationsersetzende Eingriffe, Mehr- oder Minderleistungen im Raum.
    Wenn dies wie in den vergangenen Jahren verhandelt ist, geht es an den Umbruch auf CMI und Basisfallwert. Ganz so leicht sind die Summen aus 2002 also nicht zu übertragen.
    MfG
    --
    Joris Schikowski
    MC Klinikum Bad Salzungen

    :augenroll: Joris Schikowski
    MC Klinikum Bad Salzungen
    Vors. RV MD der DGfM e.V.

  • Hallo Forum,


    wie schon im vorherigen Beitrag erwähnt hat die Verhandlung 2004 einen gewaltigen Fallstrick....


    Wenn Sie als Optionshaus die Verweildauer und damit Ihre Berechnungstage senken, denken Sie daran das Sie die Verhandlung für 2004 auf Basis des LKA-Budgets führen müssen, d.h. dann fehlende Berechnungstage führen zu Budgetverlusten.
    Sie müssen also der eigentlich wichtigen Verweildauersenkung durch das DRG-System unbedingt entgegenwirken, sonst liefern Sie den Kassen eine Steilvorlage zur Budgetkürzung 2004....


    Also muß das Medizincontrolling (paradoxer Weise), dafür sorgen die Berechnungstage nicht sinken.....



    Gruß


    --
    Thomas Lückert
    Medizincontrolling
    Johanniter-Krankenhaus im Fläming

    Thomas Lückert
    Stabsstelle Medizincontrolling
    Unfallkrankenhaus Berlin