Beiträge von ck-pku

    Hallo helmutwg,


    ehrlich gesagt verstehe ich Ihre Anmerkung nicht richtig:

    Sie können natürlich jede Menge andere OPS Kodes verschlüsseln bei denen die Gültigkeit nicht extra erwähnt ist, aber es bringt halt nichts...

    Welche OPS man verschlüsseln muss, steht ja nicht im Benehmen des Anwenders und schon gar nicht zulässig ist es, nur die Prozeduren zu verschlüsseln, die "was bringen"!


    Gemäß DKR-Psych 2017 sind "(a)lle Prozeduren, die vom Zeitpunkt der Aufnahme bis zum Zeitpunkt der Entlassung vorgenommen wurden und im OPS abbildbar sind, (...) zu kodieren" (s. PP001a, Satz 1), auch die Konsilleistungen!


    Und die Kodierrichtlinien sind gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2 der Vereinbarung zu den Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie und Psychosomatik (DKR-Psych-Version 2017) gemäß § 17d KHG vom 23.09.2016 verbindlich, d.h. verpflichtend anzuwenden!


    Also müssen sehr wohl alle Prozeduren, ob für den Anwendungsbereich des § 17d KHG oder ohne spezifischen Anwendungsbereich deklariert, verpflichtend kodiert werden.



    MfG,


    ck-pku

    Hallo merguet,


    ich kann Ihre Argumente der Vereinfachung bei der Geltendmachung von Ansprüchen durchaus nachvollziehen, ich wollte mit meinem Einwand aber aufzeigen, dass es sooo einfach dann doch nicht ist, datenschutzrechtliche Probleme, die Ihnen durchaus zurecht in der Vergangenheit Bauchschmerzen bereitet haben, beiseite zu wischen...


    Und das von GW vorgetragene Argument widerspricht meinem Einwand überhaupt nicht, denn natürlich steht der § 203 StGB einer Überlassung von Krankenunterlagen nicht entgegen, deren übermäßiger Umfang aber durchaus schon...


    Ich habe selbst Jahre in einer Leistungsabteilung einer Krankenkasse gearbeitet. Natürlich wird sich zwischen dem MDK und den Krankenkassenmitarbeitern ausgetauscht. Und natürlich kommt dieses Wissen auch im 'Beratungsgespräch' der Krankenkassenmitarbeitern mit dem versicherten Patienten (z.B. im Krankengeldbezug im Hinblick auf die Einleitung von Reha-Maßnahmen oder der Notwendigkeit eines Rentenverfahrens gem. § 51 SGB V) zum Tragen...


    Und ich wäre auf die Entscheidung eines Gerichtes gespannt, wenn ein versicherter Patient ein Krankenhaus (hoffentlich einmal) anzeigt, wie eine vertrauliche Information, die im Krankenhaus einem Arzt offenbart wurde, eigentlich Ihren Weg zur Krankenkasse gefunden hat, wenn dies mit dem Gegenstand der Fallprüfung eigentlich nichts zu tun hatte... Ich denke schon, dass dann nach dem Verursacher der Geheimnisoffenbarung gefragt würde...


    Mehr wollte ich eigentlich nicht zu Bedenken geben.



    MfG,


    ck-pku

    Guten Morgen,


    interessant, wie datenschutzrechtliche Bedenken eines Chefarztes verunglimpft werden...


    So unberechtigt sind diese Bedenken nämlich eben nicht: Auch im Prüfverfahren gibt es ein sog. 'Übermaßverbot' der Auskunft. Denn § 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB besagt ja, dass derjenige, der "unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis (...), offenbart, das ihm als Arzt (...) anvertraut worden oder sonst bekanntgeworden ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft" wird.


    Es stellt sich also die Frage nach der Befugnis zur Offenbarung, denn ansonsten können Auskünfte verweigert werden (s.a. § 100 Abs. 2 SGB X).


    Aus diesem Grunde sind die Krankenkassen im Rahmen des Prüfverfahrens ja angehalten, ihre Fragen zu konkretisieren (s.a. § 4 PrüfvV).


    Wie fänden Sie es denn, wenn Sie als psychiatrischer Patient im Krankenhaus gelegen hätten und die Krankenkasse (über den MDK) nun im Nachhinein die Rechtmäßigkeit einer Prozedur prüfen möchte und dem MDK vom Krankenhaus 'einfachheitshalber' die Gesamtdokumentation inkl. der Gesamtanamnese (inkl. evtl. Aussagen zum Sexualverhalten) ausgehändigt wird?


    Finden Sie die Argumentation dann auch noch

    albern und (...) aus einem anderen Jahrhundert

    stammend?


    Ich freue mich jetzt schon auf Gegeneinwände.



    MfG,


    ck-pku

    Hallo Underwood,


    der Ressourcenverbrauch ist doch die Vergütung der konsiliarischen Leistung, die Ihr Haus selbst nicht durchführen konnte. Sie hatten also Aufwand und können dementsprechend gesicherte Nebendiagnosen und/oder Prozeduren auch kodieren.


    Allen ein schönes Wochenende.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo hankey,


    das erinnert mich an einen Post (inkl. Excel-Tabelle), den ich mal in Januar 2013 zur Verfügung gestellt habe. Das Arbeitsblatt Def.-Handb. 2012-2013 Anh. A+B müsste aktualisiert und um eine Spalte der Auf- oder Abwertung ergänzt werden, dann dürfte dies Ihrem Wunsch entsprechen.


    Vielleicht haben Sie ja Muße, dies zu tun. Die anderen Board-Teilnehmer würden sich wahrscheinlich freuen. Ein schönes Wochenende wünscht



    mfG,


    ck-pku

    Hallo Curley-Sue,


    Meine gelesen zu haben das Drogenabhängige immer in die S2 gehören, egal welche HD !?

    das kann man so nicht sagen.


    Zwar steht in der "Gemeinsamen Empfehlung zur Eingruppierung in die Behandlungsgruppen der. Psychiatriepersonalverordnung (Psych-PV)" unter dem Behandlungsbereich S2 in der Spalte 'Erläuterungen - Selbstverwaltung (SV)' "(...) Drogenkranke sind in den Behandlungsbereich S2 einzugruppieren. (...)", aber das dürfen Sie nicht isoliert betrachten. Zu berücksichtigen sind alle Spalteninhalte (hier insbesondere 'Kranke', 'Behandlungsziele' und 'Behandlungsmittel'), d.h. es stellt sich die Frage, ob der Patient mit der Hauptdiagnose nicht vielmehr doch dem A-Bereich zuzuordnen ist.


    In den 'Erläuterungen - Selbstverwaltung (SV)' zum Behandlungsbereich S2 wird auch bereits eingeschränkt:
    "Bei bestehender Alkoholabhängigkeit und gleichzeitigem Gebrauch illegaler Drogen ist der Behandlungsschwerpunkt maßgeblich für die Eingruppierung in S1 oder S2. Bei im Vordergrund stehendem Drogenentzug ist der Patient in S2 einzugruppieren. Erfolgt eine Alkoholentzugsbehandlung, z.B. bei einer Drogen-Substitutionsbehandlung, ohne sonstigen Beigebrauch, und ist die Behandlung unkompliziert, erfolgt die Eingruppierung in den Behandlungsbereich S1. Auch bei Drogenabhängigkeit in der Anamnese und derzeitiger Abstinenz bzgl. Drogen ist für den unkomplizierten Alkoholentzug der Behandlungsbereich S1 maßgeblich.


    Auch haben Sie nicht dargelegt, welche Drogen konsumiert wurden, ob es 'nur' ein (einmaliger?) schädlicher Gebrauch war usw.


    Daher wird Ihnen nun sicher niemand aufgrund Ihrer Schilderungen die richtige Einstufung zurufen können, aber vielleicht helfen die Hinweise und die Lektüre der Eingruppierungsempfehlungen weiter, zum richtigen Ergebnis zu kommen.



    MfG,


    ck-pku

    Guten Morgen,


    soeben ist das PsychVVG im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden, nachdem der Bundespräsident es am 19.12.2016 unterzeichnet hat. Es hat damit Gültigkeit erlangt.


    Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre positiven Rückmeldungen aber auch für Ihre kritischen Worte zu diesem Thread und wünsche Ihnen nun eine schöne, geruhsame Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2017.



    MfG,


    ck-pku

    Guten Tag Clearer,


    selbstverständlich handelt es sich bei der Übermittlung von Nachrichtentypen gem. § 301 SGB V um ein MUSS!!!


    Entnehmen können Sie dies der "Vereinbarung über die elektronische Übermittlung nach § 11 Absatz 1 der Vereinbarung über das Nähere zum Prüfverfahren nach § 275 Absatz 1c SGB V (Prüfverfahrensvereinbarung - PrüfvV) gemäß § 17c Absatz 2 KHG" vom 03.02.2016 i.V.m. der "13. Fortschreibung vom 3.2.2016 zur Fortschreibung der § 301-Vereinbarung vom 20.03.2014 mit Wirkung zum 01.01.2017" (bzw. der aktuellen § 301-Gesamtdokumentation vom 13.09.2016).


    Die KIS-Hersteller passen z.Zt. ihre Produkte entsprechend an.


    D.h., dass Sie ab dem 01.01.2017 für Patienten, die ab dem 01.01.2017 in Ihr Krankenhaus aufgenommen werden, über die § 301-Nachrichtenübermittlung KAIN-Nachrichten der Krankenkassen erhalten können, die Sie mit INKA-Nachrichten beantworten müssen.


    Ich hoffe, dies hilft Ihnen erst einmal weiter.


    MfG,


    ck-pku

    Guten Tag NaSchu,


    schauen Sie in der Gesamtdokumentation "Datenübermittlung nach § 301 Abs. 3 SGB V (Stand: 13. September 2016)" nach dem Nachrichten-Datensatz MBEG (Seite 38). Dort wird für den Fall der nicht maschinenlesbaren Übermittlung auf die Anlage 3 (Seite 129) verwiesen. Dort wiederum wird aufgeführt, welchen Inhalt ein Vordruck in Papierform aufweisen soll. Dabei gelten selbstverständlich die üblichen Grenzen der ärztlichen Schweigepflicht, des Datenschutzes etc. (s.a. hier).


    MfG,


    ck-pku


    P.S.: Und die MBEG ("unter Angabe der Gründe") muss meines Wissens nach einzig im Bundesland Niedersachsen (gem. § 4 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. seiner Anlage Punkt II.3. des Nds. Vertrags zu den Bereichen des § 112 Abs. 2Ziff. 1, 2, 4 und 5 SGB V) mit der VERL-Anzeige verplichtend gleich mitgeliefert werden (die § 301-Nachricht ANFM der Krankenkasse entfällt hier).

    Hallo hankey,


    zu Ihren Fragen könnte man Bücher schreiben (und das wurde auch x-mal bereits getan, z.B. hier).


    Ich möchte nur einzelne Stichwörter nennen, mit denen Sie sich vertieft beschäftigen sollten:

    • PEPP-Definitionshandbücher des InEK (z.B. hier),
    • Kostenträgerrechnung (auf Basis des Kalkulationshandbuches des InEK hier) i.V.m. dem PEPP-Browser (z.B. hier:( Da die Vergütung den (therapeutischen) Aufwand kompensieren soll, können Sie sich sicher vorstellen, dass die teuersten Berufsgruppen auch am stärksten refinanziert werden sollen (s. Tageskosten-Matrix, Anlage 5 des InEK-Kalkulationshandbuches).

    Soviel fürs Erste...


    MfG,


    ck-pku