Beiträge von ck-pku

    Guten Morgen,


    am 06.07.2012 findet in seiner 898. Sitzung unter TOP4 -wie berichtet- der 2. Durchgang des PsychEntgG im Bundesrat statt. Dazu liegt hier eine (vorläufige) Tagesordnung vor, die dazugehörige Bundesrat-Drucksache 349/12 vom 15.06.2012 finden Sie hier.


    Zum (möglichen) Fortgang des Verfahrens zitiere ich aus NKG -Mitteilung 152/2012:
    "Grundsätzlich ist es möglich, dass der Bundesrat noch den Vermittlungsausschuss anruft. Allerdings ist das Gesetz nicht zustimmungspflichtig. Dazu muss der Bundesrat mit Mehrheit seiner Stimmen den Ausschuss anrufen. Nur wenn Bundesländer mit Regierungsbeteiligung der Union mitstimmten, wäre unter den gegenwärtigen Stimmverhältnissen eine mehrheitliche Anrufung denkbar.
    (...)
    Käme es zur Anrufung des Vermittlungsausschusses und würde in einem Vermittlungsverfahren ein mehrheitlicher Änderungsvorschlag herauskommen, könnte die Koalition diesen mit einfacher Mehrheit im Bundestag ablehnen. Erfolgt die Anrufung mit 2/3 Mehrheit, wäre Zurückweisung eines Ergebnisses durch den Bundestag ebenfalls eine 2/3, mindestens jedoch die Mehrheit der Mitglieder des Bundestages („Kanzlermehrheit“) erforderlich.
    Zu jeder Zeit hätte die Koalition die Möglichkeit, das Gesetzgebungsverfahren „untergehen“ zu lassen. Aus Koalitionskreisen ist zu hören, dass im Falle einer Anrufung diese grundsätzliche Frage im Raum stünde."


    Ein schönes (Viertelfinal- 8o )Wochenende wünscht


    mfG,


    ck-pku

    Hallo Steffi2,


    den genauen Rechenweg zu den Prozentwerten kann ich Ihnen nicht erklären, aber ich verstehe das Ganze folgendermaßen :S :


    In Bundestagsdrucksache 17/8986 steht ja auf S. 38:
    "Nach Satz 2 gehen im Jahr 2017 zusätzliche Leistungen zu (jetzt 45%) des Landesentgeltwertes in das Erlösbudget des Krankenhauses ein. Bis zum Jahr 2021 steigt die Quote sukzessive auf (jetzt 80) Prozent. (...) Da zugleich die Verbindung mit den Angleichungsquoten der Konvergenzphase (s. § 4 Abs. 5 der "neuen" BPflV) berücksichtigt werden muss, werden mit den Nummern 1 bis 5 für die Berücksichtigung zusätzlicher bzw. wegfallender Leistungen im Ausgangswert jeweils niedrigere Quoten vorgegeben.
    Durch die erhöhenden Konvergenzeffekte ergeben sich letztlich die im ersten Satzteil von Satz 2 genannten Finanzierungsquoten."


    Zusätzliche Leistungen werden also z.B. im Jahr 2018 mit 46% im Ausgangswert berücksichtigt. Die Angleichungsquote nach § 4 Abs. 5 der "neuen" BPflV, die berücksichtigt werden muss, beträgt für das Jahr 2018 15%. Bis hierhin würde sich also eine Finanzierungsquote von 54,12% ergeben.
    Tatsächlich beträgt diese jedoch 55%. Bei der Diffenz von 0,88% handelt es sich also offensichtlich um den o.g. "erhöhenden Konvergenzeffekt".


    Ich hoffe, dies hilft schon einmal weiter. Vielleicht können aber auch andere Board-Teilnehmer die Berechnung des "erhöhenden Konvergenzeffektes" mathematisch erklären?


    MfG,


    ck-pku

    Guten Morgen MarkoSch,


    da Ihnen noch niemand anders geantwortet hat, will ich mich mal an Ihrer Frage versuchen:


    Die Vergütung nachstationärer Behandlung ist im Grundsatz in § 115a Abs. 3 SGB V geregelt. Diese "Vergütung soll pauschaliert werden und geeignet sein, eine Verminderung der stationären Kosten herbeizuführen" (§ 115a Abs. 3 Satz 2 SGB V).


    Gemäß § 115a Abs. 3 Satz 1 SGB V vereinbaren die "Landesverbände der Krankenkassen, die Ersatzkassen und der Landesausschuß des Verbandes der privaten Krankenversicherung gemeinsam (...) mit der Landeskrankenhausgesellschaft oder mit den Vereinigungen der Krankenhausträger im Land gemeinsam und im Benehmen mit der Kassenärztlichen Vereinigung die Vergütung der Leistungen mit Wirkung für die Vertragsparteien nach § 18 Abs. 2 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes."


    Im Satz 3 ist geregelt, dass der "Spitzenverband Bund der Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (...) gemeinsam (...) im Benehmen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Empfehlungen zur Vergütung" abgeben.
    Diese "Gemeinsame Empfehlung über die Vergütung für vor- und nachstationäre Behandlung nach § 115a Abs. 3 SGB V" wurde 1996 zwischen den o.g. Parteien abgeschlossen. Auf diese Empfehlung beziehen Sie sich ja auch.
    Und nun kommt es: "Diese gelten bis zum Inkrafttreten einer Vereinbarung nach Satz 1" (§ 115a Abs. 3 Satz 4 SGB V)!


    Die vor- und nachstationären fachabteilungsbezogenen Vergütungspauschalen dieser Empfehlung wurden zwischenzeitlich lediglich in EUR umgerechnet (s. dazu auch hier im Forum).


    Ihr Haus kann also mit einer Krankenkasse gar keine separate Vergütung vereinbaren, dies wäre -wie oben geschildert- rechtswidrig. Denn entweder hat Ihre Landeskrankenhausgesellschaft eine Vereinbarung mit den Parteien gemäß Satz 1 getroffen oder es gilt die besagte "Empfehlung" gemäß Satz 4. Meines Wissens existieren jedoch keine Vereinbarungen nach Satz 1, daher gilt die o.g. "Empfehlung" bundesweit (s.a. div. Kommentierung zu § 115a SGB V).


    Lange Rede, kurzer Sinn: Die Antwort auf Ihre Frage ist im § 115a Abs. 3 SGB V abschließend geregelt. ^^


    Ich hoffe, dies hilft Ihnen weiter.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo zusammen,


    wieder mal ein Punkt, über den man sich bzgl. der DKR- bzw. OPS-Auslegung vortrefflich streiten kann:


    In der PP014a ist als Beispiel die Aufnahmeuntersuchung aufgeführt, es geht jedoch im Kern um "Prozeduren, die routinemäßig bei den meisten Patienten (...) durchgeführt werden" und dazu zählt ja wohl auch unstreitig ein Aufnahmegespräch! Wenn das Aufnahmegespräch der aufwendigen (also nicht routinemäßigen) Diagnostik dient, können die dafür benötigten Minuten sicherlich dem benötigten Zeitkontingent des OPS-Kodes 1-903 hinzugerechnet werden.


    Bedenken Sie bitte auch unbedingt, dass die DKR-Psych dem OPS vorgehen!


    Fraglich ist meiner Erfahrung nach eher, ob alles, was in den verschiedenen Abteilungen "Aufnahmegespräch" genannt wird, auch ein solches ist oder nicht doch auch als "normale" TE (Bezugstherapeutengespräche, supportive Einzelgespräche: 9-60 usw.) kodiert werden kann.


    Dieses Beispiel zeigt meiner Meinung nach mal wieder trefflich, das allein schon aufgrund der schwierigen Auslegung und Anwendung OPS-Kodes kein relevanter Kostentrenner sein können.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo Jorge,


    beachten Sie bitte die Kodierrichtlinie PP014a der DKR-Psych 2012 "Prozeduren, die normalerweise nicht verschlüsselt werden":
    "Prozeduren, die routinemäßig bei den meisten Patienten und/oder mehrfach während eines Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden, werden nicht verschlüsselt, da sich der Aufwand für diese Prozeduren in der Diagnose oder in den anderen angewendeten Prozeduren widerspiegelt (...). Sie wurden aus diesem Grunde auch nicht in den OPS aufgenommen. Diese sollen auch nicht mit den Resteklassen „Andere ...“ verschlüsselt werden.


    Tabelle 1: Beispiele für nicht kodierbare Prozeduren (...)

    • Aufnahme- und Kontrolluntersuchung
    • Visite(...)

    Es handelt sich also um Standardmaßnahmen bei bestimmten Diagnosen und Prozeduren, deren gesonderte Kodierung deshalb nicht erforderlich ist. Verfahren, die sich bei der Entwicklung des pauschalierenden Entgeltsystems doch als gruppierungsrelevant herausstellen sollten, werden im Rahmen der Pflege des OPS und der Kodierrichtlinien berücksichtigt."


    "Für den Fall, dass zwischen den Hinweisen zur Benutzung der ICD-10-GM bzw. des OPS und den Kodierrichtlinien Widersprüche bestehen, haben die Kodierrichtlinien Vorrang." (EINLEITUNG zu den DKR-Psych, Version 2012, S. III)


    Ich denke, diese Kodierrichtlinie beantwortet Ihre Fragen.


    MfG,


    ck-pku

    Guten Morgen,


    hier finden Sie das endgültige amtliche Plenarprotokoll der 184. Sitzung der 17. Wahlperiode vom 14. Juni 2012. Auf Seite 22009 bis 22010 finden Sie TOP 19a und 19b: Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische psychosomatische Einrichtungen (Psych-Entgeltgesetz – PsychEntgG).


    Falls Sie sich wundern: Es ist nachweislich möglich, eine zweite und dritte "Beratung" eines so maßgeblichen Gesetzes in 2 Minuten und 15 Sekunden durchzuführen. Sie glauben mir nicht? Dann finden Sie hier den Video-Beweis. :!:


    Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung Nr. 40 vom 15.06.2012 des BMG. Sie hat den Titel : "Verbesserte Finanzierung der Krankenhäuser in Deutschland". (Herrn Bahrs Wort in Gottes Ohr - Wir werden uns erinnern...)


    Eine Auswahl erster Pessereaktionen:

    MfG,


    ck-pku

    Guten Morgen,


    "Psych-Entgeltgesetz verabschiedet: Bei Enthaltung der Grünen hat der Bundestag am 14. Juni mit der Mehrheit von Union und FDP den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (17/8986) in der vom Gesundheitsausschuss geänderten Fassung (17/9992) angenommen. Das Gesetz regelt, wie das neue, auf Pauschalen beruhende Entgeltsystem in die Krankenhausfinanzierung eingebunden werden kann. Vorgegeben werden unter anderem Ein- und Überführungsphasen von Anfang 2013 bis Anfang 2022 sowie Vergütungsvereinbarungen. Bei Enthaltung der Grünen lehnte der Bundestag einen Antrag der Linken (17/5119) ab, in dem die Regierung aufgefordert wurde, einen Sachverständigenrat einzusetzen, um das Fallpauschalen-System zu evaluieren und das pauschalierende Entgeltsystem umzusetzen. Keine Mehrheit fand auch ein Antrag der Grünen (17/9169), den alle übrigen Fraktionen zurückwiesen. Die Grünen hatten eine Überarbeitung des Regierungsentwurfs verlangt. Die Einführung des neuen Entgeltsystems müsse von einer Expertenkommission fachlich begleitet
    werden, hatten die Grünen verlangt." (Quelle )


    Das vorläufige Plenarprotokoll der 184. Sitzung vom 14. Juni 2012 finden Sie hier (umfasst z.Zt. jedoch noch nicht den TOP zum PsychEntgG), Videos finden Sie hier.


    Soweit für's Erste,


    mfG,


    ck-pku

    Guten Morgen,


    hier erhalten Sie die elektronische Vorab-Fassung der gestrigen Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss) (Bundestags-Drucksache 17/9992) insbesondere zur Bundestags-Drucksache 17/8986 - PsychEntgG-E.


    Darüber hinaus ist heute hier ein kurzer Artikel zur "heutigen" zweiten und dritten Lesung des PsychEntgG im Bundestag "Nacht- und Nebelaktion für die Klinikfinanzen" in der Ärzte Zeitung erschienen. Zitat: "Erst gegen 0:50 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird das sogenannte Psychentgeltgesetz abschließend im Bundestag beraten. (...) Eine halbe Stunde Beratungszeit ist dafür vorgesehen."


    Wer also um diese Uhrzeit nicht live dabei sein möchte :wacko: findet das Video zur Plenarsitzung morgen in der Mediathek des Deutschen Bundestages .


    Wir dürfen also weiter gespannt sein...


    MfG,


    ck-pku