Beiträge von ck-pku

    Hallo TicTac,


    Ihr gestiegenes Interesse an der Thematik "KTL" freut mich (umso mehr, als dass ich erwartet hätte, dass das Lücken füllende Thema auch andere Board-Mitglieder "elektrisieren" würde). Ich kann mir dieses (vermeintliche) mangelnde Interesse nur so erklären, als dass die Boardteilnehmer im Wust der tgl. Informationsflut nicht zusätzlich gewillt sind, sich mit einem "artfremden" Klassifikationsinstrument zu beschäftigen, auch wenn dieses m.E. ein Ansatzpunkt zur Lösung der Wurzel allen Übels darstellt.


    Es gibt selbstverständlich sehr viele Untersuchungen zur Thematik (Einführung der KTL bereits 1997), ich möchte hier nur auf 2 Aufsätze und einen wissenschaftlichen Abschlussbericht (vom UKE) hinweisen:


    "Therapeutische Versorgung in der medizinischen Rehabilitation – mehr Transparenz mit der Klassifikation therapeutischer Leistungen" - Janett Zander, Dr. Ulrike Beckmann, Dr. Bruno Sommhammer, Dr. Here Klosterhuis


    "Verbesserte Dokumentation als Grundlage für Reha-Qualitätssicherung – Weiterentwicklung der Klassifikation therapeutischer Leistungen" – Dr. Eva Maria B i t z e r, Hans Dö rning , Dr. Ulrike Beckmann, Dr. Bruno Sommhammer,
    Janett Zander, Dr. Here Klosterhuis


    Abschlussbericht "Fallgruppen in der stationären Rehabilitation von Patienten mit psychischen/psychosomatischen Erkrankungen" - Dipl.-Psych. Sylke Andreas, Dipl.-Psych. Jörg Dirmaier, Prof. Dr. Dr. Uwe Koch, Dr. Holger Schulz (UKE)


    Verweisen möchte ich auch ferner auf das "Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung".


    Ob das DIMDI die KTL in seinen Überlegungen zur Entwicklung des OPS berücksichtigt hat, ist mir (natürlich) nicht bekannt. Das Konzept der Rehabilitation ist ja auch nicht 1:1 übertragbar auf das der stationären akutpsychiatrischen Versorgung (wohl aber durchaus m.E. auf das der psychosomatischen Akutstationen).


    Trotzdem liefert die KTL gute Anhaltspunkte, wie (therapeutische) Versorgungsrealität (abgestimmt) vereinheitlicht abgebildet und der Abrechnung zugeführt werden kann!


    MfG,


    ck-pku

    Hallo TicTac,


    Ihrer Ansicht würde ich (insbesondere aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung in der psychotherapeutischen stationären Rehabilitation) ganz und gar widersprechen wollen (und u.a. deshalb regt sich m.E. auch kein Protest in der Reha):


    Zunächst bleibt festzuhalten, dass die KTL kaum originär ärztliche Dienstleistungen umfasst bzw. abbildet, z.B. Untersuchungen, Therapieplanung, Visiten etc. (s. S. 16)! Zitat S. 15: "Die KTL bildet ausschließlich die Realität des therapeutischen Leistungsgeschehens ab."


    Die Darstellung eben dieses Leistungsgeschehens hat für die Häuser/Therapeuten m.E. mehrere ganz entscheidene Nutzen, nämlich u.a. die "Verbindlichkeit der Qualitätsmerkmale" (S. 8 f.), die Auswertbarkeit der Daten im Hinblick auf Qualitätssicherung, die vereinheitlichte Abbildbarkeit in einem Krankenhausinformatiossystem inkl. zeitlicher Ressourcen etc.


    Die inhaltliche Bestimmung der Qualitätsmerkmale erfolgte in der historischen Entwicklung als (tatsächlich) "lernendes System" unter Einbezug der verschiedenen Berufsverbände, z.B. der DVSG für die klinische Sozialarbeit...


    Warum also klagen?


    Ich jedenfalls hätte mir für den § 17d KHG-Bereich begleitend zu den Vorgaben aus Psych-PV und OPS einen solche vereinheitlichte "Klassifikation therapeutischer Leistungen", die unter Mitwirkung der beteiligten Berufsgruppen bzw. deren Vetreter entstanden wäre, aus o.g. Gründen sehr gewünscht...


    Bin aber -nach wie vor- gespannt, wie das andere Forumnutzer bewerten.


    MfG,


    ck-pku

    Sehr geehrter Herr Gohr,


    vielen Dank für Ihre Einschätzung.


    Das von Ihnen angesprochene Formular habe ich auch in Ihrem sehr empfehlenswerten Buch "Neues Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik" auf S. 57 entdeckt, welches ich als äußert hilfreich einschätze und daher dem geneigten Leser ausdrücklich empfehlen möchte.


    Trotzdem möchte ich Ihnen nur bedingt Recht geben und einschränkend weitere Ausführungen zur Thematik machen:


    Man könnte vorschnell zu dem Schluss gelangen, dass diese o.g. Anwesenheitsproblematik durch die Kodierrichtlinie PP004a der DKR-Psych 2011 aufgefangen wird.
    In einer Kommentierung der Kodierrichtlinie des MDK Baden-Württemberg (nachzulesen im entsprechenden KU-Sonderheft) wird jedoch deutlich gemacht, dass diese Kodierrichtlinie nicht für die Komplexkodes in der Psychiatrie und Psychosomatik anzuwenden ist! Die Komplexkodes "setzen immer voraus, dass die jeweils angegebene Zeit oder Anzahl entsprechend der OPS-Definition des endstelligen Kodes auch erfüllt sein muss, um den Kode zu verwenden."


    Ich greife noch mal oben dargestellten Sachverhalt, Fall b) auf: Nehmen wir an, bei der Gruppentherapie handelt es sich um eine Gruppenpsychotherapie. Der Patient, nennen wir Ihn Herrn M., war in den ersten 25 Min. Gegenstand der therapeutischen Nachfrage und Intervention, im Anschluss hat der Therapeut sich Frau S. zugewandt. Der Patient Herr M. hat dann, noch beansprucht von der eigenen Ansprache und emotional impulsiv bewegt durch die Darstellung der Erlebnisse der Frau S. die Gruppe eben nach 30 Minuten verlassen, so hat er doch in den ersten 25 Minuten eine therapeutische gezielte und durchgängige Intervention erhalten, die kodiert werden müsste, da der unstreitige Ressourcenaufwand erlösorientiert abgebildet werden muss.


    Man beachte den Hinweise zum OPS-Komplexkode 9-60 "Als Einzeltherapie gilt eine zusammenhängende Therapie von mindestens 25 Minuten. Dies entspricht einer Therapieeinheit. Gruppentherapien dauern ebenfalls mindestens 25 Minuten."


    Also bleibt die Frage der richtigen Kodierung bei temporärer Abwesenheit eines Patienten aus der Gruppentherapie zumindest für mich weiter nicht eindeutig beantwortet. Ich selbst bin zwar ebenfalls ein Freund des "gesunden Menschenverstands", nur bleibt dabei offen, ob dieser zukünftig auch einer MDK-Prüfung (insbesondere angesichts der o.g. Kommentierung eben durch den MDK) standhält.


    Ich bin gespannt, wie andere Kollegen diese Problematik bewerten...

    Hallo,


    ich habe folgende 3 Fragen:


    Sachverhalt: Wir haben das Gruppenangebot A mit einer Zeitdauer von 50 Minuten, welches z.B. ein Arzt abgibt. An der Gruppe nehmen z.B. 7 Patienten teil. Alle Pat. sind der Regelbehandlung zugeordnet.


    Nach OPS-Tabelle wird jedem Pat. also aus dem Kode-Bereich 9-605 für diese Gruppentherapie 1/4 TE zugeordnet.


    Was passiert aber, wenn ein Gruppenteilnehmer


    a) nach 10 Minuten


    b) nach 30 Minuten


    die Gruppe plötzlich (z.B. krisenhaft) verlässt?


    1) Ist das Ergebnis dann das folgende?


    Fall a) Die Gruppe wird nur noch für 6 Teilnehmer gewertet = 1/2 TE pro jeweils mind. 50 Minuten anwesenden Pat. aus dem Kodeberich 9-605


    Fall b) Die Gruppe wird 25 Min mit 7 Teinehmern und 25 Min. mit 6 Teilnehmern gewertet = 1/8 TE + 1/4 TE pro jeweils mind. 25/50 Minuten anwesenden Pat.


    2) Wie ist Ihre Sicht der Dinge, was ist z.B. (überspitzt gesagt) im Fall einer 25minütigen Gruppentherapie, in der jeder Teilnehmer einmal zum Klo geht, also keiner die gesamten 25 Minuten anwesend war? Was ist mit dem Zuspätkommen von Pat?


    3) Wie werden die tatsächlichen (also minutengenauen) Anwesenheiten innerhalb eines Gruppenangebots bei Ihnen praktikabel und aufwandsarm erfasst? ?(


    Auf Antwort freut sich


    ck-pku

    Hallo Kodikas,


    Ihre Frage wird in dem sehr empfehlenswerten Fachbuch "Pauschalierendes Entgeltsystem für die Psychiatrie und Psychosomatik - Materialien und Erläuterungen" in der Version 2011 von Dr. med. Nicole Schlottmann (Hrsg.) (Geschäftsführerin des Dezernat V der DKG) beantwortet.


    Aus Seite 177, Punkt 8 steht: "Der OPS spricht von "Pflegefachkräften". Hierunter sind Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als a.) Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger, b.) Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder c.) Altenpflegerin oder Altenpfleger zu verstehen. Leistungen von Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfern, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfern sowie vergleichbarer Hilfskräfte können nicht über die Therapieinheiten mit OPS-Kodes abgebildet werden."


    Ich hoffe, Ihre Frage ist damit beantwortet.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo NuxVomica,


    ich würde das ganz genau so wie Sie oder Herr Gohr sehen!


    Laut Textausgabe "Psychiatrie-Personalverordnung" mit Materialien und Erläuterungen für die Praxis in der 6. Auflage von Heinrich Kunze, Ludwig Kaltenbach und Klaus Kupfer (Hrsg.) (Kohlhammer Verlag - ISBN 978-3-17-021081-3) wird auf Ihre Frage eingegangen:


    Psych-PV, Erläuterungen zu § 4, Punkt 1.3 - Maßstab für die Zuordnung, Seite 155:
    "(...) Maßstab für diese Zuordnung zu den einzelnen Behandlungsbereichen ist der aktuelle Behandlungsbedarf des Patienten. (...)"


    Und in der Psych-PV, Erläuterungen zu § 4, Punkt 1.4 - Wechsel zwischen Behandlungsbereichen, Seite 155, wir ausgeführt: "Ein und derselbe Patient wird im Verlauf seiner stationären Behandlung entsprechend dem Verlauf seiner Erkrankung verschiedenen Behandlungsbereichen zuzuordnen sein. Beispielsweise kann ein dem Behandlungsbereich A1 zugeordneter Patient aufgrund einer Suizidalität vorübergehend dem Behandlungsbereich A2 zugeordnet werden und später im Behandlungsbereich A3 rehabilitativ behandelt werden."


    Gemäß § 17d Abs. 9, Satz 2 KHG ist die Einstufung der Patientin oder des Patienten in die Behandlungsbereiche tagesbezogen vorzunehmen. Wenn an diesem Tag z.B. Intensivmerkmale gem. § 1 der Gemeinsamen Empfehlung zur Eingruppierung in die Behandlungsgruppen der Psychiatriepersonalverordnung (Psych-PV) für die Entwicklung eines pauschalierenden Entgeltsystems gemäß § 17d KHG vorliegen, kann also nur eine Einstufung nach A2 vorgenommen werden, da der Patient an diesem Kalendertag diesen (tages)aktuellen Behandlungsbedarf aufgewiesen hat.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo,


    gern möchte ich den m.E. sehr guten Ansatz von TWaK um die niedersächsischen Regelungen ergänzen, die das Thema anreißen:


    § 23 Nds. MVollzG - Besondere Sicherungsmaßnahmen


    (1) (...) Als besondere Sicherungsmaßnahmen sind zulässig:
    1. der Entzug oder die Beschränkung des Aufenthalts im Freien,
    2. die Absonderung von anderen Untergebrachten,
    3. die kurzdauernde mechanische Fixierung,
    4. die Unterbringung in einem besonders gesicherten Raum.


    Besondere Sicherungsmaßnahmen sind ärztlich zu überwachen. (...)


    § 81 NJVollzG - Besondere Sicherungsmaßnahmen


    (1) Gegen eine Gefangene oder einen Gefangenen können besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet werden, wenn nach ihrem oder seinem Verhalten oder aufgrund ihres oder seines seelischen Zustandes in erhöhtem Maß Fluchtgefahr oder die Gefahr von Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen oder die Gefahr der Selbsttötung oder der Selbstverletzung besteht.


    (2) Als besondere Sicherungsmaßnahmen sind zulässig:
    1. der Entzug oder die Vorenthaltung von Gegenständen,
    2. die Beobachtung bei Nacht,
    (...)


    Zulässig ist eine Unterbringung einer Person gem. § 16 NPsychKG, wenn von ihr infolge ihrer Krankheit oder Behinderung im Sinne des § 1 Nr. 1 eine gegenwärtige erhebliche Gefahr (§ 2 Nr. 1 Buchst. b und c Nds. SOG) für sich oder andere ausgeht und diese Gefahr auf andere Weise nicht abgewendet werden kann.


    Zusammenfassend sind also "besondere Sicherungsmaßnahmen im o.g. Sinne:


    1. der Entzug oder die Beschränkung des Aufenthalts im Freien,
    2. die Absonderung von anderen Untergebrachten,
    3. die kurzdauernde mechanische Fixierung,
    4. die Unterbringung in einem besonders gesicherten Raum.
    5. der Entzug oder die Vorenthaltung von Gegenständen (so auch § 23 NPsychKG) sowie
    6. die Beobachtung bei Nacht.


    Medikamentöse Sedierung gilt juristisch als Fixierung, diese gilt m.E. auch als "besondere Sicherungsmaßnahme".


    Gem. § 22 NPsychKG unterliegt die untergebrachte Person nur denjenigen Beschränkungen ihrer Freiheit, die sich aus dem Zweck der Unterbringung und aus den Anforderungen eines geordneten Zusammenlebens in dem Krankenhaus ergeben, in dem sie untergebracht ist. Maßnahmen, welche die Freiheit der untergebrachten Person beschränken, sind im Verlauf der Behandlung ständig zu überprüfen und der Entwicklung der betroffenen Person anzupassen


    Unbedingt zu beachten in diesem Zusammenhang sind insbesondere neben den PsychKG's der Länder auch §§ 312 ff. FamFG sowie § 1906 BGB.


    Das entgeltrelevante Intensivmerkmal "Anwendung besonderer Sicherungsmaßnahmen" wäre also nachvollziehbar auch i.S.d. o.g. § 23 I S. 3 Nds. MVollzG gerechtfertigt, das diese Maßnahmen (hier) ärztlich zu überwachen und Freiheitsbeschränkungen i.S.d § 22 NPsychKG (hier von allen OPS-relevanten Berufsgruppen?) ständig zu überprüfen sind, also einen besonderen zusätzlichen Aufwand erfordern.


    Wir werden wohl die nächsten OPS-Kommentierungen (oder MDK-Prüfungen?) abwarten müssen, um weitergehende Sicherheit zu erlangen... :huh:


    Über weitere Ideen und Gedanken zum Thema freut sich


    Ihr ck-pku

    Hallo E_Horndasch,


    das besagte Eckpunkte-Papier des BMG ist dem Rundschreiben Nr. 130 der BAG Psychiatrie (Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser) zu entnehmen.


    Ferner wurde von den Krankenhaushausgesellschaften ebenfalls über das Eckpunkte-Papier des BMG informiert, z.B. von der NKG in der Mitteilung Nr. 260/2011 vom 12.09.2011.


    Da ich mir bzgl. der Erlaubnis der Verbreitung des Entwurf-Papiers unsicher bin, habe ich sicherheitshalber den Dateianhang entfernt... :whistling:


    MfG,


    ck-pku