Beiträge von Anyway

    Hallo TiBo,


    der Sie irritierende "Nachsatz" ist aber doch ausnahmsweise sehr eindeutig formuliert, wenn solcher "Pragmatismus" auch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber während der Ausbildungszeit zum Psychotherapeuten wird auch der Dipl.-Soz.-Päd. wohl eher Aufgaben eines Psychologen als die eines Sozialpädagogen übernehmen und dokumentieren. Nicht zu vergessen jedoch (und das wird nicht immer der Fall sein), dass auch eine dem Grundberuf entsprechende Vergütung vorliegen muss.

    Dies ist kein Widerspruch zu dem in OPS 9-696 vorherstehenden Satz, sondern eine Erklärung einer Ausnahme von diesem.


    Schöne Grüße, Anyway

    Hallo Herr Stein,


    ist diese Umfrage nur für somatische Kliniken gedacht oder auch für rein psychiatrische (wir wollen ja keine Ergebnisse verfälschen:))?


    Die Angabe der Prüfquote bezieht sich sicherlich auf Fälle aus 2018. Falls von Interesse weise ich darauf hin, dass sich zumindest in unserem Haus (Psychiatrie) die Prüfquoten für 2019 fast verdreifachen werden.


    Schöne Grüße, Anyway

    Hallo allerseits!

    Nichts für ungut, aber aus wirtschaftlicher Sicht ist ein altes "typisches" Neuroleptikum sicherlich in nahezu jedem Fall am günstigsten. Ich finde es befremdlich, da nahezu unmöglich, eine solche Entscheidung zum Inhalt eines Prüfverfahrens zu machen. Sollte der MDK (mit Ausnahme von off-label-use) hier nur anhand der Aktenlage zu einem entsprechend negativen Ergebnis kommen, wäre das nun einmal eine Einmischung in die Behandlungsfreiheit. Oder wie sollte man das sonst nennen?

    Es zeigt einmal mehr das typische Vorgehen der Kassen: wie schon bei den Entlassungstagen bzw. den ETs wird zunächst etwas aus dem Gesamtbudget genommen, damit man es später dann gezielt wieder durch MDK-Prüfungen zurückfordern und anschließend medienwirksam den Kliniken auch noch Betrug durch Falschabrechnungen vorwerfen kann. So ist jedenfalls meine bescheidene Sicht der aktuellen Situation...X(


    Schöne Grüße, Anyway

    Hallo allerseits,


    Folgende zwei Abschnitte in einer sozialmedizinischen Stellungnahme des MDK:


    1. Trotz erkennbarem hohen Betreuungsaufwand sind die Mindestanforderungen gemäß OPS nicht erfüllt, da kein Nachweis erfolgt ist, dass die dokumentierten Maßnahmen durch Kräfte erbracht worden wären, die eine Ausbildung in der jeweiligen, in den Primärkodes (9-60 bis 9-63) spezifizierten Berufsgruppen abgeschlossen hätten. Der Oberbegriff Pflege ist nicht ausreichend, da verschiedene Abzweigungen/Qualifikationen in diesem Berufsfeld möglich sind. Es fehlt die explizite Berufsbezeichnung der jeweiligen Ausbildung der Mitarbeiter.

    2. Gutachterlich wird vorausgesetzt, dass die strukturellen Voraussetzungen, die gemäß OPS für die korrekte Kodierung gefordert sind ("...und in einem für diese Berufsgruppe entsprechend vergüteten Beschäftigungsverhältnis stehen.") von der Krankenkasse im Vorfeld geprüft sind.


    Frei übersetzt: leider habt ihr mir keine Examensurkunden vorgelegt so dass ich nicht überprüfen konnte, ob die Einzelbetreuung tatsächlich durch examinierte Krankenpfleger und -schwestern durchgeführt wurde...aber ob auch alle vernünftig bezahlt wurden, wird ja wohl die Kasse schon geklärt haben (Sarkasmus Ende).

    Okay, dass die Strukturmerkmale mal vom MDK abgefragt werden und mal auch nicht hat uns zwar niemand vorher angekündigt, aber mit elf Monaten entsprechend begründeten Negativgutachten haben wir uns nun auf diese Formalie eingestellt.

    Aber ganz ehrlich: wozu in aller Welt brauche ich diese Aussage aus Punkt 2 ?


    Diese Frage hat aber noch einen anderen Hintergrund: uns liegt ein Gutachten vor, indem aufgrund des identischen Textbausteines von Punkt 2 (allerdings ohne Punkt 1) die Einzelbetreuung akzeptiert wurde! Warum waren in diesem Fall keine Examensurkunden notwendig???
    Sorry, zuweilen fühlt sich so ein Gutachten ein ganz klein bißchen nach Willkür an...<X


    Aber es ist Freitagnachmittag und ich vielleicht geistig nicht mehr ganz auf der Höhe - sicherlich gibt es am Montag jemanden, der das mal erläutern kann. Und falls nicht, handelt es sich bei diesem Beitrag um einen Akt der Psychohygiene.


    Ich wünsche ein schönes Wochenende - Anyway

    Hallo codierfee,


    oha - da raucht der Kopf derart, dass sich das Büro aufheizt?


    Keine Ahnung, ob es weiterhilft, aber vielleicht wird die Lösung dadurch klarer, dass man den Fokus auf die Ursache der Anspannung setzt. Der Begriff "Anspannungsregulationsstörung" ist zu unspezifisch, um allein daraus einen ICD ableiten zu können


    Schöne Grüße aus dem kühleren Norden :-)

    Hallo allerseits,


    ich möchte beiden "suses" beipflichten und halte diese Vorgehensweise auch für eindeutig. Bei den drei Intensivmerkmalen wäre ich vorsichtig. Wir schauen sehr kritisch auf alles, was ET´s erzeugt und streichen bei nicht ausreichender Dokumentation regelmässig die Intensivmerkmale wieder raus, weil mit jedem ET die Wahrscheinlichkeit einer MDK-Prüfung selbst bei Kurzaufenthalten extrem ansteigt - und wir haben ohnehin derzeit mehr als genug davon... :-(

    Hallo,

    der psychotrophe Wirkstoff von Spice sind Cannabinoide (die paar zusätzlichen undefinierbaren Kräuter spielen wohl eher eine kosmetische Rolle) und damit halte ich die F12 (Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide) für absolut eindeutig.


    Schöne Grüße
    Anyway

    Hallo Herr Schaffert,

    ein wenig off topic: das grundsätzliche Problem liegt doch genau darin, ob der MDK das genau so sieht und hier liegt ein sehr offensichtlicher Systemfehler (OPS vs. MDK) vor. Wir haben mittlerweile so viele "Interpretationsprobleme" mit dem MDK, dass wir uns auf die wesentlicheren Konfliktfelder beschränken und deshalb die 9.641 niemals im tagesklinischen Betrieb kodieren würden - OPS hin oder her... :-(

    Schöne Grüße
    Anyway

    Hallo allerseits,

    abgesehen davon, dass wir sehr viel Wert auf den Begriff "akut" legen rücken wir bereits beim leisesten Zweifel von der Erfassung eines Intensivmerkmals ab.
    Warum? Im Rahmen einer MDK-Prüfung bieten die Intensivmerkmale derart viel Interpretationsmöglichkeiten, dass diese sehr häufig ohnehin hinterher wieder "kassiert" werden. Ihre Erfassung führt zur deutlich höheren Wahrscheinlichkeit einer Fallprüfung und damit zu höherem Arbeitsaufwand, und das bei minimalem Mehrerlös! Diese Erfahrung machen wir trotz unserer strengen Kriterien immer und immer wieder.


    Aus meiner Sicht sind deshalb die Intensivmerkmale in der jetzigen Form auch nicht als Kostentrenner geeignet - denn das InEK kriegt ja i.d.R. gar nicht mit, ob und wieviele solcher von ihnen bereits in die Berechung einbezogener Intensivmerkmale hinterher vom MDK wieder gestrichen werden. Das gilt im Übrigen auch für die 1:1-Betreuungen! Ob dem InEK das bewusst ist?

    Vielen Dank für die Rückmeldungen:
    Abgesehen davon, dass wir Unterlagen für den MDK noch nie direkt an die Kassen verschickt haben (auch nicht im verschlossenen Umschlag) wird diese Praxis mittlerweile auch von einigen großen KK nicht mehr akzeptiert. Und ohne MDK-Nummer brauche ich auch an den MDK nichts zu versenden, da solche Schreiben nicht bearbeitet werden. Also muss ich mich dann doch auf die INKA beschränken.
    Der Hinweis auf die 24x256 Zeichen war jedenfalls sehr hilfreich - unser System war da nämlich noch auf der MBEG-Größenordnung...


    Eine PrüfvV 3.0 wäre schon ganz gut, allerdings habe ich das nicht mehr viel Vertrauen in unsere Interessenvertretung dort. Ich träume ja davon, dass als erstes die Aufwandspauschale als prozentualer Anteil der strittigen Summe festgelegt wird - damit wären dann schon einige Probleme schlagartig gelöst ^^.

    Schöne Grüße, Anyway

    Liebe Mitleidende,


    wir haben mittlerweile wiederholt Fälle, bei denen per KAIN um ein Nachverfahren gebeten wurde und uns dann nach relativ kurzer Zeit ohne jegliche Mitteilung seitens der Kasse oder des MDK ein negatives "Widerspruchsgutachten" ins Haus schneit. Wir erfahren also nicht direkt, ob die KK das Nachverfahren überhaupt zulässt und haben damit auch keine Möglichkeit einer Stellungnahme mehr (der Platz im 301-Versand ist zu kurz und ja auch für die Kasse und nicht für den Gutachter gedacht). Es gab mal Zeiten, bei denen wir auch bei einem Nachverfahren vom MDK benachrichtigt wurden. So macht ein Nachverfahren für uns jedenfalls grundsätzlich keinen Sinn mehr - zumal das genaue Procedere in der PrüfvV natürlich nicht geregelt ist.X(


    Gibt es woanders ähnliche Erfahrungen?


    Generell werden die Ablehnungsgründe des MDK bei uns übrigens zunehmend willkürlicher: so wurde in dem o.a. Fall eine Nebendiagnose F14.2 kommentarlos gestrichen, obwohl ein positives Drogenscreening vorlag und der Patient nach erfolgreicher Alkoholentgiftung auf eine Spezialstation für illegale Drogen verlegt wurde. In diesem Fall müssten wir eigentlich wieder einmal klagen , aber leider sprechen viele Umstände dagegen:
    * unser Justiziar kommt so langsam an seine Kapazitätsgrenze
    * zeit- und arbeitsintensiv
    * es ist nicht im Sinne des Patienten, wenn die Kasse an seine kompletten KK-Unterlagen herankommt (Datenschutz - nein Danke...!)
    * ewiges Klageverfahren bis zu einem endgültigen Urteil
    * krankenhausfeindliche Rechtsprechung der obersten Instanz


    Steigende MDK-Prüfungen, nicht nachvollziehbare Gutachten, teilweise ohne Begründung, unklare Regelungen und Willkür allerorten....die PrüfvV reicht für eine vernünftige Regelung bei weitem nicht aus...wir fühlen uns von der DKG jedenfalls ziemlich alleingelassen!