Beiträge von Anyway

    Eine Mehrfachkodierung von ICD-Kodes ist grundsätzlich sinnfrei.


    Cyre: nur ein Beispiel: bei Rückverlegung in eine Einrichtung wird z.B. ein aktueller CoVid-Test verlangt. Im PEPP-Bereich sind die Verweildauern eben häufig länger als in der Somatik...;)

    ...natürlich sollte vorher intern geprüft werden, ob mit der Kodierung alles richtig gelaufen ist... ;)

    Aber trotzdem: der KK würden wir grundsätzlich keine zusätzliche Begründung zukommen lassen - nach dem Motto: wehret den Anfängen! Es gibt Wichtigeres zu erledigen.


    Schöne Grüße

    Anyway

    ...da würde ich mich AO85 vorbehaltlos anschließen: das Krankenhaus ist nicht verpflichtet, jede Maßnahme der Kasse zu begründen. Diese kann den Fall ja gerne durch den MD(K) prüfen lassen.


    Schöne Grüße

    Anyway

    Hallo Pierimo,

    entweder sind die Kriterien für eine rezidivierende depressive Störung erfüllt (dann F33.1) oder sie sind nicht erfüllt (dann F34.1) - beides zusammen mag zu keiner Fehlermeldung führen, ist aber unlogisch und auch nicht sinnvoll. Dem OA kann man ja etwas diplomatischer mitteilen, dass eine korrekte Kodierung keinen "Diagnoseverlauf" abbilden kann und mit dem DKR-Psych begründen ;)

    Hallo TiBo,

    wir haben ebenfalls unsere Zahlen mit denen der GKV verglichen und konnten die Differenzen durch zwei Punkte erklären:

    1. bei der GKV wurden mehrere Abschlussrechnungen innerhalb eines Quartals beim gleichen Fall stets nur einfach gezählt (da waren wir wohl mit uns selbst zu streng)

    2. auch im digitalen Zeitalter ist die "Reisezeit" eines Datensatzes zur KK dermaßen unterschiedlich lang, dass es zwangsläufig beim Quartalsende zu Unschärfen kommt - da man als Klinik nicht exakt bestimmen kann, wann genau die Schlussrechnung bei der KK tatsächlich angekommen ist.


    Spannender wird es mit der Berechung der KAIN-Meldungen zu den MDK-Gutachten werden. Da erhalten wir jetzt auch Meldungen von Fällen, in denen uns schon seit Monaten (!) das schriftliche Gutachten vom MDK vorliegt. Hier wird man genauer beobachten müssen, ob die Kassen diesen Punkt als Stellschraube für sich nutzen... Ebenso wird man beobachten müssen, ob MDK02 gezählt werden, bei denen es zwar Beanstandungen gab, die aber nicht zu einer Minderung des Abrechnungsbetrages geführt haben.


    Schöne Grüße

    Anyway

    Hallo und Guten Tag


    Da man Pregabalin aufgrund der Wirkungen durchaus als „psychotrope Substanz“ bezeichnen kann und das Abhängigkeitspotential bereits seit 2011 in der UAW-Datenbank aufgeführt ist lässt sich aus unserer Sicht damit gemäß den Kodierrichtlinien ein Kode aus dem Bereich F19 einsetzen. Dass sowohl F13 (Sedativa/Hypnotika) als auch F15 (Stimulans) verwendet werden zeigt schon fast ein bißchen, dass es nirgendwo so richtig reinpasst - als Straßendroge kann es nämlich beides, entspannen und euphorisieren.


    In unserem Suchtbereich gibt es soviele Fälle, in denen Pregabalin als komplizierende Komponente beteiligt ist, dass wir hier über ein mögliches Suchtpotential nicht mehr kontrovers zu diskutieren brauchen.

    ida78 - wenn der Fall abgeschlossen ist, was die KK durch MDK01 bestätigt hat, dann ist der Fall abgeschlossen! Einfach einmal hoffen, dass die Gerichte dass dann ggfs. auch so sehen.


    In unserem Haus haben übrigens einige Kassen noch immer nicht entschieden, welche Fälle durch die Senkung der Prüfquote storniert werden. Was schert die den 31. Mai! Da wird es dann wohl juristisch noch komplizierter, aber vermutlich sitzen die KH am kürzeren Hebel. Das ist vom Gesetzgeber alles handwerklich sehr zusammengepfuscht nach dem Motto: Sollen doch die Gerichte entscheiden...

    In diesem Zusammenhang ist § 275 Abs. 2 Satz 4 SGB V interessant. Dort heisst es:


    Zitat

    Der Medizinische Dienst hat eine nach Absatz 1 Satz 3 eingeleitete Prüfung einer Schlussrechnung für vollstationäre Krankenhausbehandlung abzulehnen, wenn die nach Satz 1 oder Satz 4 zulässige quartalsbezogene Prüfquote eines Krankenhauses von der Krankenkasse überschritten wird; dafür ist die nach Absatz 4 Satz 3 Nummer 4 veröffentlichte Anzahl der Schlussrechnungen für vollstationäre Krankenhausbehandlung, die die einzelne Krankenkasse vom einzelnen Krankenhaus im vorvergangenen Quartal erhalten hat, heranzuziehen.

    Steht das nicht im Widerspruch zu der Aussage, dass die KK Herrin des Verfahrens sei?


    Theoretisch würde ich sonst bei einer Prüfquote von 10 Fällen erst einmal wahllos Prüfaufträge verteilen und später in aller Ruhe überlegen, welche Fälle dann wieder zurückgezogen werden. Das kann's doch eigentlich nicht sein.


    Ich wünsche einen entspannten Maifeiertag,

    Anyway

    Prima, dass man erst im Nachhinein erfährt, wie das MDK-Reformgesetz überhaupt ausgelegt wird...und das die Interpretation nicht der Gesetzgeber selbst vornimmt...
    Wenn jetzt dann tatsächlich (wie geplant) die KK auch noch darüber bestimmen kann, zu welchem Termin ein Gutachten als solches gezählt wird, dann darf man dort wieder kräftig die Fäustchen reiben und Pläne schmieden, wie man optimal "timen" kann.


    Trotzdem schöne Maifeiertage,

    Anyway

    Hallo Kodiereule,

    dass bisher noch keine Antwort eingetragen wurde, zeigt einmal mehr, dass STÄB aktuell und wohl auch zukünftig keine große Verbreitung finden wird - zumindest nicht mit den derzeitigen Vorgaben. Das ist alles gut gemeint, hört sich auch prima an, aber dann werden die Grenzen so eng gesetzt, dass eine exakte Umsetzung in der Praxis auch möglichst schwierig wird...


    Ich habe keine eigenen Erfahrungen, höre aber von Kollegen, dass der MDK in der Vergangenheit die STÄB-Vorgaben sehr intensiv geprüft und bei dem leisesten Verdacht einer Abweichung auch rigoros die Tage gestrichen hat.

    STÄB kann aus Prestigegründen bei finanzkräftigen Häusern Sinn machen, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses Verfahren und der damit verbundene enorme Aufwand jemals kostendeckend umsetzbar sein kann.


    Schöne Grüße aus dem sonnigen Norden

    Anyway

    Absolute Zustimmung, Herr Schaffert!


    Ich möchte nur noch ergänzend hinzufügen, dass die Dokumentation immer noch in erster Linie der Darstellung des Behandlungsverlaufes und dem Informationstransfer aller am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen gilt - auch wenn die Tendenz leider in eine andere Richtung zu driften scheint. Deshalb dürfen und sollen in unserem Haus z.B. relevante Patientenbeobachtung/für die Übergabe relevante Infos auch von nichtexaminiertem Personal (sind ohnehin in erster Linie Krankenpflegeschüler) dokumentiert werden.

    SKoch - dass sehe ich ganz genau so. In § 275c steht im 2. Absatz eindeutig (bezogen auf 2020) "Maßgeblich für die Zuordnung zu einem Quartal ist das Datum der Schlussrechnung" - das scheint mir doch recht eindeutig.


    ==> die Schlussrechnungen im 3. Quartal 2019 spielen überhaupt keine Rolle!


    ==> maßgeblich für die 5% Prüffälle im ersten Quartal 2020 ist die Anzahl aller Schlussrechnungen, die bei der KK bis zum 31.03.2020 eingegangen sind. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um Aufnahmefälle in 2019 oder 2020 handelt. Wenn aus welchen Gründen auch immer mehr als eine Schlussrechnung pro Fall eingegangen ist, dann wird jede einzelne Rechnung mitgezählt.


    Schöne vorösterliche Grüße
    Anyway