Beiträge von Anyway

    Hallo TiBo,


    generell gilt Vorsicht bei der Devise: "Schnell behauptet ist halb bewiesen"... ;)


    Aber zum Thema: es ist schlichtweg falsch, dass eine F41.1 nur für Erwachsene gedacht ist! Gerade der Verweis im ICD unter F93.1 wäre hierfür schon Beweis genug. Außerdem wird die F41.1 explizit im Definitionshandbuch unter den Diagnosen (PK04-V1) aufgelistet, die den Grouper zur Basis-PEPP PK04 führen.

    Also nicht verunsichern lassen - es gibt eine Menge Diagnosen, die gleichermaßen für Kinder UND Erwachsene gelten, und die F41.1 gehört definitiv dazu!


    Schöne Grüße, Anyway

    Hallo Horschi,

    also wir setzen die Nachricht auf erledigt, sobald wir sie erledigt (manchmal ist das gleichbedeutend mit "gelesen") haben und von unserer Seite keine weitere Aktivität mehr gefordert ist - ggfs. terminieren wir in unserem System noch eine Wiedervorlage. Auf jeden Fall bringt es nichts, bereits abgearbeitete oder wie auch immer erledigte Fälle nicht abzuhaken - es wird dann mit der Zeit sehr unübersichtlich im System...

    Wir lassen uns auf solchen "Deals" grundsätzlich nicht ein. Wenn die KK den Fall abschließen möchte, dann muss sie sich für MDK01 oder MDK02 entscheiden - mit allen Konsequenzen!

    Es dürfte wohl auch nicht so einfach sein, einem Richter den Zusammenhang zwischen der Akzeptanz einer gutachterliche Entscheidung und der In-Rechnung-Stellung einer (vom Gesetz ja auch vorgesehenen) AWP darzulegen. Die Kassen haben bei uns eine zeitlang solche AWPs abgelehnt, aber nach diversen Schriftwechseln dann letztendlich doch in allen Fällen gezahlt. Als Reaktion haben zwei Kassen dann Nachverfahren grundsätzlich abgelehnt, aber damit konnten wir gut leben :).

    Schöne Grüße

    Anyway

    Scheint mir eher ein theoretisches Problem zu sein. Ich kann mir gerade keine Variante vorstellen, bei der es bei der Zusammenführung dreier mit PA14A groupierten Fälle jemals zu einer PräPEPP kommen könnte...


    Aber falls ja, wären unter der Berücksichtigung der Zeiträume auch eine Fallzusammenführung mit einem vorangegangenen PräPEPP-Fall denkbar


    Schöne Grüße aus dem Norden

    Das Thema 1:1 Betreuung ist ein ewiges Ärgernis, weil dieser OPS je nach Gutachter und Zeitpunkt völlig (!) unterschiedlich bewertet wird. Wir haben in den letzten Jahren erfahren müssen, dass hier immer wieder neue Vorgaben auftauchen, die der OPS überhaupt nicht hergibt. Das beginnt bei der exakten Bezeichnung, geht über die Mindestabstände einer Dokumentation bis hin zum Nachweis zur Qualifikation der durchführenden Kräfte. Mittlerweile wurde uns auch schon angekreidet, wenn eine 1:1-Betreuung bei einem schlafenden Patienten durchgeführt wurde....(nach dem Motto: "war doch gar nicht nötig"...). Es ist ein Hase-und-Igel-Spiel, bei dem man als Klinik nur verlieren kann.

    Einziger Hoffnungsschimmer ist das nun tatsächlich installierte Schiedsgericht, dass uns vielleicht einmal die ein oder andere Vereinheitlichung bringen mag, wobei ich nicht recht glauben kann, dass der MDK (der nennt sich bei uns immer noch so!) dann doch wieder irgendeine belanglose Kleinigkeit findet, um Streichungen vorzunehmen, die unabhängig vom Ausgang einer späteren Klage zunächst einmal in die Prozentzahl der MDK-Prüfungen mit negativem Ausgang mit einfließt.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass sowohl die Anzahl der Mindestmerkmale einer Intensivbehandlung ebenso wie die 1:1-Betreuung aktuell völlig unbrauchbare Kodes sind, da sie letztendlich völlig der Interpretationswillkür ausgesetzt, damit bundeseinheitlich überhaupt nicht vergleichbar und berechenbar sind. Aber ist ja alles nix Neues...

    Schöne Grüße, Anyway

    ...natürlich eine Dokumentation im 30 min. Takt...

    Sorry - aber insbesondere an dem Wort "natürlich" stoße ich mich ganz gewaltig. Die Leistung "1:1-Betreuung" mutiert nämlich mehr und mehr zur Farce! Nur weil der MDK mal eben willkürlich eine zeitliche Spanne setzt, die zum Einen nirgenwo belegt ist und zum Anderen auch noch von Gutachter zu Gutachter schwankt, werden wir unsere Mitarbeiter nicht zur 30-Minuten-Dokumentation anhalten. Bevor man anschließend wieder der nächsten Willkürvorgabe hinterherläuft um Negativ-Gutachten incl. Strafzahlungen zum vermeiden ist es wirtschaftlich vermutlich sinnvoller, die ETs für Intensivmerkmale und Einzelbetreuung komplett zu vergessen.

    Hallo codierfee,

    das ist aber mal eine schwierige Frage:


    Einerseits: wenn mit der terminalen Niereninsuffizienz eine gegenüber der Norm deutlich erhöhte Frequenz von Vitalzeichenkontrollen o.a. Parameter sowie eine häufigere Kontaktfrequenz oder gar Dauerbeobachtung hervorgeht (und dokumentiert ist), dann spräch meiner Meinung nach nichts dagegen, das entsprechende Intensivmerkmal zu schalten.


    Andererseits: ob sich das lohnt, ist eine ganz andere Frage. Beim Auftreten von drei Intensivmerkmalen schauen wir schon extrem kritisch auf die Dokumentation, die zudem 200%ig exakt sein muss. Bei den butterweichen Kriterien würde ich nicht wegen 50 Euro ein Negativ-Gutachten riskieren - auch wenn's inhaltlich gerechtfertigt wäre...


    Schöne Grüße
    Anyway

    AO85 - nun, die Anbieter von Seminaren freuen sich natürlich ob der vielen Neuerungen/Änderungen. Trotzdem ist nicht automatisch alles korrekt, was in solchen Seminaren vermittelt.
    In der Festlegung des

    GKV-Spitzenverbandes über die näheren Einzelheiten zur bundeseinheitlichen quartalsbezogenen Auswertunggemäß § 275c Absatz 4 SGB V

    findet sich hierzu folgender Satz, der die Sache recht eindeutig beschreibt:


    Zu übermitteln ist für ab dem 01.01.2020 eingegangene Schlussrechnungen zur vollstationären Behandlung die Anzahl der bei dem zuständigen MD im betrachteten Quartal eingegangenen Prüfaufträge der Krankenkasse, für die eine Prüfung gegenüber dem Krankenhaus eingeleitet wurde. Als Zuordnung zu dem betrachteten Quartal gilt das Datum der Beauftragung des MD durch die Krankenkasse (Versand an den MD).


    Somit bleibt den Kassen ein kleiner taktischer Spielraum...


    Zu beachten ist aber auch der zweite Satz zur Quartalszuordnung: hier gilt nicht das Datum des Prüfauftrages vom MD, sondern der darin erwähnte Termin der Beauftragung des MD!


    Schöne Grüße

    Anyway

    Hallo Medcon85,


    die Anzahl der Schlussrechnungen, die die KK im Quartal erhalten hat (also Vorsicht: das Absendedatum ist hier nicht relevant!), bestimmen die maximale Anzahl an Prüfungen zwei Quartale später - nicht mehr und nicht weniger. Für alle Patienten, die nach dem 31.12.2019 aufgenommen worden sind, gilt die Übergangsvereinbarung zur PrüfvV vom 10.12.19, in der die Frage der Prüffristen ganz eindeutig und ohne Diskussionsspielraum beschrieben wird:


    Die Einleitung des Prüfverfahrens gemäß § 4 PrüfvV hat - statt „innerhalb von 6 Wochen“ - „spätestens 4 Monate“ nach Eingang der nach § 3 PrüfvV übermittelten Daten und der entsprechenden Krankenhausrechnung zu erfolgen.


    Damit hat die KK also in jedem Fall mindestens zwei Quartale, in denen die Prüfung erfolgen kann - in Ihrem Beispiel kann ein Prüfauftrag also im 2. oder im 3. Quartal (bis 31.7.20) erfolgen, sofern damit in dem betreffenden (also 2. oder 3.) Quartal die Prüfquote von 5% nicht überschritten wird. Die Prüfquote im 1. Quartal ist in Ihrem Beispiel dagegen völlig irrelevant.


    Wenn Reden nicht hilft: auf diesen Umstand per Mail hinweisen und der Rest liegt in der Verantwortung der Chefin... :P


    Schöne Grüße
    Anyway

    Eine Mehrfachkodierung von ICD-Kodes ist grundsätzlich sinnfrei.


    Cyre: nur ein Beispiel: bei Rückverlegung in eine Einrichtung wird z.B. ein aktueller CoVid-Test verlangt. Im PEPP-Bereich sind die Verweildauern eben häufig länger als in der Somatik...;)

    ...natürlich sollte vorher intern geprüft werden, ob mit der Kodierung alles richtig gelaufen ist... ;)

    Aber trotzdem: der KK würden wir grundsätzlich keine zusätzliche Begründung zukommen lassen - nach dem Motto: wehret den Anfängen! Es gibt Wichtigeres zu erledigen.


    Schöne Grüße

    Anyway