Beiträge von Anyway

    Oberärztlich will man mir doch tatsächlich weissmachen, dass eine I10.01 als ND auch angegeben werden darf, wenn es in der Vorgeschichte (also nicht aktuell!) eine hypertensive Krise gegeben hat. Ich bin etwas schockiert von dieser Sichtweise und würde nun gerne das Gegenteil beweisen, finde dummerweise im Web jedoch keinen eindeutigen Hinweis dazu (falls es den überhaupt gibt). Kann mir hier jemand weiterhelfen - vielleicht sogar mit einem Link???


    Sorry - arbeite und komme selbst aus der Psychiatrie, deshalb diese seltsame und vermutlich ziemlich doofe Frage. unsure.png Da werden in Somatik und Psychiatrie ja wohl die gleichen Kriterien gelten.


    Gruß und Danke im voraus
    Anyway

    Hallo ck-pku,


    als einer der "fatalistischen PEPP-Entgeltsystem-Verteidiger" (auch wenn ich mich niemals als solchen bezeichnen würde) akzeptiere ich Ihre Entschuldigung ! ;)


    Wir sollten aufpassen, dass wir uns im Forum weder von Vereinen und Verbänden noch von der Politik polarisieren lassen. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen zum PEPP und niemand kann von sich behaupten, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.


    Ich finde es durchaus spannend, sowohl die Vorteile (ja, ich denke die gibt es) als auch die Nachteile (oh ja - auch die gibt es!) des neuen Entgeltsystems sowohl durch Studium der "Fakten", aber auch durch die unterschiedlichen Forumsbeiträge zu erkennen und für mich zu bewerten. Eine einseitige Sicht lehne ich jedoch entschieden ab - alles andere kann ich gut stehen lassen. Genau das erwarte ich eigentlich auch von anderen!

    Hallo allerseits,


    am 12.11. fand im Bundesministerium für Gesundheit eine Anhörung zur Verordnung zum pauschalierenden Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) für das Jahr 2013 statt. Bisher habe ich nirgendwo irgendetwas über Inhalt und Folgen lesen können...keine Pressemeitteilung, kein Rauschen im Walde. Hat diese Anhörung irgendein "Ergebnis" oder "Auswirkungen" gehabt oder handelte es sich lediglich um ein nettes Treffen mit Kaffee und Plauderründchen...???? Oder ist alles gar so top secret nach dem Motto "even I don´t know what I´m doing here"???????? :D


    Also: wer weiß was und lässt es uns wissen?


    Gruß
    Anyway

    Hallo Manfred,


    wir korrigieren immer wieder solche Codes um, wenn diese nicht OPS-konform eingegeben wurden - und das oft genug erst nach der Entlassung! Für die Abrechnung mit den Kassen ist das ohnehin nicht relevant, deshalb erzeugen wir die Codes auch erst später. ( NuxVomica, werden bei Ihnen OPS-Codes an die KK übermittelt?).


    Einzig wichtig ist doch, dass die Daten dann in der Datenlieferung nach §21 richtig sind.


    Gruß
    Anyway

    Guten Tag, tomkue!


    In aller Kürze eine Antwort auf alle Fragen:


    Ob und wie die BIM genutzt werden wird, steht noch in den Sternen. Fest steht nur, das die PsychPV spätestens zum Ende der Konvergenzphase ausläuft.


    Die Eingruppierung muss zwingend täglich erfolgen (das ist ja überhaupt Sinn der ganzen Sache!). Die Eingruppierung wird je nach Haus (und bei uns sogar je nach Station) mal von der Pflege und mal im Behandlungsteam erfasst - hierzu gibt es keine Bestimmungen. Da in Zukunft aber auch der "sozial begründete Aufwand" mit erfasst wird, läuft es wohl darauf hinaus, dass über die jeweiligen Zuordnungen im Behandlungsteam entschieden wird .


    Es ist naheliegend, dass das Ganze letztendlich vom Medizincontrolling überprüft wird.


    Gruß
    Anyway

    Hallo ck-pku,


    nichts für ungut, aber dieser Boykottaufruf ist ja noch weniger als ein Nadelstich - insbesondere wenn ich sehe, wer dort alles seine Unterschrift setzt (vom Patienten bis zu Servicekraft für´s Reinemachen). Welcher Politiker wird sich denn von sowas wachrütteln lassen? Die Verbände schaffen es ja noch nicht einmal, dass sich die Krankenhäuser auf breiter Front auch nur einer Option der Teilnahme 2013 verweigern! Und eine Öffentlichkeit hat diese ganze Aktion erst recht nicht (und nur das zählt in der Politik!).


    Alles andere als eine Ersatzvornahme würde jedenfalls mein bisheriges politisches Weltbild ins Wanken bringen...


    Gruß
    Anyway

    Hallo NV,


    jaja - genauso läuft´s bei uns im Hause auch: die ärztlichen Chefs verlassen sich blind auf ihren Verband und sind dagegen, aber erwarten gleichzeitig von uns, zu jedem Zeitpunkt auf alles vorbereitet zu sein :evil: .


    Glücklicherweise finde ich das "Gesamtsystem Klinik und Politik" recht durchschaubar :D .


    Gruß
    Anyway

    Auch wenn ich mich jetzt ziemlich outen sollte:


    Jetzt werden in den Krankenhäusern wieder wild von allen möglichen Berufsgruppen Unterschriften eingesammelt, um diese irgendeinem Politiker wieder an möglichst medienwirksamer Stelle (die Öffentlichkeit wird trotzdem nichts davon mitbekommen) in die Hand drücken zu können.


    Dabei würde ich mein Jahresgehalt darauf verwetten, dass die meisten Unterzeichner von der gesamten Problematik überhaupt keinen blassen Schimmer haben bzw. bestenfalls recht plakativ, oberflächlich und einseitig informiert werden.


    Das Resultat wird eine Verunsicherung und grundlegend ablehnende Haltung gegen das System sein. Das wird uns zukünftig im Medizincontrolling das Leben unnötig schwerer machen, denn PEPP wird ohnehin kommen. Ich persönlich finde diese Vorgehensweise kontraproduktiv und genausowenig hilfreich wie zielführend.


    Gruß
    Anyway

    Hallo helmutwg und B. Gohr,


    wir werden sehen, was die Praxisfälle zeigen werden. Ich halte auch Ihre Interpretationen für nachvollziehbar, auch wenn ich sie nicht teile.


    Jedenfalls erhielten alle unsere KJP-Intensivfälle, bei denen keine Einzelbetreuung, Intensive Beaufsichtigung oder kriseninterventionelle Behandlung erfolgte die Hinweismeldung "kein Therapiekode (9-6*) im Fall kodiert". Solche Hinweismeldungen mutieren in Folgejahren nicht selten zu Fehlermeldung, so dass ich von einer eher "harten" Auslegung der Merkmale einer Intensivbehandlung ausgehe.


    Einen wesentlichen Unterschied zwischen den Intensivmerkmalen von Erwachsenenpsychiatrie und KJPP bezüglich einer vollstationären Behandlungsnotwendigkeit sehe ich übrigens nicht.


    Gruß an alle, Anyway

    Hallo Codierfee,


    ein Patient, der die Voraussetzungen einer Intensivbehandlung (desorientiert, Selbst- oder Eigengefährdung, nicht absprachefähig u.v.m) erfüllt wird definitiv stationär und nicht tageskllinisch behandelt werden - daher fehlt auch der entsprechende Hinweis!


    Unter anderem geht das InEK davon aus, dass eine Intensivbehandlung i.d.R. mit mind. einer Einzelbetreuung oder "Intensiver Beaufsichtigung" pro Behandlungswoche einhergeht. So jedenfalls eine telefonische Antwort auf meine Anfrage, die ich aufgrund von mir unklaren InEK-Hinweismeldungen bei einigen unserer Intensivfälle (KJPP) gestellt hatte.


    Im Originaltext der OPS-Version 2012 heisst es darüber hinaus: "Ein Kode aus diesem Bereich ist nicht für Patienten anzuwenden, bei denen autonome soziale Integration, wie ein externer Schulbesuch in einer Regelschule oder ein Praktikum angeordnet ist."
    Ich würde daraus sogar interpretieren, dass die Einstufung in die Intensivbehandlung nicht einmal mit freiem Ausgang von Station vereinbar wäre - da fiele die tagesklinische Behandlung schon mal raus.


    Schöne Grüße, Anyway