Beiträge von Anyway

    Hallo allerseits,


    ich möchte beiden "suses" beipflichten und halte diese Vorgehensweise auch für eindeutig. Bei den drei Intensivmerkmalen wäre ich vorsichtig. Wir schauen sehr kritisch auf alles, was ET´s erzeugt und streichen bei nicht ausreichender Dokumentation regelmässig die Intensivmerkmale wieder raus, weil mit jedem ET die Wahrscheinlichkeit einer MDK-Prüfung selbst bei Kurzaufenthalten extrem ansteigt - und wir haben ohnehin derzeit mehr als genug davon... :-(

    Hallo,

    der psychotrophe Wirkstoff von Spice sind Cannabinoide (die paar zusätzlichen undefinierbaren Kräuter spielen wohl eher eine kosmetische Rolle) und damit halte ich die F12 (Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide) für absolut eindeutig.


    Schöne Grüße
    Anyway

    Hallo Herr Schaffert,

    ein wenig off topic: das grundsätzliche Problem liegt doch genau darin, ob der MDK das genau so sieht und hier liegt ein sehr offensichtlicher Systemfehler (OPS vs. MDK) vor. Wir haben mittlerweile so viele "Interpretationsprobleme" mit dem MDK, dass wir uns auf die wesentlicheren Konfliktfelder beschränken und deshalb die 9.641 niemals im tagesklinischen Betrieb kodieren würden - OPS hin oder her... :-(

    Schöne Grüße
    Anyway

    Hallo allerseits,

    abgesehen davon, dass wir sehr viel Wert auf den Begriff "akut" legen rücken wir bereits beim leisesten Zweifel von der Erfassung eines Intensivmerkmals ab.
    Warum? Im Rahmen einer MDK-Prüfung bieten die Intensivmerkmale derart viel Interpretationsmöglichkeiten, dass diese sehr häufig ohnehin hinterher wieder "kassiert" werden. Ihre Erfassung führt zur deutlich höheren Wahrscheinlichkeit einer Fallprüfung und damit zu höherem Arbeitsaufwand, und das bei minimalem Mehrerlös! Diese Erfahrung machen wir trotz unserer strengen Kriterien immer und immer wieder.


    Aus meiner Sicht sind deshalb die Intensivmerkmale in der jetzigen Form auch nicht als Kostentrenner geeignet - denn das InEK kriegt ja i.d.R. gar nicht mit, ob und wieviele solcher von ihnen bereits in die Berechung einbezogener Intensivmerkmale hinterher vom MDK wieder gestrichen werden. Das gilt im Übrigen auch für die 1:1-Betreuungen! Ob dem InEK das bewusst ist?

    Vielen Dank für die Rückmeldungen:
    Abgesehen davon, dass wir Unterlagen für den MDK noch nie direkt an die Kassen verschickt haben (auch nicht im verschlossenen Umschlag) wird diese Praxis mittlerweile auch von einigen großen KK nicht mehr akzeptiert. Und ohne MDK-Nummer brauche ich auch an den MDK nichts zu versenden, da solche Schreiben nicht bearbeitet werden. Also muss ich mich dann doch auf die INKA beschränken.
    Der Hinweis auf die 24x256 Zeichen war jedenfalls sehr hilfreich - unser System war da nämlich noch auf der MBEG-Größenordnung...


    Eine PrüfvV 3.0 wäre schon ganz gut, allerdings habe ich das nicht mehr viel Vertrauen in unsere Interessenvertretung dort. Ich träume ja davon, dass als erstes die Aufwandspauschale als prozentualer Anteil der strittigen Summe festgelegt wird - damit wären dann schon einige Probleme schlagartig gelöst ^^.

    Schöne Grüße, Anyway

    Liebe Mitleidende,


    wir haben mittlerweile wiederholt Fälle, bei denen per KAIN um ein Nachverfahren gebeten wurde und uns dann nach relativ kurzer Zeit ohne jegliche Mitteilung seitens der Kasse oder des MDK ein negatives "Widerspruchsgutachten" ins Haus schneit. Wir erfahren also nicht direkt, ob die KK das Nachverfahren überhaupt zulässt und haben damit auch keine Möglichkeit einer Stellungnahme mehr (der Platz im 301-Versand ist zu kurz und ja auch für die Kasse und nicht für den Gutachter gedacht). Es gab mal Zeiten, bei denen wir auch bei einem Nachverfahren vom MDK benachrichtigt wurden. So macht ein Nachverfahren für uns jedenfalls grundsätzlich keinen Sinn mehr - zumal das genaue Procedere in der PrüfvV natürlich nicht geregelt ist.X(


    Gibt es woanders ähnliche Erfahrungen?


    Generell werden die Ablehnungsgründe des MDK bei uns übrigens zunehmend willkürlicher: so wurde in dem o.a. Fall eine Nebendiagnose F14.2 kommentarlos gestrichen, obwohl ein positives Drogenscreening vorlag und der Patient nach erfolgreicher Alkoholentgiftung auf eine Spezialstation für illegale Drogen verlegt wurde. In diesem Fall müssten wir eigentlich wieder einmal klagen , aber leider sprechen viele Umstände dagegen:
    * unser Justiziar kommt so langsam an seine Kapazitätsgrenze
    * zeit- und arbeitsintensiv
    * es ist nicht im Sinne des Patienten, wenn die Kasse an seine kompletten KK-Unterlagen herankommt (Datenschutz - nein Danke...!)
    * ewiges Klageverfahren bis zu einem endgültigen Urteil
    * krankenhausfeindliche Rechtsprechung der obersten Instanz


    Steigende MDK-Prüfungen, nicht nachvollziehbare Gutachten, teilweise ohne Begründung, unklare Regelungen und Willkür allerorten....die PrüfvV reicht für eine vernünftige Regelung bei weitem nicht aus...wir fühlen uns von der DKG jedenfalls ziemlich alleingelassen!

    So - nun ist es also amtlich:

    die durch die Pflege erzeugten Therapieeinheiten sind passé. Das ist zum einen gut, weil einiges an sinnfreier Dokumentation wegfallen kann. Es ist aber in erster Linie die Folge einer von Beginn an zu unscharfen Definition dessen, was überhaupt eine TE-erzeugende Leistungen ausmacht und damit ein Systemfehler der ersten Stunde, die sich nun (endlich) auswirkt. Gleiches gilt für Gruppenangebote von Spezialtherapeuten. Der komplette Rest bleibt drin, weil er theoretisch zu einer Entgelterhöhung führen kann (Stichwort "TE mit hohem Anteil"). Interessante Entwicklung...

    Hallo Jo_Hanna,


    wir halten die Erläuterungen zur Psych-PV Einstufung von S-Patienten für eindeutig und nehmen diese entsprechend "streng" vor.

    Zum Einen: ein "Ermessensspielraum" müsste ja nach dieser Logik dann in beide Richtungen gehen (z.B. unproblematischer F12-Patient in S1)

    Zum Anderen: die Zeit der Psych-PV neigt sich nach fast 20 Jahren ohnehin dem Ende zu, die Bedeutung von solchen Entscheidungen ist daher ohnehin begrenzt...


    Schöne Grüße, Anyway

    Hallo merguet -

    natürlich haben Sie inhaltlich vollkommen Recht. Aber würden Sie dem MDK einen handgeschriebenen Schmierzettel als Deckblatt zusenden, auch wenn das doch keinen Einfluss auf das Ergebnis der MDK-Prüfung haben dürfte?

    Für mich zeigt eine solche Form der Kommunikation einmal mehr, dass sie nicht auf gleicher Augenhöhe stattfindet. Das gleiche empfinde ich auch dann, wenn keine Begründung für eine Entscheidung geliefert wird, was formal wahrscheinlich auch korrekt ist. Eine gewisse Grundhaltung wird jedenfalls deutlich und deshalb bin ich auch der Ansicht, dass hier für unsere Interessenvertretungen ein dringender Handlungsbedarf besteht.

    Hallo MedCO-Smutje,


    handschriftliche Gutachten??? *Lachkrampf*

    Dann würde ich dem MDK eine Schreibmaschine schenken... natürlich nur gegen Spendenquittung!


    Scherz beiseite - sowas würden wir hier nicht als Gutachten akzeptieren und die entprechende Krankenkasse um Unterstützung bitten, denn die dürften sowas auch nicht besonders toll und hilfreich finden.

    Schöne Grüße

    Anyway

    Hallo FG,

    bei uns im Haus bedeutet "30 minütige Sichtkontrolle...", dass alle 30 Minuten nach dem Patienten gesehen wird und dies wiederum wäre definitionsgemäß keine 1:1 Betreuung und zwar unabhängig von den Mindestmerkmalen. Ich würde mal stark vermuten, dass ein Gutachter das genau so interpretiert. Was spricht dagegen, eine 1:1 Betreuung im Originalwortlaut anzuordnen, ohne mit den Worten herumzuspielen?


    Schöne Grüße
    Anyway