Beiträge von Fayence

    Guten Tag Herr Berbuir,


    ich habe jetzt ganz aktuell ein erstes KK-Schreiben auf dem Tisch liegen, in welchem die von Ihnen bereits benannte Rechnung aufgestellt wird.
    Wir sind KH A, welches einen Patienten in KH B verlegt hat, obwohl die Geri-Komplextherapie lt. MDK auch bei uns hätte erbracht werden können. Für diese grundsätzliche Feststellung hätten jedoch keinerlei MDK Ressourcen verbraucht werden müssen.

    Der KK sei durch unser unwirtschaftliches Verhalten ein Schaden in Höhe von rund 430 € (inkl. Fahrtkosten) entstanden, die jetzt durch uns zu erstatten seien. Aber es gibt noch eine Steigerung... müsste die KK KH B nach einer MDK Prüfung eine AWP zahlen, würde man auch diese Kosten von uns einfordern.

    Ketzerische Frage: Könnte KH A dann nicht auch eine "Gewinnbeteiligung" einfordern, wenn der MDK KH B auf Null kürzt, weil die Komplextherapie ja im verlegenden KH hätte erbracht weren können?


    Da in dem KK Schreiben auffällig pauschal auf das Wirtschaftlichkeitsgebot verwiesen wird, welches KH nach der aktuellen BSG Rechtsprechung zu beachten hätten, hab ich einmal konkreter nachgefragt. Verwiesen wurde dann (oh Wunder :saint: ) auf die BSG Entscheidung vom 10.3.2015 – B 1 KR 3/15 R. Ebenfalls wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass bereits diverse KH ein solches Schreiben erhalten hätten. Das kann ich nach ein paar kollegialen Telefonaten im Kölner Umland auch so bestätigen.


    Da diese Schreiben offensichtlich schon seit ein paar Monaten verschickt werden, gibt es ja vielleicht schon die ein oder anderen Erfahrungswerte betroffener Häuser.
    Hat die KK (ich vermute mal, dass ein solches Schreiben bislang nur von einer KK verschickt wird) ggf. schon die angedrohte Klage eingereicht, wenn man nicht gewillt ist, dieser Zahlungsaufforderung Folge zu leisten?

    Vielleicht höre ich Flöhe husten, aber im Zusammenhang mit Pflegepersonaluntergrenzen & Pflegekräftemangel könnten KH künftig häufiger "gezwungen" sein, PatientInnen für eine medizinisch erforderliche Komplextherapie in ein anderes KH verlegen zu müssen, weil die eigenen Ressourcen ausgeschöpft sind.


    In diesem Sinne einen freundlichen Gruß
    Fayence

    Hallo zurück,


    die Stationsschwester weiß aber schon, dass die PPR seit fast 20 Jahren keine offizielle Bezugsgröße mehr darstellt, oder?


    Der Pflegeaufwand liesse sich in der Kodierung darstellen über z.B. E66.82 (krankhafte Adipositas, BMI von 40 und mehr), in Kombination mit Z74.0 (Hilfsbedürftigkeit wegen eingeschränkter Mobilität) , Z74.1 (Notwendigkeit der Hilfestellung bei der Körperpflege), Z99.8 (langzeitige Abhängigkeit von sonstigen unterstützenden [...] Hilfsmitteln).
    Als OPS wäre ggf. 8-390.0 Lagerung im Spezialbett (Lagerung im programmierbaren elektrischen Schwergewichtigenbett) zu kodieren.


    Gruß
    Fayence

    Hallo Miteinander,


    mir geht es insbesondere um diesen Passus (RN 14a): "Nach § 276 Abs 2 S 1 Halbs 2 SGB V sind die Leistungserbringer auf entsprechende Anforderung des MDK verpflichtet, Sozialdaten unmittelbar an diesen zu übermitteln, soweit dies für die durch die Krankenkassen nach § 275 Abs 1 bis 3 SGB V veranlasste gutachterliche Stellungnahme oder Prüfung erforderlich ist. Aus der Wendung "soweit … erforderlich" folgt, dass die Anforderung des MDK ausreichend begründet sein muss, damit der Leistungserbringer - hier das Krankenhaus - seine Herausgabepflichten im Hinblick auf die ärztliche Schweigepflicht zutreffend einschätzen kann."


    Immer wieder werden mit Verweis auf § 275 SGB V z.T. umfangreiche Unterlagen angefordert und als Prüfgrund lediglich "Die KK hat uns mit der Prüfung der ordnungsgemäßen Kodierung beauftragt" angegeben.


    Eine solch pauschale Angabe begründet m.E. keine Mitwirkungspflicht bzw. kann der Versand der angeforderten
    Unterlagen verweigert werden, da seitens des KH nicht eingeschätzt werden kann, welche Unterlagen zurBeurteilung/Prüfung tatsächlich erforderlich sind. Sehe ich das richtig?


    Oder ist die Anforderung der Unterlagen gedeckt durch RN 17 " ... liegen Auffälligkeiten in Bezug auf eine ordnungsgemäße Abrechnung vor, so hat das Krankenhaus schließlich auf der dritten Stufe der Sachverhaltserhebung dem MDK gemäß § 276 Abs 2 S 1 Halbs 2 SGB V alle weiteren Angaben zu erteilen und Unterlagen vorzulegen, soweit sie im Einzelfall zur Beantwortung der Prüfanfrage der Krankenkasse benötigt werden. Auf dieser Grundlage ist der MDK ermächtigt, die erforderlichen Sozialdaten beim Krankenhaus anzufordern; das Krankenhaus ist zu deren Vorlage verpflichtet, weil in einem solchen Fall allein durch die Angaben gemäß § 301 SGB V und einen etwaigen Kurzbericht eine zuverlässige Beurteilung der Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit oder anderer Fragen der Abrechnung nicht möglich ist."


    Müsste der MDK in einem solchen Fall die Auffälligkeiten benennen, welche den Prüfauftrag konkret ausgelöst haben?


    Vielleicht sehe ich ja den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber aktuell stehe ich auf der Leitung. ?(


    Hoffe auf Erleuchtung
    Gruß
    Fayence

    Hallo DanielKK,


    erklären Sie dem OA doch, dass es in der Tat möglich wäre, die manifeste Hyperthyreose spezifischer kodieren zu können. Er müsse lediglich die Ursache konkret benennen ... z.B. einen M. Basedow ...


    Gruß
    Fayence

    Beschrieben vor 160 jahren!

    Hallo ET.gkv,


    was sollen uns diese Worte sagen? Dass ein Operateur nicht in der Lage ist, eine Morel-Lavallée-Läsion erkennen und als Diagnose benennen zu können?


    Abgesehen davon wird diese seltene Läsion als Abscheren von Haut und Subcutis von der Fascie infolge kombinierter Druck- und Scherkräfte beschrieben, die die Entwicklung großer blutgefüllter Hohlräume nach sich zieht (z.B. bei Überrolltraumata)


    Ich für meinen Teil kann jedenfalls nicht nachvollziehen, dass Sie aufgrund der gemachten Angaben auf diese Diagnose kommen. Zumal diese Läsion bereits zum Zeitpunkt der Acetabulum Fraktur hätte diagnostiziert werden müssen. Welcher Grad eines Weichteilschadens da wohl beschrieben war?


    Gruß
    Fayence

    Hallo MiChu,
    den OPS 5-850.6* sehe ich ebenfalls als korrekt.
    Ergänzend zur HD Hämatom (M62.89) oder Abszess (L02.3) *B95.6 wäre als ND T84.6 zu kodieren. So sieht es jedenfalls der BDC .


    Ich bin aber auch neugierig ^^ Über welche HD, welchen OPS wird denn gestritten?


    Gruß
    Fayence

    Jetzt meine endgültige Frage:
    Würdet ihr die HTEP und den Ring auch getrennt von einander kodieren?


    Hallo Joann,


    der Blick in den OPS Katalog bringt einen doch (fast) immer weiter ...
    So ist bereits am Anfang des Kapitels "Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk" unter "Hinweise" zu lesen:


    Eine durchgeführte Pfannendachplastik ist gesondert zu kodieren (5-829.1)
    Eine durchgeführte Pfannenbodenplastik ist gesondert zu kodieren (5-829.h)
    Eine durchgeführte Spongiosaplastik ist gesondert zu kodieren (5-784)
    Die zusätzliche Verwendung von Osteosynthesematerial ist gesondert zu kodieren (5-786)


    Bei der Diagnose hätte mich allerdings die Auffüllung der Osteolysen mit Fremdspongiosa nicht überrascht. Das ist nicht rein zufällig auch noch Bestandteil dieser OP?


    Gruß
    Fayence