Beiträge von R. Schaffert

    Hallo,


    ich sehe das anders:

    Richtig ist, dass es bei der Wahl der Hauptdiagnose nicht nur um die Aufnahme geht, sondern der Aufenthalt als Ganzes retrospektiv betrachtet wird, Kriterium bleibt aber die Veranlassung des Aufenthaltes. Die Hauptdiagnose muss also in irgendeiner Form den Aufenthalt mit veranlasst haben.


    Dies ist jedoch hier meines Erachtens nicht der Fall. Das Aneurysma war bei Aufenthalt zunächst nicht bekannt und offensichtlich auch symtomlos. Der Patient war allein wegen der Prellung stationär behandlungsbedürftig. Das Aneurysma war ein Zufallsbefund, die Behandlung weder ursächlich für diesen Aufenthalt noch zwingend dabei erforderlich.


    Hinsichtlich der (primären) Zahlungspflicht der BG stimme ich überein, es sei denn, der Unfallhergang wird als ganzes von der BG als Arbeitsunfall in Frage gestellt.


    Schöne Grüße

    Tag allerseits,


    ich bin im OPS Vorschlagsverfahren über den folgenen Vorschlag des GKV-Spitzenverbandes gestolpert, den ich hier gerne einmal mit Euch kritisch diskutieren möchte: Vorschlag Nr. 074 OPS 2020 Schlaganfall 2020.


    Wesentlich ist hier der vorgeschlagene Passus im OPS 8-981:


    "24-stündige Verfügbarkeit neuroradiologischer und neurochirurgischer Eingriffe am Standort der Schlaganfalleinheit. Je nach fachlich/medizinischer Notwendigkeit müssen ein Facharzt für Neuroradiologie und/oder ein Facharzt für Neurochirurgie innerhalb von 30 Minuten am Patienten in der Schlaganfalleinheit verfügbar sein."


    und


    "24-stündige Verfügbarkeit der Möglichkeit zur Rekanalisation mittels Thrombolyse und interventioneller Thrombektomie am Standort der Schlaganfalleinheit "


    Die Folge davon wäre, dass alle Kliniken die bisher nicht über eine eigene interventionelle Radiologie und Neurochirurgie verfügen auf die sonstige Schlaganfallkomplexbehandlung (OPS 8-98b) zurückfallen.


    Zum einen ist dies nicht überleitbar. Das InEK hat bisher die durch die 8-981 getriggerten DRG auf einer anderen Grundlage kalkuliert (nämlich mit den Kliniken, die dies in Kooperation mit anderen abgebildet haben). Ein plötzlicher Ausschluss dieser Kliniken aus dem OPS 8-981 und damit auch aus den entsprechenden DRG kann ohne Übergang nicht ohne weiteres kalkuliert werden und würde zu einer Schieflage führen. Wenn man die Unterscheidung zwischen Neurochirurgie/Neuroradiologie am Standort versus Kooperationslösung haben will, dann meines Erachtens nur über einen eigenen neuen Kode, der dann jedoch erst einmal gleich zu bewerten ist, bis evtl. Kostenunterschiede vorliegen. Ganz abgesehen davon sind nach Aussagen von Herrn Heimig (DRG-Forum) im Jahr der Pflegeausgliederung sowieso wesentliche inhaltliche Umbauten und Verschiebungen im DRG-System zu vermeiden.


    Noch wichtiger finde ich aber die Diskussion darüber, dass die Kassen hier über den OPS versuchen, Strukturpolitik zu machen. Dies ist eigentlich Ländersache. Wir haben in Hessen ein mit dem Land abgestimmes Schlaganfallkonzept. Die finanziellen Effekte einer solchen Verschiebung der Leistungsabbildung würde dieses Konzept erheblich gefährden.


    Wie seht ihr anderen Forumsnutzenden dies?w


    Schönen Tag

    Hallo

    es gibt auch keine interne Verlegung zwischen teil- und vollstationär, das ist schon wegen der unterschiedlichen Strukturkategorien nicht möglich und auch im § 301 Datensatz nicht vorgesehen:

    1.2.7 Entlassungsanzeige

    Mit der Entlassungsanzeige meldet das Krankenhaus der Krankenkasse die Entlassung oder externe
    Verlegung des Versicherten aus der voll- oder teilstationären Behandlung sowie die interne Verlegung
    mit Wechsel zwischen den Entgeltbereichen der DRG-Fallpauschalen, nach der BPflV oder für
    besondere Einrichtungen nach § 17b Abs. 1 Satz 15 KHG oder den Wechsel von voll- und
    teilstationärer Behandlung
    .

    D. h. der Wechsel zwischen voll- und teilstationärer Behandlung ist immer eine Entlassung und Neuaufnahme (neuer Fall), der dementsprechend auch erst am ersten Leistungstag beginnt.


    Sollten die Kasse weiterhin Ärger machen, fragen Sie beim InEK nach (am Besten per Mail, damit Sie es schriftlich haben)


    Schönen Tag

    Guten Abend allerseits,


    die Ironie der "Falschabrechungs"-Vorwürfe durch Krankenkassen/MDK wir deutlich, wenn wir mal einen Blick auf die Seite des Bundesgesundheitsministeriums zur aktuellen Gesetzgebung werfen. Da heißt es unter anderem zum Kassenwahlgesetz:

    Weitergehende Maßnahmen außerhalb des RSA


    • Vorgaben von verbindlichen Regelungen zur Vergabe und Übermittlung der Diagnosen- und Prozedurenschlüssel im ambulanten Bereich zur Sicherstellung von Qualität und Einheitlichkeit der Diagnosekodierung, um der Beeinflussung des ärztlichen Kodierverhaltens durch die Krankenkassen entgegenzuwirken
    • Zertifizierung der Praxisverwaltungssoftware, um krankenkassenindividuelle Module zur Beeinflussung des Kodierverhaltens zu verhindern
    • Bis zum Inkrafttreten der Regelungen zur Vergabe und Übermittlung der Diagnosen- und Prozedurenschlüssel und der Zertifizierung der Praxisverwaltungssoftware: Entkopplung der Vergütung für Selektivverträge von Diagnosen, um zu vermeiden, dass über diese Verträge Diagnosen und nicht Leistungen vergütet werden
    • Verbot der Wirtschaftlichkeitsberatung von Vertragsärzten durch Krankenkassen, um Einfallstore für illegale Kodierberatung zu schließen

    Das sieht mir so aus, als säßen die echten "Upcoding"-Profis nicht im Krankenhaus....


    Schönen Abend noch

    Hallo allerseits,


    ich habe auf unserem Kongress einen kleinen Vortrag gehalten, in dem ich unter Hinweis auf Physik, britische Kolonialverwaltung und Sciencefiction Rückschlüsse auf unser Gesundheitssystem dargestellt habe. Falls es jemanden interessiert ist hier der entsprechende Beitrag.


    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag

    Hallo,


    die Datei Entgelte enthält nicht das Rechnungsdatum, sondern nur den Zeitraum, auf den sich das jeweilige Entgelt bezieht (also in der Regel Aufnahme bis Entlassung, aber nicht zwingend, z. B. bei Tagen ohne Berechnung). Ansonsten lohnt sich vielleicht ein Blick in die entsprechenden Unterlagen, insbesondere in die Datensatzbeschreibung, die beim InEK einsehbar sind:

    https://www.g-drg.de/Datenlief…ung/Datensatzbeschreibung


    Schönen Tag,

    Hallo stei-di,


    ich würde ja eher sagen, Konsil ist die entsprechende medizinische Handlung (Diagnostik/Mitbehandlung) und Verbringung der abrechnungstechnische Begriff, wenn dies über zweit Standorte hinweg geschieht. Egal wie Sie es bezeichnen, wäre beides eine allgemeine Krankenhausleistung ihres Hauses nach §2 Abs. 2 Nr. 2 KHEntgG und daher von Ihnen zu vergüten. Anders sieht es bei Verlegung aus, daher wäre für mich die Abgrenzung zwischen Verbringung und Verlegung als relevant anzusehen.


    Schöne Grüße

    Hallo ppride,


    Zunächst die Frage: PKV oder GKV Kassen?


    Zumindest im GKV-Bereich ist der Datenaustausch bis ins kleinste technische Detail geregelt, die entsprechenden Dokumente dazu finden sich hier: https://www.gkv-datenaustausch…aeuser/krankenhaeuser.jsp


    Dazu gehört auch die Dokumentation des Austausches und das entsprechende Fehlerverfahren. Bei vielen Kassen ist es so, dass wenn eine Datei von der Annahmestelle abgewiesen wird (formal), die Sachbearbeiter dies gar nicht mitbekommen und nachvollziehen können. Also aus deren Sich haben sie dann die Rechnung tatsächlich nicht bekommen. In diesen Fällen müsste bei Ihnen jedoch eine entsprechende Fehlermeldung eingehen, ansonsten jedoch so etwas wie eine Eingangsbestätigung.


    Es gibt in Ihrer IT-Abteilung sicher jemanden, der sich mit der technischen Seite des Datenaustausches beschäftigt. Vielleicht können Sie gemeinsam die Ursache finden.


    Mit freundlichen Grüßen