Beiträge von AnMa

    Liebes Forum,


    wie kodieren Sie folgende Konstellation bei SHT:


    CT-Befund: Hyperdense Struktur im Bereich der rechten Kleinhirnhemisphäre - kleine Kontusionsblutung mit einem Durchmesser von ca. 5 mm.


    Vorschläge:
    S06.32 (umschriebene Kleinhirnkontusion)
    S06.8 (Sonstige intrakranielle Verletzungen) unter Beachtung der Inklusiva


    Bin bisher davon ausgegangen, dass die minimale Blutung i.R. der Kontusion entsteht und daher als Kontusion zu kodieren ist.
    Bin gespannt auf die Forumsmeinung.


    AnMa

    Hallo, zusammen


    eine Rechnungsabweisung wegen unplausiblem Entlassungsgrund hat erst mal nichts mit der PrüfvV zu tun, sondern die Kasse übt hier ihr gutes Recht aus, eine Rechnung mit den ihr zur Verfügung stehen Informationen sachlich-rechnerisch zu prüfen. Es gibt ja in jedem Haus tatsächlich Fälle, in denen der Entlassungsgrund nicht plausibel ist, z.B. wenn der Kasse bekannt ist, dass eine Aufnahme in einem weiteren KH erfolgt ist und als Entlassungsgrund keine Verlegung angegeben ist. Dann muss man ggf. seine Daten in Ordnung bringen und kann dann die Rechnung erneut senden.


    Anders sieht es natürlich aus, wenn eine Kasse diese Methode ohne jeden Anlass für alle Fälle anwenden würde, um z.B. ihre Liquidität zu beeinflussen. Dann übt sie auch ihr Recht aus, muss sich aber fragen lassen, was das soll.
    Da hilft nur schnelles konsequentes Handeln. Standardsatz "Der Entlassungsgrund ist korrekt" in MBEG oder INKA-Nachricht und Rechnung postwendend zurücksenden.


    Grüße
    AnMa

    Hallo, aufwunschgeloescht1,


    Pauschal kann man das nicht beantworten, es hängt von den individuellen Gegebenheiten ab.
    Grob gesagt kommt es für die Frage der Effizienz darauf an, was Sie mit der fallbegleitenden Kodierung bezwecken. Wollen oder müssen Sie sogar die Ärzte und Pflegekräfte in der Dokumentation unterstützen und jederzeit die aktuelle DRG, z.B. für ein VWD-Monitoring haben, dann kann es durchaus sinnvoll und letztlich auch effektiv sein.
    Es macht auch absolut Sinn bei sehr komplexen Fällen, wie z.B. auf der ITS.


    Wenn Sie allerdings eine perfekte Dokumentation haben und die DRG während des Aufenthalts nicht interessiert, dann sind Sie mit Kodierung nach Entlassung vermutlich effektiver.


    Grüße
    AnMa

    Hallo, MaK,


    mit T45.5 wäre ich vorsichtig.
    Dieser Code bezeichnet eine Vergiftung. Gemäß DKR 1916k werden diese Diagnosen nur bei irrtümlicher Einnahme oder unsachgemäßer Anwendung verwendet. Bei der "Überdosierung" müsste also zuerst geklärt werden, ob es sich ev. nur um eine unerwünschte Nebenwirkung bei vermeintlich normaler Dosierung handelt oder tatsächlich die o.a. Kriterien zutreffen.


    Grüße
    AnMa

    Hallo, Willis,


    der OPS fordert ja nicht, dass mit einer Sonderprothese nur spezielle Situationen versorgt werden. das ist zwar medizinisch der Fall, aber eben nicht klassifikatorisch. Da die Abrechnungsregelwerke lt. BSG "streng am Wortlaut" auszulegen sind, würde ich dem Inklusivum doch einige Bedeutung schenken und die ConforMis bis 2016 als CAD/CAM-Prothese mit 5-822.9* kodieren.


    Grüße AnMa

    Hallo, Fidelitas,


    die Dialyse-Leistung gehört unter bestimmten Bedingungen nicht zu den allg. KH-Leistungen. Dazu zählen auch die Medikamente, die für die Durchführung der Dialyse benötigt werden.
    Das Erythropoetin gehört nicht zwingend dazu, d.h. die Dialyse-Leistung kann auch ohne Erythropoetin erbracht werden. Insofern gehört es nicht zu den unmittelbaren Dialyseleistungen, sondern als Dauermedikation zu den allg. KH-Leistungen.
    Sinnvollerweise wird es aber während der Dialyse verabreicht. Daher geben wir es auch mit, wenn der Patient zur Dialyse geht.


    Bin gespannt, ob es andere Foristen anders handhaben.


    Grüße
    AnMa

    Hallo,
    wo ist das Problem? Der MDK, bzw. die Kasse als Herrin des Verfahrens muss Ihnen gegenüber (bzw. im sozialgerichtlichen Verfahren) beweisen, dass die Prüfanzeige rechtzeitig eingegangen ist. Das Verfliegen / die Verspätung der Brieftaube gehört zum Risiko des Absenders, nicht des Empfängers.

    Hallo, Herr Horndasch,


    da haben Sie natürlich recht, daher sprach ich ja auch von "beiden Seiten" ;)
    Ansonsten schließe ich mich SLindenau an.
    Da der MDK unseres Bundeslandes von den Kassen elektronisch beauftragt wird, wäre es zu schön gewesen, wenn wir - quasi cc - ebenso die elektronische Mitteilung bekommen hätten, die das MDK-Tool dann im besten Fall auch gleich verarbeiten kann (ja ich weiß, dass das elektronische Verfahren zwischen Kostenträger und MDK vermutlich nicht dem §301-Format entspricht). So übermittelt die Kasse dem MDK elektronisch die Prüfgründe, die der MDK dann elektronisch in in seine Prüfanzeige einfügt. Diese wird dann ausgedruckt. Dann fliegt die Brieftaube los und das KH tippt die Daten wieder ab, da es ja auch elektronisch dokumentiert...



    Grüße
    AnMa

    Hallo,


    und damit zeigt sich mal wieder, wie toll die DKG verhandelt hat. Da die meisten Kassen - zumindest bei uns - den MDK direkt beauftragen und nun auch keine Auffälligkeitsmitteilung mehr schicken müssen, bleibt es in den meisten Fällen beim Brieftaubenverfahren mit dem MDK. Der gute Ansatz der besseren Nachvollziehbarkeit von Fristen für beide Seiten ist quasi nicht vorhanden.


    Bin begeistert
    AnMa

    Hallo zusammen,


    ich stelle mal eine Gegenfrage: wenn Sie nicht den Zeitpunkt des Erstkontaktes als Aufnahmezeitpunkt setzen, wie wollen Sie die Untersuchung in der Notaufnahme, die die stationäre Übernahme auslöst, dann abrechnen ? Wenn Sie einen Datumswechsel haben, mag das ja noch gehen, dass die NFA über KV abrechnet und dann "am nächsten Tag" die stationäre Aufnahme erfolgt. Am gleichen Tag in unmittelbarer Abfolge werden Sie ein Problem mit der KV-Abrechnung bekommen. Andererseits steht eine ärztliche Leistung ohne Abrechnung im Widerspruch zur Berufsordnung.


    Grüße
    AnMa

    Hallo, Kkirsche,


    ganz so einfach ist es nicht. Da die Enzephalopathie ein eigenständiges KH-Bild darstellt, muss die Frage beantwortet werden, welches KH-Bild den stationären Aufenthalt veranlasst hat. Welche Symptome haben zur Aufnahme geführt? Sprachen die eher für eine Enzephalopathie oder für die Exsikkose. Wollte man immer nur nach dem Ursachenprinzip kodieren, so wäre vereinfacht gesagt auch die im Rahmen eines Herzinfarktes diagnostizierte KHK immer die HD oder sogar die der KHK ggf. zugrundeliegende Fettstoffwechselstörung ?
    Mit den von Ihnen gemachten Angaben zum Fall plädiere ich eher für die Enzephalopathie als HD.


    Grüße
    AnMa