Beiträge von Pietzcker

    Hallo Mikka,


    vielen Dank. Nur zur Sicherheit:


    Zitat


    Original von Mikka:
    [...] dazu ein Code der Klappe(n) mit Schädigung.


    Damit meinen Sie also einen Code wie I35.1?


    Lieber Herr Schöffend, ich würde die I33.0 dabei lassen, ein Erregernachweis ist ja zur Diagnosestellung einer Endokarditis nicht zwingend, und bei entsprechender Klinik und flottierenden Auflagerungen im TEE ist die Sache doch klar, oder?

    Hallo Herr Hollerbach + Kollegen,


    sehr spannende Diskussion, erstaunlich, dass sie erst jetzt auftritt. Ich finde die Kreuz-Stern-Lösung eigentlich recht elegant; zumindest im Text der I39.1* kommt ja das Wort \"Endokarditis\" nicht vor (allerdings bei I39.-*, so dass ich schon verstehe, warum Sie damit Bauchweh haben).


    Könnte man denn bei einer infektiösen Aortenklappenendokarditis die I33.0 zusammen mit einem Code aus I35.- kodieren? Also mit der I35.8, wenn die Endokarditis (noch) nicht zu einer Insuffizienz geführt hat, oder mit der I35.1, wenn die Klappe schon \"angefressen\" ist? (Und natürlich noch den Erreger-Code zur I33.0 dazu, wenn bekannt). Dann gibt es keine inhaltliche Überlappung zwischen den beiden Codes.

    Hallo Herr Hollerbach,


    dem möchte ich aber vorsichtig widersprechen. Unter I35 finden sich die Klappeninsuffizienz und -stenose und andere Probleme der Hämodynamik - darunter dann die .8 (sonstige, nicht näher bezeichnete...) zu nehmen ist doch ziemlich am Ziel einer möglichst spezifischen Kodierung vorbei.


    Ich sehe zwar auch im alphabetischen Verzeichnis, dass beim ersten Auftauchen der Endokarditis (als Unterpunkt unter \"Aortenklappe\") die I33 nicht dabei ist, wohl aber, wenn man nach \"Endocarditis\" sucht oder nach \"Endokarditis\" als Hauptknotenpunkt. Im alphabetischen Verzeichnis 2007 in Zeile 27233ff... und eine infektiöse Endokarditis ist wohl das Wahrscheinlichste, daher die Frage:


    Herr Schöffend, gibt es einen Keimnachweis oder einen sonstigen Hinweis auf eine infektiöse Genese?


    Viele Grüße
    Tim Pietzcker

    Ich hatte die J36 noch gar nicht angeschaut. Da steht ja \"Peritonsillarabszess\" bzw. Phlegmone. Das dürfte ja eher nicht zutreffen, oder? Und ja, bei der Mononukleose gehören die dicken Mandeln sozusagen gratis dazu - wenn man die rausbaut, ist der Therapie möglicherweise nicht die optimale Diagnostik vorausgegangen :), aber ist halt nun mal so gewesen. Ich denke auch, die J36 kann/sollte man weglassen, die B27.0 bleibt HD.


    Viele Grüße

    Na da hat der MDK druckreifen Schwachsinn geschrieben. B27.0 ist der Code für die Erkrankung \"Mononukleose\", und natürlich kann/muss der als Hauptdiagnose kodiert werden. Der Kollege scheint das mit B95-97 verwechselt zu haben.

    Zitat


    Original von E_Horndasch:
    also haben wir all die Jahre falsch kodiert, bzw. einen falschen medizinischen Terminus verwandt.


    Direkt falsch war er ja nicht, nur unspezifisch - und da er im Gegensatz zu vielen anderen unspezifischen Codes trotzdem cc-relevant war, ist das auch verständlich (wozu unnötigen Aufwand betreiben?). Jetzt muss man halt auf jeden Fall angeben, wo\'s denn zwickt. Die Kodierqualität steigt mal wieder, juhu.


    Kann ich nicht so recht nachvollziehen - eine akute Zystitis kann auch bakteriell sein (was heißt kann - meistens ist sie\'s). Was im Volksmund als \"chronische Blasenentzündung\" läuft, ist vielmehr eine rezidivierende und genauso bakteriell (endogene Re-Infektion).


    Viele Grüße

    Zitat


    Original von T. Flöser:
    Die Gespräche sehe ich schon vor mir: N30.0 nur bei NACHGEWIESENER HARNBLASEN-Infektion. Wenn wir nicht beweisen können, dass es spezifisch die Harnblase ist, MÜSSEN wir den unspezifischeren N39.0 nehmen...


    Naja, wie gesagt - was soll es denn sonst sein? Wenn ich einen ordnungsgemäß gewonnenen Mittelstrahlurin habe, dann werden damit Erreger \"ab Harnblase aufwärts\" nachgewiesen (Urethra ist ja \"leergespült\"). Bleibt also die Frage Zystitis vs. (Pyelo-)nephritis. Und so lange es keine weiterführende Diagnostik gibt, die auf die schwerwiegendere Pyelonephritis hindeutet, bleibt die Zystitis übrig.


    Andererseits dürfte es ja auffallen, wenn sich plötzlich das Kodierverhalten einer Klinik radikal ändert, ohne dass sich die ICD-Systematik geändert hat. Da dürfte doch der MDK hellhörig werden, bevor einer \"Upcoding\" sagen kann... :)