Beiträge von merguet

    Moin,

    die Variante gibt es auch so, dass dem KH A alle Mehrkosten abgezogen werden bis zum völligen Verfall des gesamten Erlöses. Offensichtlich wird die Variante gewählt, die einfacher ist.

    Einen Prüffall gibt es dabei regelmäßig nicht.

    Vll. hilft in diesem Zshg. SG Altenburg:

    • SG Altenburg, Urteil vom 21.09.2018 – S 13 KR 868/18 (Wohnortnahe Verlegung von Maximal- zu Grundversorger)

    oder

    • SG Wiesbaden, Urteil vom 14.08.2018 – S 14 KR 226/16 (Verlegung in Weaningzentrum)

    Gruß

    merguet

    Guten Morgen,

    Der Organbezug ist allgemein anerkannt. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das System und führt regelmäßig dazu, dass Sternum-Infektionen in die L02 statt in die T81.4 gebracht werden. Gegenwehr vor Gericht war erfolglos. Nun ist es mal andersrum, nun soll die Komplikation das einzig richtige sein?

    Einige Beispiele habe ich bereits gegeben. Auch bei den Neubildungen steht z.B. im ICD Hinweis zu Kap. II BNB ektopen Gewebes sind entspr. der Lokalisation zu verschlüsseln. Zusätzlich müssen dann Morphologie und Verhalten bewertet werden. Keine dieser Regeln ist einschlägig. Hauptproblem ist m.E. eine seit Jahren bestehende Vernachlässigung einer präzisen Definition von T-Codes.

    Dort, wo das passiert, ist die Situation geklärt (Beispiel PEG).

    In allen anderen Fällen wird regelmäßig die billigere Variante gegen das KH verwandt.

    Ich suche derzeit eine konzise Argumentation. Ich mach alles mit, aber nicht einmal diese und einmal jene Variante.

    Gruß


    merguet

    Tag findus,


    Danke soweit, ich versuche mal meine Interpretation, wobei ich die konkurrierenden HD sekundär bewerte:


    Nach SEG4 KDE 193 war die L08 solange der T85 vorzuziehen (Spezifischer mit Organbezug), bis ab 2018 der Code T85.74 spezifischer die konkrete PEG-Infektion angegeben hat.


    Nach SEG4 KDE 249 ist die N10 spezifischer als die Komplikation.


    In der MDK-Begehung wurde regelmäßig statt der T81.4 die L02 gefordert unter Bezug auf die DKR 1905. Dort steht, dass die S-Codes den T-Kodes vorzuziehen sind, das spezifischer mit Organbezug.


    Nach DKR D015 seien ausgewählte Diagnosen vor dem T-Kode als HD anzugeben, die T-Kodes als ND, wobei hier die I70.25 nicht bewertet wird.


    alles analoge Konstellationen, bei denen wir i.d.R. den Organbezug wählen sollen, wenn dieser spezifischer ist.


    Unter dem Aspekt konkurrierender HD bleibt noch: Mehrere Revision, dies nicht wegen Stumpfnekrose, sondern m.E. wegen schlechter Wundheilung auf Basis der Grunderkrankung. Und dann noch die Gegenseite ebenfalls betroffen.


    Gruß


    merguet

    Sehr geehrte Mitstreiter,


    ein Patient mit paVK z.N. Amputation rechts wird mit Nekrosen am Amputationsstumpf aufgenommen und dort mehrfach revidiert.

    gleichzeitig besteht eine Nekrose am linken Fuß, aus der sich im Verlauf eine Phlegmone entwickelt.

    HD hier I70.25. MDK Forderung: T87.5 Nekrose Amputationsstumpf.


    üblicherweise, z.B. bei Wundheilungsstörungen am Sternum fordert der MDK die L02 statt der T81.4 mit der Begründung, der Organbezug sei spezifischer und weist auf DKR 1905 hin. Hier fordert der MDK nun die T-Diagnose. Nun wäre bei der I70.25 auch der Organbezug genauer, allerdings mit dem Unterschied, dass zwar in der T-87 spezifisch auf den Amputationsstumpf hingewiesen wird, aber kein konkreter Lokalisationsbezug (Arm, Bein, Weichteil) abzuleiten ist. Hingegen ist in der I70.25 das Organ und die Lokalisation spezifischer (Becken-Bein und Gefäß + Seite).


    Zudem ist die linke Seite auch erkrankt und im Verlauf auch behandlungsbedürftig, wenngleich nicht operativ.


    Ich bitte um Ihre Kommentare


    Gruß


    merguet

    Werte Foristen,


    ich greife den Thread noch einmal auf.

    Kassen tragen regelmäßig vor, dass die T86.1* nicht mit der Z94.0 kombiniert werden darf, da die Komplikationen bei Transplantaten im Hinweis zu Z94.0 ausgeschlossen sind. Streicht man die Z94.0, führt das regelmäßig dazu, dass die keine DRG mit Z.n. Organtransplantation mehr getroffen wird. Der Zustand nach NTX verändert sich ja auch nicht, v.a., wenn sich das Transplantat verschlechtert.

    Im konkreten Fall wurde der Patient mit zunächst nicht beeinträchtigter Nierenfunktion wegen Sepsis (A41 + Z94) aufgenommen. Im Verlauf verschlechterte sich das Transplantat, daher auch T86.1. Schließt die T86 dann automatisch und immer die Z94 aus?


    Gruß


    merguet

    Moin,


    ich fürchte, diesen Satz werden wir auch in 10 Jahren noch lesen.

    Zitat

    In ca. 10 Jahren ersetzen Digitalisierung und künstl. Intelligenz die Arbeit von Kodierfachkräften, MDK-Gutachtern und Medizincontrollern in vielen Bereichen.


    Parkinson leitete übrigens die Schlussfolgerung ab, dass immer so viel Arbeit da ist, wie Zeit zu ihrer Erledigung zur Verfügung gestellt wird.


    Gruß


    merguet

    Vielen Dank soweit,

    in der Tat lag die Vordiagnostik (von extern) hier vor, wurde aber im aktuellen Aufenthalt sachgerecht nicht wiederholt. Genau da setzt die Argumentation der Prüfer an, da der abdominelle Abschnitt im aktuellen Aufenthalt keinen Aufwand verursacht habe.

    Ich bleibe allerdings dabei: Auch bei der KHK würde man ja nicht die I2513 kodieren, wenn der Patient nur 1 Stent bekommt.

    Gruß

    merguet