Beiträge von DRG-Schlumpf

    "Eine akute Immobilisierung entsteht aufgrund eines Akutereignisses (»ICD M96.88 DIMDI: ICD M96, 2008">[Blockierte Grafik: http://www.geriatrie-drg.de/dkger/Images/link_dimdi.jpg]D">«) oder Akuteingriffes (»ICD Z48.8 DIMDI: ICD Z48, 2008">[Blockierte Grafik: http://www.geriatrie-drg.de/dkger/Images/link_dimdi.jpg]D">«, »ICD Z98.8 DIMDI: ICD Z98, 2008">[Blockierte Grafik: http://www.geriatrie-drg.de/dkger/Images/link_dimdi.jpg]D">«). Ein Akutereignis ist z.B. ein akut blutendes Magenulkus mit anschließender Intensivbehandlung und konsekutiver Schwächung des Patienten. Ein geriatrietypischer Akuteingriff ist eine TEP-Implantation nach Schenkelhalsfraktur mit nachfolgender Kraftminderung der hüftumgebenden Muskulatur."


    Dies ist ein Zitat aus dem Online-Kodierleitfaden Altersmedizin. Hier wird also die akute Immobilisierung nach einer Operation beschrieben. Und der Aufwand, der betrieben werden muss, um den Patienten nach einer akuten Immobilisierung wieder zu mobilisieren!
    Der Originaltext im ICD lautet: sonstige Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems nach medizinischen Maßnahmen, das ist etwas völlig anderes als die R26.3 Immobilität, die als Inclusivum die Bettägerigkeit und das Angewiesensein auf einen Krankenstuhl enthält.


    Dadurch, dass hier sogar zwei Operationen erfolgt sind, also in die Phase der Immobilisation nach Implantation eines Gammanagels wegen der Lockerung noch Implantation einer TEP mit nachfolgender Immobilisation, scheint der Code in dem o. g. Fall besonders gerechtfertigt.
    Der Muskelabbau setzt ja bei alten Menschen viel schneller ein als beim jungen Menschen und somit ist ein gezielter Aufbau um die Selbstständigkeit wiederzugewinnen sehr sehr wichtig.


    Auch der aktuelle Kodierleitfaden vom Bundesverband der Geriatrie enthält die Empfehlung eine Immobilität so abzubilden. Wie sonst lässt sich dies verschlüsseln?


    Gruß vom
    DRG-Schlumpf

    Guten Tag liebe Forumsmitglieder,


    ich habe eine Frage an die neurochirurgischen Experten.
    Ein Patient wurde an einer Facettencyste operiert, die auch Tarlovcyste genannt wurde. Ich kenne mich in diesem Gebiet so gar nicht aus.
    Wie kodiert man diese Diagnose? Wir haben die G96.8 sonstige näher bezeichnete Krankheiten des Zentralnervensystems gewählt. Unsere Neurochirurgen wählen die G06.1 intraspinaler Abszess und intraspinales Granulom.
    Im OP-Bericht steht: mühsames Herausschäle aus der S1er-Nervenwurzel, aus einer zystische Struktur, es entleert sich schleimige gallertartige Flüssigkeit - die Zyste geht jedoch bis ventral unter den Duralschlauch, sie kann vollständig entfernt werden.
    Wer kennt sich aus und kann helfen???


    Gruß vom
    DRG-Schlumpf

    Hallo,


    selbstverständlich kam der Patient mit Bauchschmerzen, aber das Karzinom macht ja keine Bauchschmerzen, wenn es nicht Ursache für eine Perforation wäre und behandelt wurde er, als hätte er eine Appendizitis, wobei der klinische Befund der Appendix dies auch unterstützt hat. Hätte man gewusst, dass es sich um ein Karzinom handelt, hätte man ja gleich operiert. Und wäre die Histologie vor der Entlassung da gewesen, hätte man auch direkt noch mal operiert und dann wäre die HD auch klar. Aber der Patient war schneller als die Histo ... (gutes Entlassungsmanagement).


    Mit freundlichen Grüßen
    DRG-Schlumpf

    Guten Morgen,


    wie soll man beweisen können, dass die Appendizitis eine Komplikation des Karzinoms ist?


    Aus meiner Sicht führte die Appendizitis zur stationären Aufnahme und wurde mittels Appendektomie behandelt.
    Die Histologie führte zu dem Zufallsbefund Karzinom, der einen weiteren Aufenthalt bedingt und deswegen die HD für den zweiten Aufenthalt ist.


    Aber ich bin beeindruckt, dass dies tatsächlich nicht so eindeutig ist, wie ich glaubte. Ich bin natürlich auch befangen, weil ich überhaupt nicht einsehe, dass man die beiden Fälle zusammenführt und wir sozusagen 2 OPs zum Preis für eine anbieten. Genau dies ist natürlich das Anliegen für die Kasse, den Fall anzufragen. Aber das ist auch nicht das, was der Gesetzgeber gemeint hat als die Fallzusammenführung bei gleicher Basis-DRG innerhalb der OVD Gesetz wurde. Denn wir haben keinen Patienten frühzeitig entlassen und seine Krankheit nicht zu ende behandelt, sondern der Patient hatte Läuse und Flöhe. Manchmal denke ich, man sollte sich bei allen den Diskussionen zurückbesinnen darauf, was sich jemand dabei gedacht hat, als das Gesetz oder die FPV geschrieben wurde. Aber da es natürlich laut Fallpauschalenverordnung keine Ausnahmen gibt, müsste man bei gleicher HD und gleicher Basis-DRG die Fälle zusammen führen. Aber bei der Definition der HD sind manche dann eben doch befangen.


    Gruß vom
    DRG-Schlumpf

    Guten Morgen Atax,
    gibt es :) .
    Ist mit ein bisschen Aufwand verbunden und fordert, dass in jeder Fachabteilung alle behandelten Nebendiagnosen kodiert wurden und alle Prozeduren datumsbezogen erfasst wurden.
    Dann muss man jede Fachabteilung einzeln groupen (mit der jeweils korrekten Fachabteilungshauptdiagnose) und bekommt je Fachabteilungsaufenthalt eine eigene DRG. Alle Relativgewichte zusammenzählen und mit dem RG der tatsächlichen DRG korrelieren und entsprechend aufteilen.
    Ich find's genial, aber nicht trivial. Ein Kollege nutzt dafür den 3M-Fileinspector. Meines Wissens soll dies Modell evt. in den Fileinspector integriert werden.


    Gruß vom
    DRG-Schlumpf

    Guten Tag liebe Forumsmitglieder,


    ein Patient wird wegen einer akuten Appendizitis operiert und wird 4 Tage später entlassen. Nach Entlassung kommt die Histologie Appendixcarcinom (hat das Patientenmanagement also nicht beeinflusst), zwei Tage später die Wiederaufnahme und Nachresektion. Muss der erste Fall mit der Diagnose Appendixcarcinom kodiert werden und die Fälle dann zusammen geführt?
    Oder darf ich die Appendicitis kodieren im 1. Fall?


    fragt sich der
    DRG-Schlumpf

    Hallo Herr Dr. Fischer,


    danke für Ihre Antwort. Die O24.0 ist eben nicht korrekt, da der Diabetes vorher nicht bestanden hat. Somit bleibt nur die O24.4, die ja nur besagt, dass der Diabetes während der Schwangerschaft auftritt, dass es sich um einen Gestationsbedingten Diabetes handeln kann, steht ja sozusagen im "Kleingedruckten", oder?
    Auch wenn es sich um eine Diabetesdiagnostik und -einstellung handelte und die Schwangerschaft nur konsiliarisch mitbetreut wurde, kann man nach Ihrer Ansicht die E10 als Hauptdiagnose also nicht vertreten, oder?


    Gruß vom
    DRG-Schlumpf