Beiträge von SKoch

    Hallo!


    ich habe bei den Kollegen des INEK einmal nachgefragt, wie Angaben wie z.B. V_801_08 ≠ 1 zu verstehen sind.

    Hier die Antwort:


    "Bei der von Ihnen genannten Variable „V_801_08 ≠ 1“ handelt es sich um eine rein technische „Schaltervariable“. Im Rahmen der Weiterentwicklung des G-DRG-Systems für 2019 wurde die die Zuordnung in die MDC 24 an einigen Positionen sehr komplex umgebaut. Dies hätte für den Anwender eine nicht mehr nachvollziehbare Darstellung im G-DRG-Definitionshandbuch zur Folge gehabt. Um dies zu vermeiden, wurde ein technisch anderer Weg gewählt, der den Grouperherstellern im Rahmen der Zertifizierung in den Spezifikationen erläutert worden.


    Grundsätzlich erfolgt im G-DRG-System die Zuordnung eines Falles zu einer MDC über die Hauptdiagnose. Wenn also für einen Fall operative Prozeduren mit einem Bezug zur Hauptdiagnose kodiert werden, sind sie in der Regel in einer DRG ihrer typischen MDC differenziert abgebildet. Fälle mit einer OR-Prozedur ohne Bezug zur Hauptdiagnose würden – ohne die MDC 24 Sonstige DRGs – trotz operativer Behandlung konservativen DRGs in der medizinischen Partition einer MDC zugeordnet. Deshalb werden bereits seit dem ersten G-DRG-System diese systemweit auftretenden Fälle mit einer operativen Prozedur ohne Bezug zur Hauptdiagnose in den Basis-DRGs 801 (bis 2016: 901) Ausgedehnte OR-Prozedur ohne Bezug zur Hauptdiagnose und 802 (bis 2016: 902) Nicht ausgedehnte OR-Prozedur ohne Bezug zur Hauptdiagnose abgebildet. Im Rahmen der Weiterentwicklung des G-DRG-Systems 2019 wurde erstmals umfassend die Möglichkeit einer hauptdiagnoseunabhängigen Zuordnung typischer Fallkonstellationen zu den MDCs mit Organbezug genutzt. Detaillierte Informationen und Hintergründe zu diesem Thema können Sie im Abschlussbericht zur Weiterentwicklung des G-DRG-Systems für 2019 (Kapitel 3.3.2.28 Sonstige DRGs) nachlesen, zu finden unter https://www.g-drg.de/Archiv/DR…r_2019_Datenjahr_2017#sm7."



    Ich hoffe, das hilft allen weiter.


    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo


    das ist in der Tat immer komplexer....

    ich habe einmal versucht, eine Tabelle zu erstellen mit den wesentlichen Unterschieden. Sie finden das anbei.

    Ich bin auch nicht sicher bei den neu eingeführten Begriffen der Einheiten, das wird sicher wieder etwas für die Juristen.


    "Schuld" an den Kodes ist das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG:(

    Änderung des § 39 SGB V„ Zur Krankenhausbehandlung gehört auch eine qualifizierte ärztliche Einschätzung des Beatmungsstatus im Laufe der Behandlung und vor der Verlegung oder Entlassung von Beatmungspatienten.“


    Änderung des § 6 Absatz 2a Krankenhausentgeltgesetz


    Solange für eine längerfristige Beatmungsentwöhnung noch kein Zusatzentgelt nach § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 kalkuliert werden kann, ist hierfür ab dem Jahr 2021 ein gesondertes krankenhausindividuelles Zusatzentgelt zu vereinbaren; Satz 2 gilt entsprechend.“


    Korrekturen an der Tabelle nehme ich gern entgegen. Sie erfasst auch nicht vollständig alle Merkmale der Kodes.


    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo!


    Ist Ihnen bewusst, dass die Methode derzeit nicht erlaubt ist?


    Bitte lesen Sie hierzu die ausführliche Information des BfarM:

    Quelle: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2020/RI-FMT.html

    Zitat:

    „Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens mit SARS-CoV-2 und eines möglichen oral-fäkalen Übertragungswegs sind ab sofort folgende Maßnahme zur Minimierung des Risikos einer Übertragung von SARS-CoV-2 durch FMT einzuhalten:

    Die Gewinnung von Spenderstuhl und Herstellung von fäkalen Mikrobiota-Transplantaten sind bis auf Weiteres auszusetzen.

    Eine Behandlung mit FMT – im Rahmen von klinischen Studien oder als individueller Heilversuch – sollte generell ausgesetzt werden. Eine Anwendung von FMT sollte nur im Ausnahmefall bei einer rezidivierenden Infektion mit Clostridioides (früher Clostridium) difficile nach Ausschöpfung der alternativen Behandlungsoptionen, wie orale Antibiotika (z.B. Vancomycin, Metronidazol, Fidaxomycin) oder monoklonale Antikörper (wie z.B. Bezlotoxumab®) durchgeführt werden. Für die Anwendung der FMT in medizinisch begründeten Einzelfällen sollte nur noch auf Stuhlpräparate zurückgegriffen werden, bei welchen der Stuhl vor dem 01.01.2020 gespendet wurde.“


    Selbst die Studienzentren für die FMT sehen nach M.K derzeit von einer Durchführung ab.


    Und zu den OPS:




    Ein 5er Kode kommt hier nicht in Frage, das ist wohl kaum eine OP, sondern ein interventioneller Eingriff.



    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo!


    Danke an geoff. ;) Da im Grunde alles ein Politikum ist, bleibt an der "Basis" ohnehin nur abwarten und ein ruhiger Pragmatismus.

    Allerdings muss ich mir noch den Kommentar erlauben, dass die DKG ohnehin gegen alles Bedenken hat, was nicht aus der eigenen Feder stammt. Dabei hat sie ganz offensichtlich ohnehin den besseren Zugang zu unserem Gesundheitsminister :/ Es ist schon komisch, was so ein Virus noch alles kann, außer krank zu machen.


    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo!


    Meine Informationen stammen vom GKV Spitzenverband. Tatsächlich ist korrekt und aktueller Stand, was ich vorher gepostet habe. Und im Gesetz steht auch (wenn man es komplett liest) , wann der Spitzenverband was melden soll und wie das zustande kommen soll. Eine Statistik ist erst mit Material möglich und so müssen natürlich erst die KK dem Verband ihre Prüfzahlen melden, damit eine Statistik überhaupt möglich ist. Ja, das hätte man vorbereiten können, bevor das alles an den offiziellen Start geht. Aber die Politik wollte das ja nicht. Also gibt es für die ersten Monate keine konkreten offiziellen Zahlen. Sei es drum.


    Tatsächlich brauchen sich die KH im Grunde keine allzu großen Gedanken um "ihre" 5 % zu machen. Denn die Einhaltung der PQ wird vom Spitzenverband und vom MDK überwacht (was auch so im Gesetz steht). Die Kassen stornieren die überzähligen Aufträge, das ist und bleibt ihre Aufgabe. Ein Storno oder eine Fallrückgabe durch die KH ist nicht zulässig! Auch wenn das manche einfach nicht verstehen wollen ;)


    Und noch ein Gedanke/ Hinweis: Es handelt sich um eine durchgehende Vorquartals-Regelung. Haben Sie in einem Quartal viele Prüfungen und senden aber in diesem Quartal auch weniger Rechnungen (z.B. wegen "Sommerloch"), dann wird es im Folgequartal auch weniger Prüffälle geben. Selbst wenn Sie dann sehr viele Rechnungen senden. So gesehen könnten dann die KK schimpfen, weil sie dann statistisch weniger als 5% prüfen dürfen.....Das ist nun einmal die Crux mit der Vorquartals-Regelung.


    Aber nun mal ein ungefilteter Kommentar von mir:

    Seien Sie mir nicht böse, aber interpretieren kann man längstens alles, selbst das SGB V bietet Interpretationsspielraum. Und ganz ehrlich? Die Kassen sind doch diejenigen, die einfach so hinnehmen müssen, dass die schwarzen Schafe unter den KH nun abrechnen dürfen, was und wie sie wollen. Die ganz offensichtlich falsche Rechnungen nicht mehr prüfen dürfen, wenn ihre PQ erreicht ist. Wer macht sich denn dann Gedanken um die Arbeitsplätze der Kassenangestellten, wenn bald die Beitragssätze nach oben schnellen müssen (nicht wollen!) und es zu einem weiteren Kassensterben kommen wird ? Oder wer denkt an die Versicherten, die diese Beitragssätze werden bezahlen müssen ? Wozu die Sozialgerichte bemühen, um sich um 0,1 % zu viel Prüfung zu beklagen??? Bitte, das geht doch echt an der Wirklichkeit vorbei.

    Nebenbei gibt es durchaus KH, deren PQ ohnehin unter 5 % liegen........:)


    Bleiben wir alle einfach pragmatisch. In einem halben Jahr sind wir alle schlauer.


    Viele Grüße (und jetzt gern los schimpfen) ;)



    SKoch

    Hallo,


    das ist leider so nicht richtig und ich muss mich auch selber etwas korrigieren.



    1. Maßgeblich ist die Anzahl der Schlussrechnungen aus Q III 2019 für die Ermittlung der 5% in Q I 2020.

    2. Mehrere Schlussrechnungen in einem Fall in einem Quartal zählen als eine Schlussrechnung

    3. Mehrere Schlussrechnungen in einem Fall z. B. am 30.03.2020 (Q I) und eine neue Schlussrechnung am 01.04.2020 (Q II), zählen als zwei Schlussrechnungen, außer die zweite Schlussrechnung war eine korrigierte Rechnung nach MD-Gutachten, diese darf nicht als neue Schlussrechnung zählen.


    Es ist ganz schön kompliziert, aber leider Ergebnis politscher Schnellschüsse mit auch noch ständigen Änderungen.


    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo!


    Das ist aus meiner Sicht eindeutig. Es gilt immer der Wortlaut, zumindest handeln spätestens Sozialgerichte nach dieser Prämisse.


    "... 2020 darf ... Krankenkasse bis zu 5 Prozent der bei ihr je Quartal eingegangenen Schlussrechnungen für vollstationäre Krankenhausbehandlung .... prüfen lassen"


    Ergo: 5 % der eingegangenen (Erst-)Schlussrechnungen innerhalb des Quartals. Es gilt das Rechnungseingangsdatum bei der Kasse


    Raum für Interpretation gibt es da nicht.


    Rechnungen, die noch 2019 bei der KK eingegangen sind, werden nicht auf die PQ angerechnet.




    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo zusammen,


    als ärztliche MedCo einer (nicht grünen) Krankenkasse würde ich gerne einmal folgendes sagen:


    Es wäre sehr hilfreich für uns, wenn wir keine weiteren Listen über zurück gegebene Prüffälle von den KH erhalten würden. Derzeit schreiben uns viele KH an und geben selber Fälle zurück. Die Prüfung wird durch die Krankenkassen veranlasst und folglich auch durch uns storniert. Es macht uns nur unnötig Arbeit, wenn wir jetzt auf diese Schreiben reagieren sollen. Auch die Krankenkassen sind Teil der Corona-Krise und wir haben genug zu tun, die stationären Rechnungen schnellstens zu zahlen und die Versorgung der Menschen sicher zu stellen . Die Umsetzung der sich ständig wechselnden gesetzlichen Regelungen nur nebenbei erwähnt.


    Ich möchte auch schon einmal darauf hinweisen, dass stornierte Fälle keine Aufwandspauschalen auslösen. Es wäre sehr nett, wenn sich das herumsprechen würde.


    Ich verstehe, dass die gesetzlichen Regelungen nicht allen KH unmittelbar zur Verfügung stehen und hier ist gerade wahnsinnig viel Bewegung.


    Die KH können aber u.a. bei der DKG und auch den Seiten des Gesundheitsministeriums alle erforderlichen Informationen erhalten! Es wäre sehr hilfreich für uns, wenn sich alle erst einmal informieren würden, bevor sie uns anschreiben. Ja, es gibt Unklarheiten, auch für uns. Das liegt daran, dass hier von Seiten der Gesetzgebung sehr schnell und mit heißer Nadel gestrickt wurde . Wenn wir aber zusammen arbeiten, dann bekommen wir das hin. Es spricht nichts dagegen, auch mal bei einer KK an zu rufen, wenn man sich nicht sicher ist. Das erspart uns und Ihnen Arbeit. Und wir sind auch nett ;)


    Ganz lieben Dank und bleiben sie gesund!


    Viele Grüße


    SKoch

    MedCo

    Hallo!


    Das soll weder verbreitet, noch veröffentlich werden. Ich brauche für interne Zwecke diese Literatur. Eine einfache private Nachricht würde hier ja reichen. Ich würde mir den Gang an die Uni-Bibliothek abends nach meinem Vollzeitjob gern ersparen. mehr nicht.


    Muss aber natürlich nicht ;)


    Viele Grüße


    SKoch

    Hallo zusammen und einen schönen Wochenstart,


    hat jemand aus dem Forum ggf. Zugriff auf folgenden Artikel im Volltext?


    Hospital quality variation matters – A time-trend and cross-section analysis of outcomes in German hospitals from 2006 to 2014

    Christoph Pross,Reinhard Busse,Alexander Geissler

    Health Policy 2017, 121 (8): 842-852

    https://doi.org/10.1016/j.healthpol.2017.06.009


    Ich würde mich freuen.


    Viele Grüße


    SKoch