Beiträge von C-3PO

    Hallo Findus und kodierer2905,


    und vielen Dank für Ihre Rückmeldungen!

    Mein erster Gedanke war "eigentlich ist es zu wenig für 5-394.0, wenn nur die Blutung aus Weichteilgewebe gestillt wurde". Aber es stimmt - der Code heißt doch einfach "Operative Behandlung einer Blutung nach Gefäßoperation". Wir sind so oft darauf hingewiesen worden, dass die Abrechnungsvorschriften streng nach Wortlaut auszulegen sind. Warum sollte es in diesem Fall anders sein?


    Alle Gegenargumente sind natürlich weiterhin herzlich willkommen!


    Viele Grüße.

    Guten Tag zusammen!


    Ich hoffe, dass meine Frage zum OPS 5-394.0 (Revision einer Blutgefäßoperation: Operative Behandlung einer Blutung nach Gefäßoperation) hier passt.

    Ist damit gemeint, dass die Blutung zwingend im Bereich der Gefäßnaht aufgetreten sein muss ?


    Konkreter Fall: Z. n. femoro-poplitealen I in Situ Bypass-Rekonstruktion mit Hamatombildung in distaler Wunde. OP-Bericht: Der Eingriff erfolgt in Rückenlage. Nach Hautdesinfektion und sterilem Abdecken perforiert das Hämatom spontan auf dem Operationstisch. Entfernung des Nahtmaterials, Hämatomentlastung und Inspizieren der Wunde. Hierbei wird festgestellt, dass die Bypassanastomose dicht ist. Es zeigt sich eine diffuse Blutung aus der Muskulatur sowie eine einzelne spritzende Blutung im Bereich der Faszie. Es erfolgt nun eine intensive Blutstillung. Danach ist Bluttrockenheit gegeben. Der Bypass pulsiert kräftig und gut. Platzieren einer Redondrainage. Platzieren eines hämostyptischen Schwammes. Danach schichtweiser Wundverschluss. Dabei wird darauf geachtet, dass die Faszien den Bypass nicht einengen. Abschließende Donati Rückstichhautnaht.


    Reicht dieser Sachverhalt für 5-394.0 aus?


    Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldungen!

    Guten Tag zusammen,


    ich möchte Sie um Rat bzgl. der Kodierung im folgenden Fall bitten.

    OP bei postoperativer Spondylitis L3/4. Im präoperativen MRT-Befund war ein intraspinaler Abszess nicht erkenntlich.


    OP-Bericht (Auszug): Umlagern des Patienten in Bauchlage und Lagerung auf dem Wirbelsäulenrahmen. Nach Überprüfung auf regelrechte Lagerung Desinfektion, sterile Abdeckung. Nach Team-Timeout wird zunächst die Wunde excidiert, schlaffes Granulationsgewebe mit dem Luer entfernt. Der gesamte Wundgrund bzw. die sichtbare paravertebrale Muskulatur wird angefrischt. Die Instrumente werden separat wieder abgegeben. Es erfolgt Handschuhwechsel. Erweiterung des Zugangsweges nach proximal wie auch distal. Teils stumpfes, teils scharfes Abschieben der Muskulatur. Man trifft auf schlaffes Granulationsgewebe, makroskopisch nicht eindeutig infiziert. Anteile davon werden zur Histologie eingesandt. Bei der weiteren Präparation Abschieben der Weichteile von den Wirbelbögen bis zu den Zwischengelenken. Es entleert sich rechtseitig ein Abszess. Entnahme eines Abstriches. Das Weichteilgewebe wird großzügig excidiert bzw. debridiert. Spülung des Operationsgebietes. Einstellen des 1. Lendenwirbelkörpers unter Durchleuchtung in zwei Ebenen.

    [ ... Im weiteren Verlauf erfolgt Laminektomie L3 und L4 und dorsale Instrumentation durch Schrauben-Stab-System. Die Dura bleibt verschlossen.]


    Ist in diesem Fall die Kodierung G06.1 (Intraspinaler Abszess und intraspinales Granulom Inklusiva: epidural, extradural) korrekt oder befindet sich der Abszess noch klassifikatorisch im "oberflächlicheren" Weichteilgewebe?


    Vielen Dank im Voraus!

    Hallo Stahlwollschaf,

    das ist wie mit allen anderen Nebendiagnosen - wenn Nachweis und Aufwand da sind, wird kodiert.

    Für Z91.1 muss man übrigens nicht unbedingt dement sein :-)

    Aus meiner Erfahrung kann das insbesondere bei kurzen Aufenthalten - manchmal - helfen, den Fall für die Kasse nachvollziehbar zu machen (also ist eher für die Begründung der Notwendigkeit und Dauer "interessant"). Aber wie gesagt, oft zeigen sie sich dadurch gar nicht beeindruckt.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,


    ich möchte diesen alten Thread aufwärmen, da ich einen nicht ganz so, aber doch sehr alten Fall „geerbt“ habe, der den Verjährungsfristen bisher getrotzt und nun mich eingeholt hat.


    Der Sachverhalt: pertrochantäre Femurfraktur mit PFNA versorgt, jetzt Pseudarthrose. PFNA wird entfernt und eine zementierte Totalendoprothese implantiert. Nun der Streitpunkt. „Freipräparieren des Pfannenrandes. Danach Auffräsen der Pfanne bis Gr. 50. Der Versuch, eine zementfreie Allofit-Pfanne einzubringen, gelingt nicht, da die Knochenstruktur sehr weich ist. Daher Entschluss, eine zementierte Pfanne einzubringen. Es wird eine zementierte 48er Pfanne Fa. Zimmer eingebracht.“


    Frage: würden Sie in diesem Fall zusätzlich zum OPS für Hüft-TEP-Implantation einen OPS für Pfannenwechsel (in diesem Fall 5-821.22) eingeben? Ich habe da Zweifel.


    Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung!

    Hallo zusammen,


    nach einer erneuten schlaflosen Nacht 😊 kann ich mir der Argumentation von medman2 doch anschließen, denn wenn man nur reine Katalogtexte vergleicht:


    T89.03 Komplikationen einer offenen Wunde: Sonstige

    T81.8 Sonstige Komplikationen bei Eingriffen, anderenorts nicht klassifiziert


    sehen beide Codes unspezifisch aus („sonstige Komplikationen“), mit dem Unterschied, dass es bei T81.8 immerhin um die Eingriffe geht.


    Vielen Dank noch einmal!

    Hallo zusammen,


    und vielen Dank für Ihre Rückmeldungen.


    Die Überschriften zu T80-T88 vs. T89-T89 sind in der Tat einleuchtend. Allerdings wenn ich die Beispiele zum T81.8 im systematischen Katalog anschaue, kommt mir der Code als eine Art „Sammelbecken“ vor – „Komplikation bei Inhalationstherapie“ passt nicht wirklich ins Bild, wenngleich ich mir ein Emphysem und eine postoperative Fistel schon in der klassifikatorischen Nähe einer Wundheilungsstörung vorstellen kann. Bei T89.03 ist das Problem – verzögerte Wundheilung – gerade bei Namen genannt. Was nicht ganz passt ist die Überschrift (Komplikation eines Traumas). Geht man also von oben nach unten, landet man gar nicht bei T89. Auf der anderen Seite: die einzige Hürde ist die Definition eines Traumas. Kurzum, ich bin immer noch unschlüssig 😊


    Z91.1 spielte hier sicher eine Rolle. Diesen Code geben wir ein, wenn die entsprechende klinische Dokumentation vorhanden ist. Das beeindruckt die Kassen allerdings nur selten …


    Viele Grüße!

    Guten Morgen zusammen,


    es ist ein altes Thema. Patient wird aufgrund der „problematischen Versorgung der postoperativen Wunde“ und Non-Compliance aus der Reha in die Chirurgie verlegt. Bei Aufnahme wird eine saubere Wunde am Bauch 10 x 8 x 3 cm beschrieben (Z.n. mehreren Laparotomien).


    Ist das T89.03 (Komplikationen einer offenen Wunde: Verzögerte Wundheilung) oder T81.8 (Sonstige Komplikationen bei Eingriffen, anderenorts nicht klassifiziert) oder gar T81.3 (Aufreißen einer Operationswunde, anderenorts nicht klassifiziert)?


    Am spezifischsten klingt für mich T89.03, wobei bei T89 als Überschrift „Sonstige näher bezeichnete Komplikationen eines Traumas“ steht. Andererseits ist eine Operation auch ein Trauma.


    Vielen Dank im Voraus für Ihre Meinungen.

    Hallo zusammen,


    „unser“ MDK interpretiert das o.g. BSG-Urteil noch mal anders: „Laut BSG sind bei einer nicht-invasiven Beatmung die beatmungsfreien Intervalle nicht zu berücksichtigen“. Punkt. Damit geht er noch weiter als BSG, da im Urteil diese Berücksichtigung zumindest für möglich gehalten wird (Rz. 17).


    So viel zum Thema „wortgetreue Auslegung“.


    Die Entscheidungen des Schlichtungsausschusses haben einen Rang einer Kodierrichtlinie. In der Entscheidung zur KDE 584 steht, dass sich die Berücksichtigung des Weanings bei der Ermittlung der Gesamtbeatmungsdauer nach den Regeln der jeweils gültigen DKR 1001 "Maschinelle Beatmung" richtet.


    Gegen die Entscheidung kann man klagen. Stattdessen veröffentlicht SEG4 einfach ein Kommentar, indem sie ihre Kodierempfehlung für „unverändert gültig“ erklärt.


    Die Tatsache, dass man die Entscheidung einfach so ignorieren kann, stört mich ehrlich gesagt mehr als die „medizinische“ Diskussion über Gewöhnung.


    Ich verstehe möglicherweise etwas Grundlegendes nicht …