Beiträge von Nagel

    Hallo,


    gemäß AOP-Vertrag ist in der geschilderten Konstellation das Ausstellen einer Überweisung möglich und korrekt. Bei der Umsetzung jedoch gibt es häufig Schwierigkeiten, da das Krankenhaus auf dem Ü-schein seine IK-Nummer angeben muss (also z.B. 260 xxx xxx). Die Pathologie hat damit zunächst meist ein Problem, da das Eingabefeld in der Praxis-Software nur für BSNR (Betriebsstättennummern) der KV (Kassenärztlichen Vereinigung) vorgesehen ist; es folgt also eine Fehlermeldung und die Mitteilung der Pathologie, dass es auf diesem Weg nicht funktioniert. Allerdings ist die Angabe der IK-Nummer korrekt, denn das KH hat keine BSNR für das AOP (also darf es auch keine Beteiligung der KV bei der Ü-schein-Bestellung geben!), da es sich nicht um eine "Ermächtigung" zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung handelt.
    Lösung: es gibt in (jeder?) Praxissoftware ein Freitextfeld, wo die IK-Nummer problemlos eingeben werden kann. das ist sowieso vorgesehen, weil es andere Konstellationen gibt, wo der überweisende Arzt keine BSNR hat. [Zitat aus den FAQ der KV Hessen--> Frage: "Wie wird mit Überweisungen von Ärzten verfahren, die nicht über eine BSNR verfügen (z.B. Bundeswehrärzte)?" Antwort: "Bei der Anlage des Überweisungsscheins in der Praxissoftware kann im Feld 4219 „Überweisung von anderen Ärzten“ eine klartextliche Eingabe erfolgen, z. B. „Truppenarzt Dr. Müller“." Zitat Ende


    Ich hoffe, damit wetergeholfen haben und wünsche noch einen schönen Tag.

    Da hat man sich aber auch etwas ganz Tolles ausgedacht: erst "verabschiedet" man sich von dem Gedanken der DRGs und entwickelt ein hochkomplexes neues Abrechnungssystem (soll ja möglichst der medizinischen Realität gerecht werden), und dann erhalten die Pat. Anspruch auf frühzeitige Angabe der voraussichtlichen Behandlungskosten (s.u.). In der Somatik ist das ja praktikabel, aber den voraussichtlichen Aufwand von Einzel- und Gruppentherapien sowie die daran beteiligten Berufsgruppen "orakeln"...?
    Bin ja mal gespannt...


    "§ 8 Abs. 6) Das Krankenhaus hat selbstzahlenden Patientinnen und Patienten oder deren
    gesetzlichen Vertreter die voraussichtlich maßgebenden Entgelte so bald wie
    möglich schriftlich bekannt zu geben, es sei denn, die Patientin oder der Patient ist in
    vollem Umfang für Krankenhausbehandlung versichert. Im Übrigen kann jede Patientin
    und jeder Patient verlangen, dass die voraussichtlich abzurechnenden Entgelte
    unverbindlich mitgeteilt werden. Stehen bei der Aufnahme einer selbstzahlenden Patientin
    oder eines selbstzahlenden Patienten die Entgelte noch nicht endgültig fest, ist
    hierauf hinzuweisen. Dabei ist mitzuteilen, dass das zu zahlende Entgelt sich erhöht,
    wenn das neue Entgelt während der stationären Behandlung der Patientin oder des
    Patienten in Kraft tritt. Die voraussichtliche Erhöhung ist anzugeben.“

    Hallo DanieKK,


    hier hilft die DKR P004f leider nicht genau mit Beispielen weiter. Ich würde anhand Ihrer Schilderung jedoch die vollständige OPS-Kodierung wählen: es wurde eine Koronarangiographie durchgeführt und der Versuch einer Stent-PTCA, bei welcher der Stent bereits schon an den Implantationsort gebracht wurde. Insofern ist der Aufwand mit einer vollständig durchgeführten OP vergleichbar. (Siehe hier Punkt 4 aus der o.g. DKR: "Wird eine Prozedur nahezu vollständig erbracht, so wird sie ohne Zusatzcode 5-995 kodiert.").


    Herzlichen Gruß
    L. Nagel

    Hallo Siggi,


    da das Verfahren von Ihren Kardiologen durchgeführt wird, nehme ich an dass es sich nicht um eine Ablation einer Niere als Ganzes oder der Nierenarterien handelt, sondern um die


    8-83c.5 Radiofrequenzablation über die A. renalis.


    Hierbei handelt es sich um die Verödung von Nerven, die entlang der Nierengefäße verlaufen, und man erreicht damit (häufig) die Durchbrechung eines hormonellen Regelkreises (in diesem Fall "Teufelskreis"), der sonst auch durch Kombinationen versch. Medikamente nicht mehr zu erreichen ist.


    Schönen Gruß
    L. Nagel

    Hallo okidoci,


    das Ergebnis "stationäre Aufnahme(n) mit Rückverlegung" sehe ich genauso, da ja bei der Erst-Aufnahme bereits eine stat. Behandlungsnotwendigkeit bestand. Der Weg zu dieser Erkenntnis allerdings - ich bitte inspector gadget" um Nachsicht - sollte niemals (!) zuerst zu einem "Leitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen etc..." führen. Was dort in einseitigen Leitfäden, Kodierempfehlungen etc. niedergelegt ist, kann zwar als Orientierung über zu erwartende Probleme bei Kodierung und Abrechnung mit den Krankenkassen dienen, jedoch nicht als verläßliche objektive Grundlage. Hier wären z.B. die FPV mit Beispielen zu kombinierten Fallzusammenführungen sowie die G-AEP-Kriterien hilfreicher.


    Herzlichen Gruß
    L. Nagel

    Hallo,


    selbstverständlich ist mir bewußt, dass es nicht Aufgabe des DIMDI ist, quasi ordnungspolitisch tätig zu werden. Aber ich sehe es sehr kritisch, wenn ein eigentlich zu objektiven Definitions- und Regelungszwecken (oder wie auch immer man das bezeichnen mag) tätiges Institut sich dermaßen instrumentalisieren läßt. Entweder ich gebe verschiedene Codes für die unterschliedlichen Formen der \"Versorgungsrealität\" bei Stroke zur Auswahl, und lasse dann in der Folge das InEK nach Kostentrennern suchen; oder es gibt einen Konsens der verschiedenen Institute unter substantiierter Begründung des g-BA, dass das Outcome auf rein neurologischen Stroke Units signifikant besser ist und somit nur noch (politisch und medizinisch begründet) diese Versorgungsform erwünscht ist.


    Herzliche Grüße
    L. Nagel

    Langsam wird\'s Zeit, dass sich das DIMDI mal endgültig positioniert bzgl. der neurologischen Komplexbehandung. Warum schreiben sie nicht endlich, dass sie die Stroke Units nur an neurologischen Fachabteilungen sehen wollen? Warum immer noch diese Salamitaktik...?

    Guten Morgen,


    wirklich interessant! In dem Fall liegen Sie mit Ihrem Vorschlag (den OPS 8-837.00 und die 8-837.k0) richtig. Zwar ist die Enzelcode-Beschreibung jeweils mit \"Koronararterie\" angegeben, jedoch ist die übergeordnete Kategorie mit \"...Herz und und Koronargefäßen\" betitelt, somit sollte auch die venöse Anwendung abgedeckt sein. Stellen Sie sich allerdings auf eine Rechnungspräfung der Kassen ein, vielleicht schicken Sie gleich schon eine MBEG über den p301 mit.


    Herzliche Grüße
    L. Nagel