Beiträge von MDK.Opfer

    Formal: Es ist beim Verdacht geblieben. Wenn ein Verdacht weder ausgeräumt noch bestätigt werden kann, ist das Symptom zu kodieren. - in diesem Fall also die Blutung als solche, nicht aber die Hyperfibrinolyse.

    Erfahrungswert: Chirurgen schreien sehr gerne nach Tranexamsäure, wenn's vermehrt blutet. Es muss ja schließlich irgendwas / irgendwer anderes schuld sein...


    Viele Grüße

    Zu dem Thema gibt es bereits eine Diskussion:
    "Wöchentliche" Teambesprechung - Was bedeutet das? - Fehlbelegung / AEP-Verfahren / MDK - myDRG - DRG-Forum 2022 Medizincontrolling, Kodierung & Krankenhausabrechnung


    Die Kardinalfrage ist halt, was im OPS mit "Woche" gemeint ist:

    - Kalenderwoche? Wohl nicht, denn das würde bedeuten, dass man einen Patienten fast 2 Wochen ganz ohne Besprechung behandeln dürfte (wenn man ihn Dienstag aufnimmt und Freitag der nächsten Woche entlässt). Ich glaube kaum, dass sich ein SG dieser Interpretation anschließen würde

    - 7tägiges Intervall ab dem Tag der Aufnahme? Scheint mir die vernünftigste Definition zu sein, siehe im verlinkten Thread

    - 7tägiges Intervall jederzeit, also nie mehr als 7 Tage ohne Besprechung? Wenig praktikabel und auch widersinnig, siehe ebenda.


    Mit Team an Tag 8 würde ich mich jedenfalls nicht vor Gericht trauen (und auch mal die Abläufe auf der Station anschauen...)


    viele Grüße

    Interessant finde ich, dass trotz des um 30% gestiegenen Umfangs der Richtlinie (von 16 auf 23 Seiten) gar nicht alle möglichen Konstellationen erfasst sind: Was macht man denn bitteschön, wenn man die Kriterien für einen OPS erfüllt, eine gültige Bescheinigung hat, aber die Leistung aktuell nicht erbringt?

    - 4.1.2. turnusgemäße Prüfung ==> nope, weil keine fortlaufende Leistungserbringung

    - 4.1.3. bei bestehender Leistungserbringung ==> auch nicht, weil ja eine gültige Bescheinigung vorliegt

    - 4.1.4. bei nicht bestehender Leistungserbringung ==> ebenfalls nicht, auch die ginge nur ohne vorliegende Bescheinigung


    Und jetzt???

    Die Behandlung hat stattgefunden und es handelt sich offensichtlich nicht um eine Fehlbehandlung / Behandlungsfehler.

    Sorry, aber das ist schon eine eher mutige These. Falls mit dem in Anführungsstrichen geschriebenen "Normalbereich" wirklich der Normbereich gemeint gewesen sein sollte, handelt es sich sogar mit einiger Wahrscheinlichkeit um Körperverletzung. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, bei Thrombos von 150.000 selbige transfundiert. Also bleibe ich bei "no input, no output"

    Warum steht "Normalbereich" in Anführungszeichen? Wenn die Thrombos wirklich normwertig waren (>150.000), wäre die Transfusion allenfalls dann zu rechtfertigen, wenn wenn bei bestehender aggregationshemmender Therapie eine notfallmäßige intrakranielle OP durchgeführt wurde (und auch das ist m.W. umstritten, aber aus dem Thema bin ich schon länger raus). Was sagt denn der transfundierende Arzt?

    Ohne Input kein Output...

    Man sollte aber auch die wesentliche Einschränkung erwähnen: In dem verlinkten Interview geht es um ein Forschungsprojekt zur onkologischen Versorgung. In dem Bereich geht es um Menschenleben. Außerdem wird da mittlerweile recht viel mit interdisziplinären Konferenzen gearbeitet, es gibt tonnenweise Studien und Leitlinien - das alles verringert natürlich den Spielraum für ökonomisch motivierte Manipulationen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man z.B. in den Bereichen interventionelle Kardiologie, Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie, Schmerztherapie (um nur einige zu nennen) weitaus mehr Anhaltspunkte gefunden hätte...