Beiträge von MDK.Opfer

    Ich bin zwar kein Psychiater, aber: F18 ist die Abhängigkeit von flüchtigen Lösungsmitteln, und das ist GHB nicht (gemeint sind z.B. Klebstoff- und "Poppers"-Schnüffler, also Amylnitrit und so Zeugs)).

    GHB ist ein zugelassenes Arzneimittel (Handelsname: Somsanit), das (wenn auch nicht sehr häufig) in der Intensivmedizin zur Sedierung eingesetzt wird. GBL ist die (medizinisch nicht verwendete) Prodrug davon. Also klarer Fall von F13, würde ich als einfacher Anästhesist meinen.

    "In anderen als den vertraglich oder gesetzlich bestimmten Fällen ist eine Fallzusammenführung insbesondere aus Gründen des Wirtschaftlichkeitsgebots nicht zulässig"


    Das wievielte mal ist das jetzt eigentlich, dass gesetzliche Regelungen geändert werden, um einen amoklaufenden BSG-Senat einzuhegen? Inzwischen sollte doch mehr als klar sein, dass die Interpretationen des 1. Senats eben nicht den Willen des Gesetzgebers treffen...

    So weit kommt's ja nicht mal - wer außerhalb der Krankenhausfinanzierungs-Szene kennt denn Kaysers Consilium?

    Die Kassenseite ballert ganz Deutschland medial zu mit Kampagnen, deren Wahrheitsgehalt auf Trump-Niveau liegt - aber hat irgendjemand von Ihnen in den letzten Tagen in irgendeinem Publikumsmedium (Rundfunk, Print, online) was von der DKG gehört? Außer wirkungslosen Pressemitteilungen produziert man da PR-mäßig anscheinend gar nichts - ich wundere mich schon seit Jahren, dass die Mitgliedsgesellschaften sich das gefallen lassen...

    Leider sind die ersten Absätze der DKG-Pressemitteilung so formuliert, dass sie in 80% der Redaktionen im Papierkorb landen dürfte, bevor der Redakteur zum interessanten Teil vorgedrungen ist. Kassen und GKV-Spitzenverband drücken wie immer mit schlagkräftigen PR-Abteilungen ihre Desinformationskampagnen in sämtliche Medien - und die DKG leistet sich sich Pressearbeit auf Kreiskrankenhaus-Niveau...

    ... wobei letzteres (gerade im Vergleich mit den anderen Bundesgerichten) sicherlich teilweise an der speziellen Kundenstruktur der Sozialgerichte in Sachen SGB II und XII liegen könnte - ich nehme doch an, dass Beschwerden renommierter Medizinrechtskanzleien mit institutionellen Mandanten etwas bessere Aussichten haben?

    Das gilt generell und steht ja auch so in den Kriterien des OPS: "eine psychiatrische, psychosomatische oder psychologisch-psychotherapeutische Disziplin". Das "psychotherapeutische" wurde erst einige Jahre nach Einführung des OPS hinzugefügt, da offenbar etliche Kliniken der Ansicht waren, es sei multimodale Schmerztherapie, wenn man einen Psychologen frisch von der Uni kauft und mit Fragebögen beschäftigt...


    Kleines Problem beim Leitfaden: Keiner von den Autoren hat daran gedacht, in dem von Ihnen zitierten Satz (der ja sowieso an reichlich unpassender Stelle steht), ein klärendes "alleinige" einzufügen. Gemeint ist damit nicht (und zwar weder vom Berufsverband der Schmerztherapeuten noch von der SEG4), dass Therapie-Einheiten nicht durch Psychologen in der Therapie-Ausbildung erbracht werden dürften, sondern lediglich , dass ein approbierter Psychotherapeut in die Behandlung eingebunden sein muss (z.B. im Rahmen der Teambesprechungen und supervidierend).

    Leider gibt es trotzdem Fälle, in denen der jeweilige Gutachter das anders gesehen hat und ein Einzelgespräch von einem Dipl.-Psych. ohne abgeschlossene Weiterbildung nicht anerkannt hat - das gibt aber weder der OPS noch der Kodierleitfaden her.


    In "der Schmerz" 01/2018 findet sich übrigens ein ausführlicher Artikel der ad-hoc-Kommission multimodale Schmerztherapie der deutschen Schmerzgesellschaft, in dem das an 2 Stellen auch noch mal aus fachlicher Sicht klargestellt wird: "Aus Sicht der AHK ist [...} die Einbindung mindestens eines approbierten psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten in das herapeutische Team unverzichtbar" und weiter unten: " Analog kann auch ein Psychotherapeut in Ausbildung (PIA)mit in den therapeutischen Prozess eingebunden sein, sofern er unter regelmäßiger und engmaschiger Supervision eines approbierten Psychotherapeuten steht." Ist natürlich kein normativer Text, sondern nur eine fachliche Stellungnahme, aber immerhin von der hierfür kompetentesten Organisation.


    Schwülwarme Grüße

    MDK-Opfer

    PMR ist natürlich eine psychologische Therapie, aber ganz sicher keine kognitive Verhaltenstherapie - letztere ist eine klar definierte Therapieform, bei der es um kognitive Umstrukturierung geht. Einen ersten Eindruck darüber vermittelt z.B. der entsprechende Wikipedia-Artikel. Hat mit PMR ungefähr soviel zu tun wie ein EKG mit einer Magenspiegelung (ist ja auch beides internistisch...).


    Was im OPS mit "Schmerztherapie" gemeint ist, darüber kann man sicher prima mit dem MDK bzw. dem Richter diskutieren - umfasst ja so ziemlich alles von Paracetamol bis zur Tiefenhirnstimulation. Natürlich wird PMR in der Schmerztherapie routinemäßig angewendet, von daher würde ich auch sagen, dass die entsprechenden Therapieeinheiten zu zählen sind. Ein Argument wäre vielleicht auch, dass bei der multimodalen Schmerztherapie (8-918) Entspannungsverfahren explizit als Therapieverfahren aufgeführt sind - für das DIMDI gehört Entspannnung also offenbar zur Schmerztherapie. Aber ob das juristisch überzeugt??


    Sonnige Grüße

    MDK-Opfer

    Ich bleibe dabei, DKR-konform müßte das nach 1916k kodiert werden.


    Nope. Ihr Vorschlag mit einem Code aus T36-50 trifft es nicht, weil

    - ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz keine Vergiftung ist

    - ein spezifischerer Code zur Verfügung steht (G44.4), der Medikamentenkopfschmerz (medication overuse headache, MOH) ist ein klar definiertes Krankheitsbild (siehe mein Link oben)

    - Triptane bei T36-50 gar nicht vorkommen (Triptane sind *keine* Analgetika), damit bleibt nur die nochmal unspezifischere T50.9

    - die international classification of headache diseases (also das Dokument, nach dem man sich auf der ganzen Welt in der Kopfschmerz-Klassifikation richtet) als ICD-Code für den Medikamentenkopfschmerz die G44.4 nennt.


    Regnerische (endlich!) Grüße

    MDK-Opfer

    Ein Medikamentenkopfschmerz muss kein Dauerschmerz sein, gemäß der internationalen Kopfschmerz-Klassifikation genügen 15 Tage monatlich bei gleichzeitigem Übergebrauch und Erfüllung der sonstigen Kriterien, genaueres hier:

    http://www.ihs-klassifikation.…2/08.02.02_substance.html


    Wenn die Patientin allerdings tatsächlich keinen hatte, müsste man erst mal die Frage stellen, warum sie dann einen stationären Entzug gebraucht hat?


    Wenn die Migräne tatsächlich die HD war, sollte natürlich auch Migränetherapie gelaufen sein, die den stationären Aufenthalt rechtfertigt. Dann sollte man aber schauen, ob es nicht vielleicht eine chronische Migräne war (ab 15 Tage monatlich), dann ist es nämlich die G43.3, die eine stationäre Aufnahme sicherlich eher plausibel macht als eine G43.0 oder .1

    http://www.ihs-klassifikation.…l1/01.05.01_migraine.html


    Wesentliches Unterscheidungskriterium zwischen G43.3 und G44.4 ist die Zahl der Medikamententage.


    Schwülwarme Grüße

    MDK-Opfer

    Den Ausführungen von Herrn Berbuir kann ich aus Schmerztherapeuten-Sicht wenig hinzufügen - nur noch den Hinweis, dass der von ihm verlinkte Begutachtungsleitfaden in der Tat sehr nützlich (und überwiegend vernünftig) ist; wurde ja auch in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Schmerztherapeuten erarbeitet. Bleibt nur das Problem, dass der Gutachter nicht verpflichtet ist, sich an diese Vorgaben zu halten...


    Für die praktische Arbeit: Eine Dokumentation des standardisierten therapeutischen Assessments muss es ja ohnehin geben. Es ist nützlich, in dieser Doku eine Rubrik "Warum nicht ambulant/tagesklinisch möglich?" einzuführen. Erstens müssen dann die aufnehmenden Kollegen ihre Entscheidung unter diesem Aspekt hinterfragen, zweitens hat der MDK-Gutachter die Indikation noch mal deutlich vor Augen.


    sonnige Grüße

    MDK-Opfer

    Nun, wenn Ihnen drei verschiedene lexikalische Definitionen nicht genügen, kann ich auch nicht mehr helfen.

    Mit der durchschnittlichen Therapiedauer gibt es da auch überhaupt keine Probleme, denn erstens hat jedes wöchentliche Arztgespräch eine *Mindest*dauer von 30 Minuten und zweitens werden für die Durchschnittszeit ja alle TE herangezogen - 20 Minuten Physio und 40 Mionuten Arztgespräch sind auch im Durchschnitt 30. Und da die meisten Gruppeneinheiten länger als 30 Minuten sind, ist das ohnehin nie ein Problem.