Beiträge von gerald_poschmann

    Hallo Herr Scherlitz,
    natürlich versuchen wir als Dienstleister, dem Wunsch des Patienten zu entsprechen. Leistungen (denken wir mal an virtuelle Bildgebung) sollten dann aber auch selbst getragen und nicht der Versicherungsgemeinschaft zugemutet werden, auch wenn die nichtvirtuelle Bildgebung (z.B. Koloskopie und LHK) ein höheres Risiko aufweist...die Kostenlawine wäre sonst imho nicht tragbar.



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    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Ach, Herr Hackmann,
    sie haben gut daran getan, Herrn Selter Recht zu geben...denn er hat nun wirklich alle ärztlichen Argumente wiedergegeben, die gegen eine ärztliche Erfassung sprechen...Gesetze hin oder her.
    aus meiner Sicht sind zwei Dinge zu trennen:
    1. Müssen Arzte verschlüsseln (imho Diagnose und Prozedur Klartext ja - Kodieren nein !!!)
    2. Wenn Ärzte verschlüsseln müssen (weil Sie keine Alternativlösung erstellt haben), wie können sie diese motivieren.


    zu 1: selbst mit meinen nicht ganz bescheidenen Kodierkenntnissen machen mich unsere Kodierspezialistinnen (case-mix performerinnen)regelmäßig nass. Ob +/*, !, oder einfach exclusiva: als Sspezialistinnen überblicken sie den gesamten Bereich der Inneren Medizin und nicht nur mein Gucklochfach. Nur ganz selten muss ich medizinisch argumentieren oder korrigieren (meist werde ich, bzw. meine Abteilung korrigiert). 1:0 für nichtärztliches Kodieren


    zu 2: Motivation durch ärztliches (!) Vorbild ist m.E. der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Chefärzte und Oberärzte kodieren können und oder die Kodierung am Krankenbett und bei Visite kontrollieren können (mobile Anwendungen wie mobiledoctor, mein Steckenpferd), wenn sie als Oberarzt mal die Kodierung kollegialerweise übernehmen können, weil die Kollegen an der Front (äh, am Patientenbett) im Nachtdienstfrei sind oder krankheitsbedingte Ausfälle vorliegen, dann werden die Ärzte als Primärkodierer auch diese Arbeit in eigenes Handeln umsetzen.
    Chefärzte müsseln halt schnackeln, dass der CMI Überblick oder die Verweildauer tagesaktuell bei Chefarztsitzungen schlagende Argumente sind oder fehlende, farblich Markierte Kodierungen auf einen Erlösverlust hinweisen (Bravo, Herr Wilcke zu Ihrem Batch-Grouper).
    Ärzte brauchen aber auch eine entsprechende, arbeitserleichternde Software inklusive einer mobilen Lösung am Krankenbett.


    Wenn aber erkennbar ist, dass eine zeitraubende (meine Station benötigt ca 180 minuten für eine komplette Kodierung) Tätigkeit abgewälzt wird und eigentlich patientennahe Dinge viel dringlicher wären (z.B. Arztbriefe schreiben), dann wird eine nicht unbedeutende psychologische Hemmschwelle aufgebaut oder der Verschlüsselungszwang ausgetrickst.
    Übrigens, meine Lieblingslektüre ist "Mitarbeiter motivieren" von Bruce/Pepitone.


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    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Na Herr Sommerhäuser,
    mit der Niederlassung ist es doch aber etwas problematisch zur Zeit, wenn alle Krankenhäuser identische Leitungen 24/7 anbieten...und sie dann im Preiswettbewerb mit den Krankenhäusern um die Vergabe der Kassenleitungen rangeln, oder? Von den Kosten einer Praxisübernahme und einer etws ungewissen Zukunft mal abgesehen.
    Also, da müsste man sich schon monopolistisch mit den Fachärzten der gleichen Richtung im Versorgungsgebiet konzentrieren können, um Paroli zu bieten...und das ist ja schlimmer als Polygamie (es sei den, man versteht sich gut).
    Ich glaube, im nächsten Jahr wird es kaum noch Fachärzte geben, die in die Niederlassung gehen, wenn es im Krankenhaus vernünftige (!!!) Angebote geben sollte.
    Aber eigentlich gehört das fast in des Thema sonstiges und was sonst keinen interessiert...


    Grüße aus Hanau


    Poschmann
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    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Herr Harmsen,
    Sie können doch aber einem Unternehmer (Belegarzt) nicht vorwerfen, wenn er zum wirtschaftlichen Verhalten gezwungen wird. Schließlich besteht eine unternehmerische Verantwortung gegenüber sich selbst wie den Angestellten (sonst ist man pleite), und wenns mehr kostet, als es einbringt, dann muß mann es eben sein lassen.
    Noch mal todo...Die Argumentation des MDK, diese oder jene Untersuchung hätte auch ambulant gemacht werden können, ist natürlich rein fiktiv, wenn es z.B. für endoskopische Leistungen im Rhein-Main Gebiet Wartezeiten von 3 Monaten gibt (ist bei Blutung oder Tumorverdacht nicht unproblematisch...) Letztendlich ist es ein Geschacher, ob man es nun prästationär machen kann oder nicht. So ganz sauber ist das nicht.


    Aber noch mal, werte Gemeinde...Kurzlieger kommen naturgemäß vor, wenn keine ambulante Zulassung vorhanden ist oder keine prästationäre Strukturen bestehen.
    Wie sieht es denn aus, mal als Umfrage: wird man denn ambulante fachärztliche Leistungen im nächsten Jaht außerhalb der KV haben und direkt mit den Kassen vergüten ?


    Grüße aus Hanau (aber nicht mehr lange)


    Poschmann
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    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Hallo Herr Schmidt,
    ganz sachte, die Kassenargumentation ist zumindest nachvollziehbar.
    Vielen Dank todo für diese Anmerkung, denn da wollte ich eigentlich darauf hinaus...es ist völlig undurchsichtig, wie ein Patient mit einer Einweisung einer Leistung zugeführt werden soll, so wie sie zB im Katalog für spezialisierte und fachärztliche ambulante Leistungen verzeichnet sind, wie sie von der DKG zusammengefasst wurden.
    Prästationär ? Kurzzeitlieger über DRG ? Besser doch Verhandlung über Tagesklinik ? Direktpauschalierung mit der Kasse als KV-Ersatz ?
    Eines ist klar...die doppelte Facharztversorgung wird mittel-und langfristig aussterben und sich im Krankenhaus konzentrieren (gibt es Gegenstimmen ?) Es gibt aber von der Kassenseite keinen kompetenten Ansprechpartner, um diese medizinische notwendige Versorgung auch kostengerecht zur Deckung zu bringen. Ansonsten ist das klar...Kurzzeitlieger brauchen eine exellente Dokumentation, sonst gibt es Knatsch


    Grüße aus Hanau


    Poschmann
    --
    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Hallo Gemeinde,
    was sind eigentlich genau Kurzlieger ?
    theoretisch gefragt...ist es problematisch, wenn ich z.B. Kurzlieger mit DRG wie G44A/B (sonstige koloskopie...)und G42A (sonstige Gastroskopie...) habe ?
    Wie sind die denn von prästationären Patienten (auch aus der Sicht von MDK oder Kassenfürsten...) abbzugrenzen ?


    Grüße aus Hanau


    Poschmann

    Liebe Gemeinde,
    Pfingsten ist gerade richtig, um das DRG-Forum in Berlin noch nachzuverdauen (vielen Dank Herr Thieme für Ihr Berlin Packet)


    Mein Dank an Herrn Tuschen, der mich persönlich überzeugt, wenn er die Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens aufzeigt, insbesonders die Öffnung der Krankenhäuser..
    Respekt für Herrn Lauterbach, wenn er für eine Mindestmengenklausel in Krankenhäusern argumentiert und eine Institution für Qualitätssicherung ins Leben rufen will.
    Licht und Schatten bei anderen Vorträgen, insgesamt aber gute Organisation (bei schlechten Betten im ESTREL-Hotel).
    Meine Kaffeesatzprognose lautet daher:
    ab dem nächsten Jahr Freigabe der Ermächtigungen für Krankenhausfachärzte durch Direktverhandlungen der Kassen mit den Verwaltungen, die abteilungsunabhängige Fachärzte im Angestelltenverhältnis beschäftigen können.
    Im ambulanten Bereich Wegfall der KV für den fachärztlichen Bereich...dadurch direkte Qualitäts-und Preiskonkurrenz von niedergelassenen Fachärzten und angestellten Krankenhausfachärzten.
    Verschärft wird diese Konkurrenz auch durch einen Mindestmengenbegriff von solchen fachärztlichenn Leistungen (ich sag mal...Endoskopie...)
    Auf der Krankenhauseinnahmeseite ist dies imho bedeutsamer als das Optimieren von DRG...oder ?


    Grüße aus Hanau


    Poschmann

    Hallo ToDo und DieterDRG,
    herzlich willkommen von meiner Seite, ich würde es sogar begrüßen, wenn sich noch mehr auf diesem Weg outen würden. Wenn man auf dem kurzen Weg Ansprechpartner bei Kassen und MDK hätte...es würde uns allen viel Arbeit sparen. Letzlich wollen wir doch alle nur vernünftig unsere Arbeit machen, oder?




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    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Hallo Forum,
    in der Betrachtung sollte ein Aspekt noch bedacht werden: liegt eine stationäre Einweisung vor?
    Begründung: Kommt ein Patient ohne Einweisung, wird behandelt (oder ein stationärer Aufnahmegrund ausgeschlossen und der Patient bleibt nicht über Nacht, so wird es schwer fallen, hier einen stationären Behandlungsanspruch nachzuweisen (alternative Notfall-KV-Abrechnung, pauschalpreis mit KV oder Verweis auf Notfallpraxis)
    Kommt ein Patient mit Einweisung, wird behandelt (oder ein stationärer Aufnahmegrund ausgeschlossen und der Patient bleibt nicht über Nacht, so ist die Alternative die prästationäre Behandlung.
    Aus meiner Erfahrung befragen die Kassen den Patienten, wie er denn untergebracht war...alle Häuser mit Notaufnahmebereichen werden von den Patienten nicht als stationäres Äquivalent betrachtet und die Zuzahlung zur stationären Behandlung wird nicht selten verweigert.
    Die Anzahl der Stunden bei Tagesliegern als Hinweis für die Notwendigkeit der vollstationären Behandlung wird von den meisten Kassen nicht mehr akzeptiert, da sich hier auch Organisationsmängel (aus Sicht der Kassen) hier verbergen kann.


    Der Begriff Teilstationär war hinreichend erläutert worden (=Tagesklinik mit separater Kostenanerkennung durch Kassen)


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    Grüße aus Hanau
    Poschmann