Beiträge von geoff

    Hallo,


    werfe zuätzlich mal folgenden Aspekt in den Raum: wenn die Kasse nicht den Ablauf mit Leistungsentscheid und Erörterungsverfahren nach 1. GA durchläuft, ist denn dann das 2. (Folge-)GA nicht ein "neuer" Prüfauftrag, für den dann die Frist zur Beauftragung als überschritten gilt?


    VG

    geoff

    Hallo Sabrina,


    zum Schluss der DKR 1001 findest sich das Kapitel "Atmungsunterstützung: Kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck (CPAP), High flow nasal cannula (HFNC) und Humidified high flow nasal cannula (HHFNC)".


    Dort ist geregelt, dass dies nur bei Neugeborenen und Säuglingen zu kodieren ist.

    Ansonsten gilt grundsätzlich, dass es ein Verfahren sein muss, "bei dem bei positiver Druckbeatmung eine Druckdifferenz zwischen Inspiration und Expiration von mindestens 6mbar" bestehen muss.

    Die eingesetzten Verfahren sollten bei Zweifeln hinsichtlich der (fehlenden) Fachkenntnis dann mit den Intensivmedizinern bzgl. dieser Parameter abgeglichen werden.


    MfG

    geoff

    Hallo Cyre,


    es heißt ja "... bemessen nach der Zahl der Kalendertage..." ab Aufnahmedatum des ersten Falles.


    25.8. Tag 1

    26.8. Tag 2

    27.8 Tag 3

    28.8. Tag 4

    29.8. Tag 5

    30.8. Tag 6


    Gruß

    geoff

    Guten Morgen,


    m. E. ist das mit 26h korrekt abgerechnet.

    Es gibt keine Vorschrift, die Druckdifferenz stündlich dokumentieren zu müssen. Das macht auch keinen Sinn, gerade bei beatmeten Patienten, die man "phasenweise" auf bestimmte Beatmungsparameter einstellt. Wenn dann wieder Änderungen vorgenommen werden, werden diese dokumentiert. Auch hier kann man zusätzlich das Prinzip "einmal pro Schicht" anwenden ...

    Wenn dies vom MD nicht anerkannt würde, dann widerspricht das gängiger Praxis und würde von uns beklagt. Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung mit PDMS auf Intensivstationen erledigt sich das demnächst sowieso, da alle Parameter ständig digital erfasst sind....


    Die Anrechnung von 24h am Folgetag erfolgt zu Recht, da nur <8h, am Aufnahme-, Entlass- oder Verlegungstag die tatsächlich Stundenzahl herangezogen werden muss. Dies liegt aber im o. g. Fall nicht vor.

    Einen Angriffspunkt für den MD sehe ich allenfalls in der Frage, "galt der Patient zu diesem Zeitpunkt noch als intensivmedizinisch versorgt?".



    Beste Grüße

    geoff

    Hallo,


    wir sehen ebenfalls als nicht unwesentlichen Aufwand die datenschutzkonforme Übermittlung,

    Nicht, dass sich das im Einzelfall nicht lösen ließe, aber hier geht´s ums "große Ganze".


    Aktuell kocht jede(r) sein eigenes Süppchen: MD bei uns einerseits mit LE-Portal für Fallprüfungen, Qiata für Strukturprüfungen, diverse Kostenträger haben sich ihrerseits mit jeweils unterschiedlichen "Lösungen" für die EÖV an uns gewandt....

    Überall andere Software, Account-Registrierung, User registrieren, Logins generieren, Einarbeitung/Schulung etc. .... dann wieder Mitarbeiterwechsel - alles von vorne, etc ....

    Ehrlich gesagt: irgendwann verliert man den Überblick! Da wird die Digitalisierung zum Hemmschuh!


    Ich denke, ein wesentlicher Punkt sollte neben den inhaltlichen Aspekten der "Erörterung" u. a. dieser ressourcenfressende formale Aspekt sein.

    Warum gibt es hier keine z. B. keine "einheitliche" Plattform des GKV? Allerdings - wenn ich an die Vorbereitungszeit von fast 6 Jahren für den MD zum LE-Portal denke (seit 2016 in PrüfvV digitale Übermittlung verankert) und was jetzt dabei herauskommt, dann ist man eigentlich schon wieder desillusioniert.


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo,


    aus eigener medizinischer Erfahrung stimme ich den o. g. "strengen" Anforderungen an tatsächliche medizinische Indikation zu. Es gibt nach Studien und Literatur kaum etwas, nach dem bei Thrombos >50.000 die Gabe von TK´s ohne weitere medizinisch zwingenden Gründe belegt werden könnte. Es gibt sogar Autoren (und natürlich den MD! ), die von > 20.000 sprechen ....

    Als MedizinController musste ich dies dann auch in mehreren Streitfällen leidlich erfahren. Wir haben damals nach ausgiebiger Recherche keine Erfolgsaussichten für SG-Klagen gesehen, wenn lediglich der Laborwert "Thromobs <100.000" die Indikation zur Gabe von TK´s war.


    Beste Grüße

    geofff

    Hallo,


    evtl. hilft auch dieser Aspekt aus den Auslegungshinweisen des Berufsverbandes Geriatrie in der Argumentation weiter:


    [...] Nach Auffassung der DRG-Fachgruppe wird die aktuelle Definition der Teambesprechung als reines Mindestmerkmal dem klinischen Alltag sowohl mit Blick auf die Besonderheiten des geriatrischen Patienten und somit aus fachlich-inhaltlichen Gründen als auch organisatorischen Gründen in keiner Weise gerecht. Aus Sicht der Fachverbände kommt der multiprofessionellen wöchentlichen Teambesprechung in der Geriatrie eine Doppelfunktion zu.

    Demnach ist die Durchführung der Teambesprechung als solches ein Strukturmerkmal, die Besprechung des einzelnen Patienten im Rahmen der Sitzung zugleich jedoch ein Prozessmerkmal.
    Die Teambesprechung in der Geriatrie ist ein wiederkehrend stattfindender multiprofessioneller Informationsaustausch zu den Ergebnissen der bisherigen Behandlung und den weiteren Behandlungszielen der einzelnen Patienten an einem Tag in der Kalenderwoche. Die Teambesprechung ist daher als ein allgemeines Strukturmerkmal zu definieren, welches sich nicht nach dem Aufnahmedatum/Beginn der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung einzelner Patienten richtet. Das Zusammenwirken der an der Patientenbehandlung beteiligten Berufsgruppen im Rahmen einer multiprofessionellen Teambesprechung stellt eine organisatorische Herausforderung dar.
    Durch die Definition der wöchentlichen Teambesprechung als allgemeines Strukturmerkmal wird klargestellt, dass die Durchführung der Teambesprechung den krankenhausinternen Abläufen entsprechend verbindlich zu regeln ist. In der Doppelfunktion ist die Durchführung der Teambesprechung als solches daher ein Strukturmerkmal, die Besprechung des einzelnen Patienten im Rahmen der Sitzung zugleich jedoch ein Prozessmerkmal. Die DRG-Fachgruppe wird sich daher im Rahmen des jährlichen Vorschlagsverfahrens weiterhin für eine sachgerechte Definition der Teambesprechung einsetzen. [...]


    VG

    geoff

    Hallo,


    die Presseberichterstattung des GKV-Spitzenverbandes und MD Bund von heute morgen müsste mit Attributen versehen werden, die ich der Etikette wegen hier lieber nicht aufführen möchte.

    GKV-SV:

    [...] Die medizinischen Dienste haben, trotz erschwerter Pandemie-Bedingungen und damit verbundenen Beschränkungen, die erste bundesweite Strukturprüfung in deutschen Krankenhäusern erfolgreich abgeschlossen. Der GKV-Spitzenverband dankt allen Beteiligten für diese Kraftanstrengung ... [...]

    Bei wem ist "die erste Strukturprüfung abgeschlossen"? Bundesweit bei allen? So liest sich das doch für den gemeinen Leser ...

    Stattdessen warten viele Kliniken auf Ihre Bescheide, richten sich auf "vorbehaltliche Zahlungen" der Kostenträger oder sogar Ablehnung der Zahlungen ein etc.

    Und ja - wir wollen ebenfalls den ausdrücklichen Dank an den MD nicht vergessen für seine aussergewöhnliche Kraftanstrengung in Covid-Zeiten. Der ressourcensparende Effekt massiv zurückgegangenen Fallprüfungsaufträge an den MD (Covid-Begrenzungen 5%) wurde sicher durch die "schweren Zeiten" zunichte gemacht. Da konnten trotzdem nur mit zu würdigender Kraftanstrengung parallel die Strukturprüfungen gestemmt werden!


    [...] Acht Prozent der deutschen Krankenhäuser erfüllen die Strukturqualitätsmerkmale jedoch noch nicht [...]

    s.o., Kommentar merguet


    [...] Etwa 14.300 Anträge und damit rund 95 Prozent der Anträge haben die Medizinischen Dienste in der Zeit von Ende Mai 2021 bis zum 31. Januar 2022 geprüft. [...]

    ?? Es mag ja sein, dass man 14.300 Anträge "in Bearbeitung" und möglicherweise MD-intern erste "Ergebnisse" hat - jedenfalls spiegelt sich das meines Wissens nicht in 14300 ergangenen Bescheiden für die Kliniken wider. Das aber suggeriert der Artikel.

    Also liebe Autorin Stoff-Ahnis: anbetracht der obigen Anmerkungen bitte die Hausaufgaben machen, bevor meinungsbildende faktisch falsche Artikel dieser Art in der Öffentlichkeit publiziert werden. Man könnte sie auch "Fake News" nennen.


    Wenigstens der MD Bund ist in seiner Pressemitteilung journalistisch etwas sauberer und titelt mit "weitestgehend" abgeschlossenen Strukturprüfungen und schreibt im Folgenden über "vorläufige Auswertungen".

    Leider wird aber wohl die abstruse PM des GKV-SV bei Kostenträgern und allgemein in der Öffentlichkeit die höhere Reichweite erzielen.


    VG

    geoff

    Hallo MiChu,


    wir handhaben das genau so, wie es in den o. g. Auslegungshinweisen beschrieben ist.


    [...] Eine Teilnahmebestätigung durch Unterschrift jedes einzelnen Teilnehmers wird nicht gefordert. Für die Dokumentation ist es daher ausreichend, wenn die fachärztliche Behandlungsleitung gemäß der ihr obliegenden Gesamtverantwortung die Teilnahme und Beiträge der genannten Berufsgruppen bestätigt. Durch die Klarstellung des DIMDI mit dem Satz „Weitere Nachweise zur Durchführung der Teambesprechung sind nicht erforderlich“ wird deutlich, dass die Vorlage von unterzeichneten Anwesenheitslisten zum Nachweis der Beteiligung aller Berufsgruppen nicht erforderlich ist. Es wird jedoch empfohlen, zum Nachweis der regelmäßigen Teilnahme aller Berufsgruppen entsprechende Anwesenheitslisten zu hinterlegen, mindestens jedoch über eine Verfahrensanweisung innerhalb des Hauses die Teilnahme aller Berufsgruppen sicherzustellen.[...]


    Die in Fettdruck dargestellten Items haben wir abgebildet, das Ganze findet komplett in einer geeigneten Software digital statt. Die darin generierten Berechtigungsstrukturen und auch das digitale Logbuch sind ergänzend zu erwähnen.

    Der hiesige MD hat das bisher akzeptiert.


    VG

    geoff

    Hallo kmffl,


    wenn die NIV-Therapie im eingestellten Modus auch eine Form von "positiv endexpiratorischem Druck" (z. B. PEEP, CPAP) aufweist, dürfte dies unstrittig als Ressource zur Behandlung einer Dystelektase gelten.

    Sollte "nur" die Inspiration mit positiven Drücken durch den Respirator unterstützt werden (z. B. ASB), dann würde ich persönlich das ebenfalls gelten lassen, da auch hier die positiven Inspirationsdrücke die Dystelektase "behandeln und aufblähen ...". Das muss man bei zu befürchtender Nichtanerkennung durch den MD dann entsprechend strikt gegenargumentieren.

    Ferner sind als Ressourcen jegliche Form der Atemtherapie, Klopfmassagen, Sekretolyse etc. zusätzlich hierauf anzuwenden.


    Da die Dystelektase die Vorstufe der Atelektase ist, stellt sich die Frage, ob nun J98.1 (Lungenkollaps) oder eher J98.4 (Sonstige Veränderungen der Lunge) genommen wird. Ich würde es vom Ausmaß des Befundes abhängig machen.


    VG

    geoff

    Guten Morgen,


    zur Info: aktuell gipfelt im Bereich Berlin-Brandenburg die Bearbeitung der Anträge zu "erstmaligen" OPS und deren Strukturprüfungen in konsequente Ablehnungsbescheide durch den MD, wenn diese OPS im Jahr 2021 noch nicht erbracht wurden bzw. werden (häufig der Fall, wenn OPS z. B. ab 01.01.2022 geplant). 4seitige bürokratische und juristisch unterzeichnete Bescheide, deren juristische Haltbarkeit jedoch nach ebensolcher Expertise der Klinikseite incl. Landeskrankenhausgesellschaft nicht gegeben ist.

    Es bleibt mal wieder dabei, dass die Kliniken "hinterherlaufen" müssen und am Zuge sind mit Widersprüchen, statt dass ein laufendes Antragsverfahren sinnvoll aufrecht erhalten wird mit Abgleich geeigneter Prüfzeiträume etc.


    Dieses nicht mehr nachvollziehbare Verhalten (nur des regionalen MD BB?) setzt sich dann fort in der Absurdität, dass bei uns z. B. eine "turnusgemäße" Prüfung ebenfalls im Ablehnungsbescheid endet, da der zu prüfende Bereich zum Zeitpunkt des "benannten" Prüfzeitraums coronabedingt geschlossen war und somit z. B. keine Dienstpläne vorgelegt werden konnten. Es erfolgt ein Ablehnungsbescheid im Tonfall und Tenor des aufgesetzten Textes "Verschulden der Klinik," ein Widerspruch kann eingelegt werden ...


    Da fasst man sich ob solcher Stumpfsinnigkeit nur noch an den Kopf. Bei uns erfolgte nach Bekanntgabe des (bürokratisch direktiv festgesetzten) Prüfzeitraumes sofort Rücksprache mit den MD-Verantwortlichen mit Bitte um Anpassung. Und - dem geneigten Leser ist jetzt schon klar - das Behördenmonster nimmt Anlauf und teilt fröhlich mit "tja, das geht jetzt aber nicht, da erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid. Sie können dann ja ohne Probleme einen Widerspruch einlegen. Dann kann man eine Wiederholungsprüfung beantragen ...." ((Bem.: bei einer Wiederholungsprüfung wird dann grundsätzlich auch nach einem Jahr schon erneut geprüft, egal welcher OPS).

    Auch hier wieder die Situation der ungleichen "Waffen": MD baut sich irgendein Konstrukt, setzt fest, Klinik ist machtlos und kann hinterherlaufen und muss sich dann quasi als "Schuldner" auch noch mit der nächsten erneuten Prüfung nach einem Jahr abfinden.

    Sämtliche mir bekannten Interventionen auch auf höherer Ebene haben diesbezüglich nichts erreicht. Offizielle Stellungnahme(n) unseres MD halbgar, die o. g. Vorgehensweise rechtfertigend und fortführend.


    Gibt es in anderen Bundesländern ähnliche ernüchternde Konstellationen? Gibt es womöglich eine zündende Idee, wie man gegen solch bürokratischen Wahn- und Unsinn noch vorgehen kann?

    Der MDS hat´s in jahrelanger Vorbereitung nicht geschafft, die bekannten Schwachstellen der STROPS zu bereinigen und die Landes-MD´s verschanzen sich hinter den in ihren Augen einzig richtigen Auslegungen.


    VG

    geoff