Beiträge von geoff

    Hallo papiertiger_2,


    in den Dokumentationsvorgaben zum TISS/SAPS-Score steht unter "Spezielle Interventionen auf ITS":

    "Hier ist die Durchführung einer oder mehrerer der folgenden Interventionengemeint: z.B. Intubation, Tracheotomie, Anlage einer ECMO/ECLS,Endo/Bronchoskopie, Pleuradrainage, andere Drainage-Anlagen, Notfall-Operation, Abdominallavage, Bauchlagerung bei ARDS. Routineinterventionen wie z.B. zentraler Venenkatheter oder andere Katheteranlagen, Sonographien, Röntgenuntersuchungen werden dabei nicht berücksichtigt."

    https://www.dimdi.de/static/.d…-intensivmedizin-8009.pdf


    Damit dürfte bzgl. der Speziallagerung (Bauchlage) die Sache klar sein.

    Hinsichtlich der Isoliermaßnahmen bin ich da skeptisch, da ja der OPS 8-987 zur Verfügung steht. ... Und sollten dessen Mindestvorgaben nicht erfüllt werden, dann fällt der Aufwand auf einer Intensivstation m. E. unter die o. g. "Routineinterventionen".


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo an Alle,


    gestern haben wir über unsere Landeskrankenhausgesllschaft die Information erhalten, dass das Ergebnis der Klärung zw. DKG und GKV-Spitzenverband zur Berechnung der Prüfquote nun das sog. "vorvergangene Quartal", also aktuell 3. Quartal 2019 ist.

    Näheres und die genauen Umstände wird jeder in seinen jeweiligen Mitteilungen lesen, jetzt besteht wenigstens eine "gemeinsame" Grundlage.

    Hier die kurze Zusammenfassung:

    [...]

    Vor diesem Hintergrund hat die DKG ihre Auffassung, wonach die Bezugsgrundlage für die Anwendung der 5%-Quote für das erste Quartal 2020 die Schlussrechnungen desselben Quartals sind, aufgegeben. Demnach errechne sich die maximal zulässige Anzahl von Fallprüfungen im erste Quartal 2020 aus den im dritten Quartal 2019 bei der jeweiligen Krankenkasse eingegangenen Schlussrechnungen. Rechtsverbindliche Wirkung entfaltet die konsentierte Auslegung der Selbstverwaltungspartner nicht. [...]


    Gruß

    geoff

    Hallo stei-di,


    wir erhalten mit Inkrafttreten des MDK-Reformgesetzes auch mit ansteigender Häufigkeit Rechnungsabweisungen per DTA mit o. g. ähnlichen Begründungen. Oft wird tatsächlich auch eine MBEG gewünscht, neuerdings erhalten wir auch wieder von einer großen Kasse zunehmend die Aufforderung, einen Kurzbericht nach Landesvertrag § 112 zu versenden.

    Man versucht halt, die Begrenzungen durch die Prüfquote damit zu umschiffen ...


    Das ändert aber nichts daran, dass aufgrund der aktuellen Datenschutzbestimmungen eine geeignete medizinische Information ausserhalb des Prüfverfahrens nach § 275 nicht "mal eben" gegenüber den Sachbearbeiter*Innen der Kostenträger offengelegt werden darf.

    Wir kommen unserer "Mitwirkungspflicht" nach. Aber egal ob MBEG, Vorverfahren (was wir aktuell generell ablehnen) oder Kurzbericht n. §112 - es wird nur pauschal auf die schon nach §301 übermittelten Diagnosen u. Prozeduren hingewiesen, "die die medizinische Notwendigkeit ergeben" und "wenn dies nicht ausreichen sollte" ansonsten anheim gestellt, dass man "gern bereit ist, gegen Vorlage einer Schweigepflichtentbindungserklärung des Versicherten oder im Rahmen einer Prüfung n. §275" weitere medizinisch inhaltliche Informationen darzulegen.


    Das ist aufreibend, aber mit geeigneten Textbausteinen machbar. Zumindest lässt es den unsäglichen (wahrscheinlich von schlauen Leitungen der Kostenträger entwickelten Griff in die "Trickkiste - wie kann ich möglichst die Prüfquotenbegrenzung umgehen?)" u. E. zunächst mal ins Leere laufen ....

    Insgesamt ist es zu bedauern, dass man auf diese Art und Weise miteinander umgeht.


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo rokka,


    vielen Dank für Ihr vehementes Engagement, sich gg die VWD-Kürzung und Streichung der Plasmapherese aufzulehnen.

    Wir haben gerade mit dem Kostenträger eine einvernehmliche Lösung gefunden, insbesondere zur Plasmapherese.

    Ich möchte hier im Detail nicht näher darauf eingehen, aber aus MedController-Sicht ist die Lösung auch unter o. a. Einlassungen o. k.


    Gruß

    geoff

    Hallo Forumsgemeinde,


    gerade habe ich Bescheid von unserer Landeskrankenhausgesellschaft erhalten, dass sehr wohl Bedenken und unterschiedliche Sichten auch auf anderen Ebenen auf die "Festlegung" des GKV-SV Bund zur Ermittlung der Prüfquote bestehen.

    Aus diesem Grund laufen gerade Bemühungen/Verhandlungen von der DKG bzgl. einer einvernehmlichen Lösung.


    Es empfiehlt sich also, abzuwarten ....


    geoff

    Liebe Frau Koch,


    den Ärger aus Ihrem Blickwinkel betrachtet kann ich gut verstehen. Ich hoffe aber gleichzeitig, dass hier jetzt nicht reihenweise von allen Seiten Frust ausgeschüttet wird, das könnte endlos werden ... (-: Denn genauso viele und ebenfalls begründete Defizite der aktuellen Regelungen könnte man aus Kliniksicht in die Diskussion werfen.


    In der Sache (Prüfquote, welches Quartal?) haben Sie Recht mit der "durchgehenden" Regelung.
    Es ist aktuell einfach wichtig, dass A L L E nach den gleichen Voraussetzungen und der gleichen Berechnungsmethode vorgehen. Dazu braucht es gerade ein verbindliches Statement.

    Wenn der GKV-SV das auch so "festlegt", so ist das doch nichts anderes, als beispielsweise die sog. "SEG 4" - Kodierempfehlungen, die vom MDK uneingeschränkt mit "Gesetzeskraft" und verbindlich für alle versehen werden.

    Zunächst ist das mal eine einseitige Festlegung, nichts anderes ....


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo,


    gibt es nach wie vor keine Veröffentlichung oder hat jemand in einer Klarstellung geregelt, dass mit dem "vorvergangenen" Quartal aktuell definitiv das 3. Quartal 2019 zur Prüfquotenberechnung herangezogen werden muss?

    Alle Textstellen im Gesetz und den Festlegungen des GKV-SV beziehen sich m. W. ja zunächst mal auf Regelungen, die im Falle der bundeseinheitlichen Auswertung über den GKV-SV zu treffen sind. Ist es (juristisch) zulässig, hieraus jetzt auch für die Übergangsphase diese Regelung anzuwenden?


    Jetzt, da Kostenträger sich an die Auswertungen zu den 5% machen oder auch Kliniken wiederum schon zuviel erteilte Prüfaufträge zurückweisen bzw. Stornos abwarten wollen, kommt es sehr auf eine einheitliche Vorgehensweise und gleichgeartete Berechnungen an. Und die Diskussion hier zeigt, wie unsicher und auch dissent die Einzelmeinungen dazu sind.

    Deswegen: weiss da jemand Näheres oder kann man sich als durchgängig akzeptierten und gehandhabten Standard auf das 3. Quartal 2019 verlassen?


    Gruß

    geoff

    Hallo,


    sicher haben wir nicht "absichtlich gewartet" - aber jeder hier im Forum kennt genau diese VWD-Kürzungen, gegen die man am Ende dann doch machtlos ist.

    Im vorliegenden Fall ging es um den V. a. eine Autoimmunerkrankung mit zunehmender Organdysfunktion, die schließlich aus unerschiedlichen Gründen in ein Haus der Maximalversorgung gehörte. Zum "geeigneten" Zeitpunkt zur Verlegung differieren die Meinungen/Haltungen der Klinik und des MDK. Ohne hier zu sehr in Details zu gehen, spielt sich das Ganze aber eben genau in der Grauzone ab, die wir alle kennen und im Nachverfahren bzw. vor dem SG wohl ohne große Erfolgschancen für die Klinik bleibt.

    Somit reduziert sich meine Frage tatsächlich auf die noch mögliche Abrechnung des erbrachten ZE.


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo,


    medizinisch notwendig war die Plasmapherese, aber ich befürchte wg. des Wirtschaftlichkeitsgebotes auch den Verweis auf "hätte dann in Klinik B durchgeführt werden können ...."


    Mal abwarten, wie wir das mit dem Kostenträger regeln. Aufgrund der unstrittigen medizinischen Notwendigkeit wären die ZE-Kosten ja so oder so angefallen ....


    Beste Grüße

    geoff

    Liebes Forum,


    der MDK streicht uns gerade ein ZE für eine Plasmapherese, die als Leistung kurz vor einer Verlegung in eine weitere Klinik erbracht wurde. Es wird ebenfalls konstatiert, dass die Verlegung eher hätte stattfinden können.

    Das Leistungsdatum der Plasmapherese fällt nun in den Zeitraum der gekürzten Tage und wird "sozialmedizinisch nicht bestätigt".


    Gibt es hier neben der evtl. möglichen Einigung mit dem Kostenträger aus formaler Sicht etwas entgegenzusetzen i. S. "Leistung erbracht" "formal und medizinisch bestätigt durch MDK"? Kann man sich da auf irgendeine Regelung diesbezüglich berufen? Mir ist da nichts bekannt.


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo,


    dieses Problem haben wir auch schon diskutiert.

    Nun sind ja auch bisher schon virale Nachweise/Genesen bei Pneumonien (s. z. B. J10, J11)) unter den Einschlusskriterien bei Alter > 18 Jahren geführt. Dahingehend muss man u. E. eine Analogie herstellen und ableiten, dass COVID-Pneumonien wg. J12.8 (Pneumonie durch sonstige Viren, ebfs. Einschlusskriterium der Tabelle PNEU_ICD) erst einmal einen QS-Bogen erzeugt.


    Bzgl. der Therapie mit Virustatika u./o. (verzögert?) Antibiotika sind je nach Konstellation unterschiedliche Szenarien möglich, darunter dann auch solche, die die Referenzwerte reißen.

    Ich denke, das könnte man im strukturierten Dialog auf jeden Fall plausibel argumentieren. Besser wäre natürlich eine (wie auch immer geartete) Ausnahmeregelung bzgl. der "Antibiotikagabe" bei viralen Pneumonien, die diesen Umstand und Aufwand vermeidet.


    Beste Grüße

    geoff

    Hallo zusammen,


    m. E. ist es doch so, dass die Regelungen der FAQ 1007 komplett entfallen. Und diese bezogen sich auf das SIRS:

    [...]Was versteht man unter SIRS-Systemische inflammatorisches Response-Syndrom? (ICD-10-GM Nr. 1007 [...]


    Ich verstehe das so, dass ab 2020 r e i n m e d i z i n i s c h e Kriterien gelten und es keine offizielle Definition eines SIRS mit Blutkulturen und klinischen Kriterien mehr in den Abrechnungs-/Kodierregeln gibt.

    Das entspricht im Übrigen auch der seit spätestens 2016 in der Fachwelt vorherrschenden Terminologie, die eigentlich (zumindest im Infektionsfall) kein SIRS mehr definiert. Es werden in diesen Fällen "nur" noch Form und Schweregrad der Sepsis erörtert. (Fachlich) kurz zusammengefasst:

    Es gibt nur noch Sepsis und Septischer Schock.

    SIRS und "schwere Sepsis" werden in der aktuellen Sepsis 3 - Definition nicht mehr verwendet.

    Es wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eine Sepsis nicht nur mit einer generalisierten Entzündungsreaktion, sondern mit zirkulatorischen, zellulären und metabolischen Verändernungen einhergeht. Vor allem aber sollte eine Sepsis von einer unkomplizierten, nicht lebensbedrohlichen Infektion abgegrenzt werden.


    Zusammengefasst ist also nach meiner Kenntnis die oben geführte Diskussion hinfällig und die aktuelle Regelung kommt der tatsächlichen Sichtweise der Mediziner entgegen, wenn auch weiterhin mit der R65.x ein SIRS kodiert werden soll (wohl auch als "Trenner", um den Schweregrad der Sepsis "mit Organkomplikationen" zu kennzeichnen). Aber dies soll eben nach medizinischen Kriterien mit Diagnosestellung durch den Arzt geschehen.


    Beste Grüße

    geoff