• Medizinisches und pflegerisches Personal von Dokumentationspflichten befreien

    Pressemitteilung
    137. Hauptversammlung des Marburger Bundes
    07.November 2020
    Bei exponentiell ansteigenden Corona-Infektionszahlen und ansteigenden krankheitsbedingten Ausfällen des medizinischen Personals werden alle verfügbaren Gesundheitsfachberufe dringend in der Patientenversorgung benötigt. Deshalb müssen Abrechnungsprüfungen, Fallbesprechungen oder auch Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder Anfragen von medizinischen Begründungen und sogenannte Falldialoge durch die Krankenkassen ausgesetzt werden, fordert der Marburger Bund.
    Medizinisches und pflegerisches Personal von Dokumentationspflichten befreien (Foto: pressfoto)
    Medizinisches und pflegerisches Personal von Dokumentationspflichten befreien (Foto: pressfoto)

    Die Dokumentationserfordernisse für Qualitätsvorgaben und reine Abrechnungszwecke seien in einer eskalierenden Pandemielage auszusetzen. Das in der Patientenversorgung beschäftigte medizinische Fachpersonal müsse von derartigen Dokumentationspflichten befreit werden, damit es sich der Behandlung und Pflege von Patienten vollumfänglich widmen könne, heißt es im Beschluss der heutigen 137. Hauptversammlung des größten deutschen Ärzteverbandes, die erstmals ausschließlich digital stattfindet.

    Die Delegierten forderten zudem, dass die Prüfquote für Krankenhausabrechnungen beim Medizinischen Dienst auch im nächsten Jahr auf maximal fünf Prozent begrenzt bleibt, damit medizinische Fachkräfte für die Pandemiebewältigung zur Verfügung stehen, statt einer Abrechnungsbürokratie zu dienen. Die sonst mit den Abrechnungstätigkeiten befassten medizinischen Fachkräfte des MDK und auch der Krankenhäuser stünden somit der unmittelbaren medizinischen wie pflegerischen stationären Patientenversorgung zur Verfügung.