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Uniklinikum Essen: Kommt es zum Streik-Hammer? Betroffene zittern schon jetzt

Mitarbeitende im Gesundheitswesen in Essen verdienen zu wenig Geld und verhandeln deshalb mit Verdi. Nun steht ein Streik-Hammer bevor.

Essen
© IMAGO/Beautiful Sports

Einigung im Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen können im kommenden Jahr mit deutlich höheren Löhnen rechnen. Sie erhalten ab März kommenden Jahres 5,5 Prozent mehr Geld - und einen Inflationsausgleich in Höhe von 3000 Euro.

Ärzte, Pflegekräfte und alle Beschäftigten im Gesundheitswesen halten Krankenhäuser und Arztpraxen in diesem Land am Laufen. Für ihre teilweise große Aufopferung, extreme Arbeitszeiten und den harten Arbeitsalltag verdienen sie nach eigenem Empfinden viel zu wenig Anerkennung und Gehalt. Deshalb verhandelt die Gewerkschaft Verdi derzeit in Essen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Gehälter der 1,2 Millionen Landesbeschäftigten.

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Zwei Verhandlungen sind bereits ohne Angebot der Arbeitgeber verstrichen. Nun ruft die Gewerkschaft Verdi zum Streik am Uniklinikum Essen auf.

Uniklinikum Essen: Verhandlungen mit Verdi führen zu Streik

10,5 Prozent, mindestens 500 Euro mehr Gehalt, 200 Euro mehr für Auszubildende und deren unbefristete Übernahme: Das sind die Forderungen der Gewerkschaft Verdi. Die Verhandlungskommission der TdL lehnt sie rundweg ab und nennt verschiedene Gründe: „Die Kassen seien leer, es sei nicht Aufgabe der Arbeitgeber, die Inflation auszugleichen, die Forderungen seien überzogen“, zitiert Verdi. Nun reicht es der Gewerkschaft.


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„Wir erleben seit Jahren Reallohnverluste. Gerade für die unteren Lohngruppen bedeutet das, dass der Monat oft länger ist als das Gehalt,“ erklärt Jonas Schwabedissen, Intensivpfleger und Verdi-Vertrauensleutesprecher an der Uniklinik Essen in der Pressemitteilung. Und weiter: „Die Kolleg*innen sind sauer. Sie wurden in der Pandemie beklatscht und erleben jetzt, dass die Arbeitgeber Applaus offenbar für die neue Leitwährung in den Sozialbetrieben hält. Applaus zahlt keine Miete, kein Benzin oder Lebensmittel!“

„Mache mir wirklich Sorgen um die Zukunft der Versorgung von kranken Menschen in diesem Land“

Bernt Kamin-Seggewies, stellvertretender Verdi-Geschäftsführer in Essen, beschreibt die aktuelle Lage unter den Mitarbeitenden: „Den Zorn der Beschäftigten erlebe ich deutlich an den Streikzahlen. Wir konnten in den letzten Streiktagen an den Unikliniken in NRW bis zu 2000 Streikende zählen. […] Die Besetzungen sind teilweise kaum niedriger als im Alltag, viele Beschäftigte sind gerade krank“. Er mache sich wirklich Sorgen um die Zukunft der Versorgung von kranken Menschen in diesem Land und könne die Haltung der Arbeitgeber überhaupt nicht verstehen.

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In diesem Jahr gab es bereits so einige Streiks im Gesundheitswesen. Bisher hat sich nichts geändert. Foto: IMAGO/Beautiful Sports

Nun steht uns ein Streik bevor. Am 23. und 24. November wurden Beschäftigte von Gesundheitseinrichtungen bundesweit von Verdi zum Streik aufgerufen. Vom Warnstreikaufruf betroffen sind alle Universitätskliniken, in denen der Länder-Tarifvertrag gilt. „Wer jeden Tag kranke Menschen versorgt und Leben rettet, muss seine Miete bezahlen und vom Lohn gut leben können“, forderte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler


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Genaue Zahlen über die voraussichtliche Anzahl der Streikenden liegen noch nicht vor. Die Notfallversorgung in den Krankenhäusern wird in allen bestreikten Kliniken auf jeden Fall sichergestellt.