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Asklepios Klinik Germersheim schließt Geburtshilfe

Asklepios Klinik Germersheim schließt Geburtshilfe zum 1. 1. 2019 (Pressemitteilung).

Nach der Kündigung im September durch das komplette Hebammen-Team konnte trotz größter Anstrengungen kein Ersatz gefunden werden • Gynäkologische Station bleibt erhalten und operative Angebote werden ausgebaut • Klinik stärkt...

Nach der Kündigung im September durch das komplette Hebammen-Team konnte trotz größter Anstrengungen kein Ersatz gefunden werden

• Gynäkologische Station bleibt erhalten und operative Angebote werden
ausgebaut

• Klinik stärkt den Standort jetzt durch verbesserte Angebote in den
Bereichen operative Gynäkologie, Psychosomatik und Innere Medizin

28. Dez. 2018 erstellt am 30. Nov. 2018 Germersheim Katharina Popelka
HEBAMMEN HABEN GEKÜNDIGT: ASKLEPIOS KLINIK GERMERSHEIM SCHLIESST GEBURTSHILFE
ZUM 1. 1. 2019

Germersheim, 29. November 2018. Ende September erreichte die Leitung der
Asklepios Klinik Germersheim ein überraschendes Kündigungsschreiben des
kompletten Hebammen-Teams. Seither hat die Klinikleitung alle erdenklichen
Anstrengungen unternommen, um die absehbar zum Jahreswechsel unbesetzten
Stellen in ausreichender Zahl neu zu besetzen. Dies ist leider trotz
intensivster Anstrengungen nicht gelungen. Ohne Hebammen ist eine Fortführung
der Geburtshilfe aber nicht möglich. Daher wird die Klinik die Abteilung
Geburtshilfe notgedrungen zum 1. Januar 2019 schließen. Der Versorgungsauftrag
wurde bereits an das Land zurückgeben. Die Hebammen wollen nach aktuellem
Kenntnisstand zukünftig mit dem Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer
kooperieren.

„Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, auch für die Schwangeren, die
nun weitere Wege auf sich nehmen müssen. Allerdings blieb uns durch die seitens
der Hebammen vollzogene Kündigung keine andere Wahl“, so Klinikgeschäftsführer
Frank Lambert. „Die Aussichten auf Erfolg für eine Nachbesetzung der Stellen
waren leider von Anfang an schlecht, denn es herrscht bundesweit ein
dramatischer Mangel an Hebammen. Eine Weiterführung der Geburtshilfe in der
Klinik Germersheim wäre zwar auch mit sechs statt der bislang zwölf Hebammen
vorübergehend möglich gewesen, um eine Betreuung der Schwangeren rund um die
Uhr zu gewährleisten. Dies jedoch in deutlich reduziertem Umfang. Doch selbst
diese Handvoll Hebammen war auf dem Stellenmarkt nicht verfügbar,“ so Frank
Lambert. „Das alles ist auch deshalb besonders tragisch, weil unsere
Geburtsstation in Germersheim aufgrund ihres positiven Images und ihrer
bekanntermaßen besonderen Ausrichtung weit über die Region hinaus Ansehen
genießt und über entsprechenden überregionalen Zuspruch von werdenden Eltern
verfügt“, so Dr. Stefan Pastor, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und
Geburtshilfe.

Die Klinikleitung bedankt sich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der Abteilung Geburtshilfe für die über die vielen Jahren
erbrachte hervorragende Leistung. Sie haben mit ihrer Kompetenz und ihrer
Fürsorge für die Patientinnen und Neugeborenen maßgeblich zum hohen Ansehen der
Klinik beigetragen! Auch den vielen Tausend Eltern, die der Geburtshilfe der
Klinik ihr Vertrauen geschenkt haben, sei an dieser Stelle Dank
ausgesprochen.

Die gynäkologische Station wird auch ohne das Angebot der Geburtshilfe bestehen
bleiben. Der Schwerpunkt der Station wird in der operativen Frauenheilkunde ab
Januar abgebildet werden.

Ein weiteres zentrales Element der künftigen Standortstärkung ist der Ausbau
der Abteilung für Innere Medizin. Hier wird das Leistungsangebot für Patienten
mit Magen-Darm-Erkrankungen und im Rahmen der Schlaganfallversorgung deutlich
ausgebaut. Hierzu wird die Klinik in Kürze gesondert berichten. Darüber hinaus
wird die Klinik eine weitere neue Fachrichtung errichten. Die Klinik wird einen
weiteren Schwerpunkt im Bereich der Psychosomatik etablieren. „Der
Versorgungsbedarf im Bereich der Psychosomatik ist gegeben und wird in den
kommenden Jahren weiter steigen. Aus diesem Grund werden wir in diesem Bereich
einen weiteren Schwerpunkt in Germersheim bilden. Unter anderem ist im Bereich
der Frauenheilkunde eine Verknüpfung von operativer Gynäkologie mit
psychosomatischen Versorgungsangeboten – zum Beispiel nach Brustoperationen –
eine optimale Versorgungserweiterung“, so Frank Lambert.

Psychosomatik – Hintergundinformationen

Die Psychosomatik befasst sich mit Krankheiten und Leidenszuständen, an deren
Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren (einschließlich
dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen) maßgeblich beteiligt
sind. Innerhalb eines Jahres durchleben in Deutschland 37% der Frauen und 25%
der Männer eine psychische Störung. Die Wahrscheinlichkeit, während seines
Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung zu erkranken, liegt
bei bis zu 50 Prozent. Der grundsätzliche Wandel unserer Gesellschaft im
Medienzeitalter verlangt vom Menschen eine erhebliche psychische und mentale
Belastbarkeit. Dies hat auch zu einer deutlichen Veränderung des Spektrums der
Beschwerde-/Krankheitsbilder geführt. So hat z.B. die Gruppe der
Erschöpfungssyndrome („Burnout“) eine erhebliche Zunahme erfahren; sie steht in
einem direkten Zusammenhang mit Entfremdungsprozessen am Arbeitsplatz, die
unter einem erhöhten Qualifikationsdruck, einer niemals ruhenden
Informationstechnologie, einer wachsenden Angst vor Kündigung, Kränkung oder
Niederlage, vermehrt auftreten. Hinzu kommen die zahllosen reaktiven Störungen
(Anpassungsstörung), die auch als Überforderungssyndrome bezeichnet werden
könnten. Auch das Thema Mobbing zeigt - unabhängig von der nosologischen
Einordnung - wie häufig Menschen sich von ihrer Arbeit und ihren Kollegen
bedroht fühlen und die Fähigkeit verloren haben, ihre Geschicke noch
ausreichend zu steuern. Ebenso lassen sich die Schmerzsyndrome und sogenannte
funktionelle Störungen, die häufig erhebliche Folgekosten verursachen, in
diesen Kontext stellen; Schmerz entsteht, wenn die körperliche oder psychische
Unversehrtheit gefährdet ist. Ein drohender Ausschluss aus dem
gesellschaftlichen Kontext kann, wie aktuelle Studien eindrucksvoll zeigen,
Schmerzen verursachen.

Quelle: Pressemitteilung, 28.12.2018

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erschienen am Mittwoch, 02.01.2019
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