Diskussionen um neue geriatrische Abteilung in Hünfeld
Neue Geriatrie in Hünfeld: Helios-Ausbau sorgt für Diskussionen in der Region Fulda (Fuldaer Zeitung).
Die neue Geriatrie-Abteilung, die Helios zum 1. Juli in der St. Elisabeth Klinik Hünfeld eröffnet hat, stößt bei gleich zwei regionalen Wettbewerbern auf Ablehnung
Helios Hünfeld: Neue Geriatrie stößt auf Ablehnung der Konkurrenz
Fulda, 11.07.2026 12:43 Uhr
Wettbewerber bezweifeln einen Versorgungsbedarf für die neue Geriatrie in Hünfeld und sehen das Timing kurz vor der Leistungsgruppen-Zuteilung als strategisches Kalkül.
Michael Sammet, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda, betreibt mit 120 vollstationären und 30 ambulanten Plätzen sowie jährlich über 2.000 Patienten eine der größten Geriatrien Hessens und betont, es gebe keinerlei Wartezeiten in der Region.
Auch das Eichhof-Krankenhaus Lauterbach zeigt sich verwundert und irritiert: Das Haus verfügt über 25 stationäre Geriatrieplätze und hat erst kürzlich einen Kooperationsvertrag mit dem Klinikum Fulda unterzeichnet.
In Klinikkreisen wird offen gefragt, warum Helios ausgerechnet wenige Monate vor der Leistungsgruppen-Vergabe durch das hessische Gesundheitsministerium eine neue Abteilung eröffnet.
Helios selbst bezeichnet die Geriatrie als wichtigen Baustein der Clusterstrategie Mainfranken-Südthüringen – ohne Angaben zu Bettenzahl, Personal oder Fallzahlplanung.
Das Timing ist das eigentlich Brisante: Wer eine Abteilung kurz vor der Leistungsgruppen-Zuteilung eröffnet, schafft vollendete Tatsachen gegenüber der Planungsbehörde – ein klassischer Zug, um die eigene Position im Verteilungskampf zu stärken, bevor die Entscheidung fällt.
Ob dieses Kalkül aufgeht, hängt davon ab, wie das hessische Ministerium mit nachträglich etablierten Strukturen umgeht, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht existierten.
