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Ein Ausnahmejahr für die Gesundheit Nordhessen AG

Ein Ausnahmejahr für die Gesundheit Nordhessen AG (Gesundheit Nordhessen AG).

Konzern legt Jahresbilanz 2020 vor; Neuausrichtung auf den Weg gebracht. Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Nordhessen langfristig sicherzustellen, hat die GNH eine umfassende Neuausrichtung auf den Weg gebracht....

Konzern legt Jahresbilanz 2020 vor; Neuausrichtung auf den Weg gebracht. Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Nordhessen langfristig sicherzustellen, hat die GNH eine umfassende Neuausrichtung auf den Weg
gebracht. Dazu gehört auch die Erweiterung des Notfallzentrums Nordhessen um
einen dritten Schockraum. Gemessen an der Zahl der rettungsdienstlichen
Anfahrten, ist das Notfallzentrum Nordhessen die größte Notaufnahme in Hessen.
09.07.2021 Kassel
2020 war die Gesundheit Nordhessen (GNH), wie viele andere Krankenhäuser, mehr
gefragt denn je. Neben der zentralen Rolle im Umgang mit der Pandemiesituation
– das Klinikum Kassel ist koordinierendes Krankenhaus für Nordhessen – war das
Jahr von der Neuausrichtung des Konzerns geprägt. Unter dem Motto „Perspektive
2022“ wird die Struktur der GNH seit Ende 2019 konsequent umgebaut und die
einzelnen Gesellschaften zukunftsorientiert weiterentwickelt. Ziel ist es, die
GNH erfolgreich aufzustellen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in
Nordhessen langfristig und qualitativ hochwertig sicherzustellen.

Für die Steuerung der Versorgung in der Coronapandemie wie auch für die
Neuausrichtung hat die Gesundheit Nordhessen Verantwortung übernommen und sich
für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Dies macht sich im Jahresergebnis
bemerkbar, welches 2020 positiver ausfällt als im Vorjahr. Während die Verluste
für den Konzern im Jahr 2019 bei 11,2 Millionen Euro lagen, beträgt das
Ergebnis nach Steuern (EAT) für 2020 minus 7,8 Millionen Euro. Auch wenn die
GNH damit noch auf ein negatives Ergebnis zurückblickt, konnte im Vergleich zum
Vorjahr eine Verbesserung um rund 30,5 Prozent erreicht werden.

Entscheidend für das Ergebnis ist insbesondere die Entwicklung im Bereich der
Krankenhäuser. So konnten sowohl das Klinikum Kassel als auch das Krankenhaus
Bad Arolsen ihre Ergebnisse trotz der Sondersituation um COVID-19 stabilisieren
und die negative Entwicklung der Vorjahre aufhalten. 2020 wurde zur besseren
Gewinnung und Bindung der Beschäftigten der Zukunftssicherungstarifvertrag
beendet. Berücksichtigt man den Wegfall der Kompensation aus dem
Zukunftssicherungstarifvertrag, konnte eine Verbesserung von fast 63 Prozent
erreicht werden. Das Klinikum Kassel verzeichnet 2020 einen Verlust von 4,7
Millionen Euro (2019: minus 8,7 Millionen Euro ohne Einbehalt des
Zukunftssicherungstarifvertrags), das Krankenhaus Bad Arolsen kommt auf minus
615.000 Euro (2019: minus 1,9 Millionen Euro ohne Einbehalt des
Zukunftssicherungstarifvertrags).

„Das ist ein positives Zeichen, auch wenn der GNH noch einiges an Arbeit
bevorsteht“, so Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel und
GNH-Aufsichtsratsvorsitzender. „Ziel ist, dass die GNH für die Menschen in der
Stadt Kassel und den umliegenden Landkreisen der Gesundheitsversorger ihrer
Wahl ist. Dafür steht ein starkes ambulantes und stationäres Leistungsangebot,
das alle medizinischen Bereiche abdeckt: von der Spitzenversorgung im Klinikum
Kassel, über die Grund- und Regelversorgung im Krankenhaus Bad Arolsen bis hin
zu erstklassigen ambulanten Leistungen in der Region, die über das Zentrum für
medizinische Versorgung (ZMV) angeboten werden.“

„Trotz signifikanter Einschnitte durch die Corona-Pandemie, wie beispielsweise
die Aussetzung der elektiven Eingriffe, die Freihaltung von Betten für
COVID-Patientinnen und -Patienten und damit einem starken Rückgang der
Fallzahlen, ist es uns gelungen, die Negativentwicklung der Vorjahre
aufzuhalten und die Weichen für eine zukunftsorientierte GNH zu stellen“,
ergänzt Dr. Michael Knapp, Vorstandsvorsitzender der GNH. „In den nächsten
Monaten werden wir die Weiterentwicklung in diesen Bereichen vorantreiben.“

Kernelemente der Neuausrichtung

Um die Neuausrichtung der Gesundheit Nordhessen zu realisieren, wurden in allen
Gesellschaften und Bereichen des Unternehmens zahlreiche Projekte angestoßen.
Dazu gehören neben der Ausweitung des medizinischen Angebots, die stärkere
Vernetzung in die Region, die Digitalisierung klinischer Abläufe, innovative
medizintechnische Projekte sowie eine neue Intensiv- und OP-Struktur am
Klinikum Kassel, die den Anforderungen an eine moderne Spitzenmedizin gerecht
wird.

Im Jahr 2020 hat die GNH am Klinikum Kassel zwei Chefarztpositionen nachbesetzt
– Prof. Dr. Felix Treumer als Leiter der Klinik für Augenheilkunde sowie PD Dr.
Kia Homayounfar, der die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie leitet.
Auch in anderen Kliniken ist es dem Unternehmen gelungen, zentrale Positionen
neu zu. Dazu kommt die Gründung eines Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit
Behinderung (MZEB) am Klinikum Kassel im April 2021, das mit dem
spezialisierten, ganzheitlichen Angebot für geistig und mehrfach behinderte
Menschen eine Versorgungslücke in Nordhessen schließt.

Im Zuge ihrer Neuausrichtung hat die GNH auch ihr Engagement in der Region
verstärkt. Das Zentrum für medizinischen Versorgung (ZMV), das über den
Standort am Klinikum Kassel hinaus eine fachübergreifende, ambulante Versorgung
anbietet, hat im vergangen Jahr beispielsweise einen HNO-Sitz in Baunatal und
eine urologischen Praxis in Bad Arolsen erworben.

2020 wurde das Neurovaskuläre Zentrum am Klinikum Kassel erfolgreich
re-zertifiziert. Das Zentrum steht für Qualität und hohe Expertise bei der
Schlaganfallversorgung in Nordhessen und den Nachbarregionen. Als zentrale
Koordinierungsstelle koordiniert es über 15 andere Kliniken z.T. im Rahmen von
Telekonsilen und regelt die Patientenströme. So wird sichergestellt, dass alle
Patientinnen und Patienten mit gefäßbedingten Erkrankungen des Nervensystems in
Nordhessen und Umgebung eine optimale Behandlung bekommen.

Am Klinikum Kassel wurde das Notfallzentrum Nordhessen im März 2021 um einen
dritten Schockraum erweitert. In die größte Notaufnahme in Hessen kommen pro
Jahr etwa 40.000 Patienten, davon müssen etwa 3.300 aufgrund der Schwere ihrer
Verletzung oder Erkrankung in einem Schockraum behandelt werden. Der neue Raum
verfügt über eine hochmoderne technische Ausstattung und aufgrund seiner Größe
eine höhere Flexibilität für die Patientenversorgung. Gemeinsam mit der
Kindernotaufnahme bietet das Klinikum Kassel in der Region Nordhessen eine
umfassende Versorgung komplexer Notfälle auf qualitativ höchstem Niveau.

Das Krankenhaus Bad Arolsen hat seine Notaufnahme ebenfalls umfassend
modernisiert. Digitale Systeme unterstützen bei der notwendigen
Ersteinschätzung des Gesundheitszustandes der Patienten. Mit einem festen,
pflegerischen und ärztlichen Team, zu dem jederzeit die Fachärzte des
Krankenhaus Bad Arolsen hinzugezogen werden können, ist die neue ZNA auch
fachlich sehr gut besetzt. Ein weiterer Vorteil für den Behandlungserfolg ist
die räumliche Nähe zu den Fachambulanzen und die Integration der
Ultraschalldiagnostik.

„Nicht zuletzt fokussieren wir uns mit der Planung neuer Bauprojekte auf
zukunftsfähige Strukturen“, resümiert Dr. Knapp. „Dazu gehören Neubauten wie
ein modernes High-Care-Zentrum für die Intensivmedizin und ein OP-Neubau.“

Die Rolle der GNH in der Coronapandemie

Insbesondere durch die Rolle des Klinikum Kassel als koordinierendes
Krankenhaus für die Region Nordhessen, konnte sich die GNH während der
Coronapandemie eine außerordentliche Position im Netzwerk der hessischen
Krankenhäuser erarbeiten. Im März 2020 hatte das Hessische Ministerium für
Soziales und Integration (HMSI) dem Klinikum die Verantwortung für die
Koordination der COVID-19-Versorgung in Nordhessen übertragen. Damit war der
Maximalversorger fortan für die Steuerung der Patientinnen und Patienten in 35
Krankenhäusern des Versorgungsgebiets zuständig. Im regelmäßigen und
partnerschaftlichen Austausch mit den Krankenhäusern aus dem Netzwerk ist es
selbst während der Hochphasen der zweiten und dritten Welle gelungen, die hohe
Zahl an erkrankten Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen. Allein
am Klinikum Kassel, das mit seinem zertifizierten ECMO-Zentrum die Versorgung
der schwersten Fälle sicherstellen konnte, wurden seit März 2020 insgesamt fast
1.000 COVID-Erkrankte behandelt.

Einen signifikanten Beitrag zur Eindämmung der Inzidenzzahlen in und um Kassel
leistet die GNH mit dem Betrieb eines Schnell- und PCR-Testzentrums in der
Innenstadt. In den Hochzeiten der dritten Welle konnten dort bis zu 1.000
Bürgerinnen und Bürger pro Tag einen kostenlosen Schnelltest bekommen. Mit den
sinkenden Infektionszahlen wurde das Angebot im Hinblick auf die anstehenden
Sommerferien auf Reise-PCR-Tests ausgeweitet.

Mit dem deutlichen Rückgang der COVID-Erkrankten steuert die
Krankenhauseinsatzleitung der GNH nun den strukturierten Übergang von COVID zu
„Chronic COVID“. „Es liegt auf der Hand, dass uns Corona noch länger begleiten
wird, auch wenn die Gefahr des Virus hoffentlich mit der Zeit abnehmen wird“,
so Christian Geselle. „Umso wichtiger ist es, dass wir die Strukturen in den
Krankenhäusern schaffen, um die Versorgung aller Patientinnen und Patienten
sicherzustellen.“

Kennzahlen des GNH Konzerns

2017 2018 2019 2020
Ergebnis: 2,0 Mio.€ 0,27 Mio.€ -11,18 Mio.€ -7,78 Mio.€
Umsatz: 389,93 Mio.€ 401,0 Mio.€ 413,32 Mio.€ 437,09 Mio.€
Eigenkapital: 73,7 Mio.€
73,5 Mio.€

89,61 Mio.€

81,74 Mio.€
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit:
-1,57 Mio.€

-7,70 Mio.€
0,03 Mio.€

19,73 Mio.€
Vollzeitstellen:
(2020 ohne Kreiskliniken Kassel) 3.257 VK 3.287 VK 3.324 VK 3.049
VK
Fallzahl (stationär):
(2020 ohne Kreiskliniken Kassel) 72.554 69.347 66.286 50.264
Vollzeitstellen ohne Kreiskliniken und SWA: 2.934,30 VK 2.992,30 VK
3.016,60 VK 3.047,70 VK


Ergebnisse der einzelnen GNH-Tochtergesellschaften:

2017 2018 2019 2020
Klinikum Kassel GmbH: 5,85 Mio.€ 3,97 Mio.€ -4,32 Mio.€ -4,66 Mio.€
ZMV GmbH: -0,37 Mio.€
- 0,9 Mio.€

0,64 Mio.€ 1,54 Mio.€
Krankenhaus Bad Arolsen GmbH: 0,11 Mio.€
0,2 Mio.€

-1,46 Mio.€

-0,62 Mio.€
Kreiskliniken Kassel GmbH/GRV GmbH: -2,43 Mio.€
-3,28 Mio.€

-4,93 Mio.€

-0,63 Mio.€
SWA Kasseln GmbH: -0,3 Mio.€ -0,71 Mio.€
-0,67 Mio.€

0,00 Mio.€
ökomed GmbH: -1,06 Mio.€
-1,11 Mio€

-1,25 Mio.€ -1,85 Mio.€
Reha-Zentrum/Casalis Reha GmbH: -0,15 Mio.€ -0,13 Mio.€
-0,09 Mio.€

-0,25 Mio.€


Ergebnisübersicht des GNH-Konzerns und der Krankenhäuser

Quelle: Gesundheit Nordhessen AG, 09.07.2021

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erschienen am Montag, 12.07.2021