Elbe-Elster-Klinikum: Furcht vor Privatisierung





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Elbe-Elster-Klinikum: Furcht vor Privatisierung

Nach Entlassung des Geschäftsführers: Aufsichtsratsvorsitzender des Elbe-Elster-Klinikums tritt zurück (RBB24).



Am Elbe-Elster-Klinikum gibt es weiter viel Bewegung. Nachdem Landrat Marcel Schmidt Anfang August überraschend den Geschäftsführer abberufen hatte, gab nun auch Aufsichtsratsvorsitzender Roland Neumann seinen Rücktritt bekannt.



Nach Geschäftsführer-Abberufung: Aufsichtsratsvorsitzender des Elbe-Elster-Klinikums tritt zurück

Finsterwalde, 26.08.2026, 15:26 Uhr

Auf rbb-Nachfrage erklärte Neumann, die Entwicklungen rund um das Klinikum hätten ihn in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt und zu dieser Entscheidung geführt.

Neumann ist stellvertretender Landrat und Dezernent für Finanzen, Personal und Service im Elbe-Elster-Kreis.

In einem Sonderkreistag am 9. September sollen die Vorgänge rund um das Klinikum ausführlich behandelt werden.

Laut Lausitzer Rundschau hatte Neumann das Amt niedergelegt, weil es unterschiedliche Auffassungen über die Konsequenzen einer Statusanalyse des Klinikums gegeben habe, so die Darstellung von Landrat Schmidt.

Neumann selbst erklärte dem rbb schriftlich, ausschlaggebend sei nach seiner Rechtsauffassung die mangelnde Beteiligung des Aufsichtsrates bei der Ab- und Neuberufung der Geschäftsführung gewesen, nicht die Statusanalyse.

Die Nichtbeachtung der Aufsichtsratsbeteiligung sei unzulässig gewesen und könnte dazu führen, dass sowohl die Abberufung des bisherigen als auch die Berufung des neuen Geschäftsführers jeweils unwirksam seien, heißt es in einer Verdi-Mitteilung zum Thema.

Auch Verdi befürchtet aufgrund der Personalie Papenfuß eine mögliche Teil- oder vollständige Privatisierung des Klinikums.

Der Rücktritt Neumanns markiert eine deutliche Eskalationsstufe in einem Konflikt, der bereits bei der ersten Berichterstattung über die überraschende Geschäftsführerabberufung erhebliches Konfliktpotenzial erkennen ließ.

Besonders beachtenswert ist die auffällige Diskrepanz zwischen den verschiedenen öffentlichen Darstellungen der Rücktrittsgründe.

Diese widersprüchlichen Begründungen verstärken den bereits von der CDU-Fraktion und der Gewerkschaft Verdi geäußerten Eindruck mangelnder Transparenz bei den Entscheidungsprozessen rund um das Klinikum.

Der für den 9. September angesetzte Sonderkreistag dürfte angesichts der nun mehrfach eskalierten Situation, von der ursprünglichen Geschäftsführerabberufung über die Kritik von CDU und Verdi bis zum jetzigen Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden, eine wichtige Gelegenheit zur öffentlichen Aufklärung der tatsächlichen Hintergründe bieten.

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