Krankenhaus Brake: Vorgezogene Schließung unumgänglich
Das St. Bernhard-Hospital Brake schließt bereits Mitte August (NDR).
Das St. Bernhard-Hospital in Brake schließt bereits zum 14. August, sechs Wochen früher als ursprünglich für Ende September vorgesehen.
St. Bernhard-Hospital Brake schließt bereits zum 14. August, sechs Wochen früher als geplant
Brake, 30.07.2026 18:18 Uhr
Grund sind akute Finanznot und rückläufige Patientenzahlen.
Bereits ab dem 7. August gilt ein Aufnahmestopp für neue Patient:innen.
Die medizinische Versorgung bereits aufgenommener Patient:innen bleibe uneingeschränkt sichergestellt.
Ziel ist es, möglichst viele Patient:innen bis zur Schließung nach Hause oder in Kurzzeitpflege- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen zu entlassen.
Nur in Ausnahmefällen sollen Patient:innen in andere Krankenhäuser verlegt werden.
Rund 350 Beschäftigte verlieren durch die Schließung ihre Arbeitsstelle.
Die Mitarbeitenden wurden am Donnerstag über die frühzeitige Schließung informiert.
Die Klinik steht bereits im Austausch mit anderen Krankenhäusern, um Beschäftigte an andere Arbeitgeber in der Region zu vermitteln, erste Bewerbungsgespräche hätten bereits stattgefunden.
Das St. Bernhard-Hospital hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet.
In den vergangenen Wochen habe sich die finanzielle Situation derart verschärft, dass eine frühzeitige Schließung laut Klinik unumgänglich sei.
Zusätzlich hätten rückläufige Patientenzahlen und zunehmende personelle Fluktuation dazu geführt, dass kein dauerhafter Krankenhausbetrieb mehr gewährleistet werden könne.
Gemeinsam mit dem angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) wurden jährlich rund 36.000 Patient:innen ambulant und stationär behandelt.
Anfang Juli hatte es noch geheißen, auch das MVZ solle geschlossen werden.
Am Donnerstag teilte das St. Bernhard-Hospital jedoch mit, das MVZ sei vom Krankenhausbetrieb unabhängig und solle fortgeführt werden.
Die Helios Klinik Wesermarsch hatte bereits angekündigt, in Brake ein neues Gesundheitszentrum aufbauen zu wollen.
Unangenehme Entwicklung: Der ursprünglich für Ende September angekündigte Schließungstermin wurde um sechs Wochen vorgezogen, was die zeitliche Lücke zwischen dem Ende des alten Krankenhausbetriebs und der geplanten Inbetriebnahme des neuen Helios-Gesundheitszentrums zusätzlich vergrößert, ohne dass zu diesem neuen Zentrum bislang ein konkreter Eröffnungstermin bekannt wäre.
Die überraschende Kehrtwende bezüglich des MVZ, das Anfang Juli noch zur Schließung vorgesehen war und nun doch als vom eigentlichen Krankenhausbetrieb unabhängige Einheit fortgeführt werden soll deutet darauf hin, dass sich in den vergangenen Wochen offenbar eine tragfähigere wirtschaftliche Perspektive für die ambulante Versorgungsstruktur abgezeichnet hat.
Für die 350 betroffenen Beschäftigten ist die bereits laufende aktive Vermittlung an andere regionale Arbeitgeber mit ersten Bewerbungsgesprächen ein vergleichsweise konstruktiver Umgang mit der Situation, der sich positiv von anderen Fällen abhebt, in denen Beschäftigte über Monate in Unsicherheit gelassen wurden.
