Kreis Kleve: 300-Millionen-Euro-Umbau der Kliniklandschaft





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Kreis Kleve: 300-Millionen-Euro-Umbau der Kliniklandschaft

Beratungen im Klever Kreistag zu Klinikfusionen: Zwei Standorte wackeln (WDR).



Im Kreis Kleve soll die linksrheinische Krankenhauslandschaft für rund 300 Millionen Euro grundlegend umstrukturiert werden



Kreis Kleve: 300-Millionen-Euro-Umbau der Kliniklandschaft – Goch und Kevelaer verlieren wohl die stationäre Versorgung

Kleve, 10.07.2026, 05:12 Uhr

Die stationären Leistungen der Häuser in Goch und Kevelaer werden bis 2031/32 auf Neubauten in Kleve und Geldern konzentriert, die beiden kleineren Standorte wandeln sich zu ambulanten Gesundheitscampussen.

Derzeit betreibt die Region vier Häuser: Kleve (342 Betten), Geldern (305), Kevelaer (210) und Goch (173); künftig sollen zwei Schwerpunkthäuser mit zusammen rund 1.000 Betten entstehen.

In Kleve wandern die Gocher Bereiche Thoraxchirurgie, Pneumologie, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin hinzu; in Geldern kommen Gefäßchirurgie, Angiologie, Neurologie, Stroke Unit und neuroradiologische Radiologie aus Kevelaer.

Der Transformationsfonds des Landes NRW soll den Großteil der Investitionssumme tragen; der Förderbescheid wird für Ende 2026 erwartet, der Eigenanteil der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE) beträgt rund 60 Millionen Euro.

Das St. Clemens-Hospital Geldern der Cusanus Trägergesellschaft Trier soll dabei zur KKLE übergehen, die alle vier linksrheinischen Häuser unter einem Dach vereint.

An den Standorten Goch und Kevelaer sollen Facharztpraxen, Notfallsprechstunden, Diagnostik und ambulante Operationen verbleiben; Kevelaer könnte zum Zentrum für chronische Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf entwickelt werden.

Das Projekt ist eines der ambitioniertesten Konsolidierungsvorhaben in NRW und zeigt, wie Krankenhausreform und Transformationsfonds zusammenwirken können, wenn Träger kooperieren statt konkurrieren.

Die KKLE übernimmt dabei eine strategisch kluge Führungsrolle, indem sie auch das Gelderner Haus in ihren Verbund integriert und damit die Planungshoheit über alle vier Standorte gewinnt.

Für Kevelaer und Goch ist der Verlust der stationären Versorgung schmerzhaft – ob die ambulanten Gesundheitscampusse tatsächlich eine vollwertige Alternative bieten, hängt davon ab, ob niedergelassene Ärzte und Fachpraxen sich dort langfristig ansiedeln, was in ländlichen Räumen traditionell schwierig ist.

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