Kreisklinik Wolfratshausen wartet auf Zuteilung der Leistungsgruppen





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Kreisklinik Wolfratshausen wartet auf Zuteilung der Leistungsgruppen

Krankenhausreform: Kreisklinik Wolfratshausen ist in Vorleistung gegeangen und weiß noch nicht, welche Leistungen sie künftig erbringen darf (Merkur).



Die Kreisklinik Wolfratshausen hat sich bereits mit Personal und Kooperationen auf die Krankenhausreform vorbereitet. Bis Ende Dezember entscheidet der Freistaat Bayern, welche Leistungsgruppen die Klinik künftig abrechnen darf.



Kreisklinik Wolfratshausen investiert vorab in Krankenhausreform, wartet nun auf Zuteilung der Leistungsgruppen

Wolfratshausen, 20.08.2026, 12:00 Uhr

Grünen-Bundestagsabgeordneter Karl Bär besuchte die Klinik im Rahmen seiner Sommertour, um sich vor Ort über die Auswirkungen der Krankenhausreform und des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes zu informieren.

Geschäftsführer Ingo Kühn stellte die Klinik mit 160 Betten und 534 Mitarbeitern als bestens aufgestellt vor.

Man leiste Grund- und Regelversorgung, ergänzt um Spezialisierungen wie die Weaningstation, auf der Patienten von längerer Beatmung entwöhnt werden. Genau dies fordere auch die Krankenhausreform.

Bisher breit gefächerte Leistungsgruppen wie Knie-, Hüft- und Gelenkersatz bilden künftig eigene Spezialgebiete, für die Kliniken Personal und Qualifikationen nachweisen müssen.

Die Kreisklinik arbeitet an einem Endoprothetik-Zentrum, hat 18 Kooperationen mit anderen Krankenhäusern geschlossen, bietet Telemedizin etwa in der Neurologie an und reichte 365 Unterlagen ein.

Alle Pflegestellen sind besetzt, was der Klinik durch Anwerbung im Ausland gelang.

Auf die Frage Bärs, was passiere, wenn die Klinik die Voraussetzungen für bestimmte Leistungsgruppen erfülle, diese vom Land aber nicht zugeteilt bekomme, antwortete Kühn, man dürfe die Gruppe dann nicht erbringen oder abrechnen.

Für die Klinik wäre das ein herber Verlust, da sie für alle Gruppen bereits mit Personal und Ausstattung in Vorleistung gegangen sei. Man müsste dies dann rückabwickeln.

Kühn erklärte, dies erschwere der Klinik auch, aus dem Defizit herauszukommen, da man ins Blaue hinein plane und Verluste nicht gezielt durch neue Leistungsgruppen kompensieren könne.

Auch beim Thema Klimatisierung zeigten sich die finanziellen Grenzen der Klinik. OP-Säle sind klimatisiert, Bettenzimmer nicht. Für besonders hitzebetroffene Räume will die Klinik mobile Klimageräte anschaffen.

Eine vollständige Klimatisierung des 60 Jahre alten Krankenhauses wäre aus eigener Kraft nicht finanzierbar, betonte Kühn, und würde nach seiner Schätzung mehrere Millionen Euro kosten. Dafür müsste aus seiner Sicht vor allem der Bund für Bestandsgebäude Mittel bereitstellen.

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