Marienhospitals Oelde wird geschlossen
Marienhospitals Oelde stellt stationäres Leistungsangebot zum 31. Dezember 2026 ein (Medienmeldung).
Die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen gGmbH (KHO) bedauert sehr, mitteilen zu müssen, dass das stationäre Leistungsangebot am Marienhospital Oelde zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Damit endet der stationäre Krankenhausbetrieb am Standort Oelde.
„Diese Entscheidung erfüllt uns mit großem Bedauern. Uns ist bewusst, welche Bedeutung das Marienhospital für die Menschen in Oelde und der Region sowie insbesondere für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Wir wissen um die enge Verbundenheit mit diesem Haus und um das große persönliche Engagement, das hier über viele Jahrzehnte geleistet wurde“, betont Matthias Bitter, Geschäftsführer der KHO. „Das Marienhospital ist für viele von ihnen seit Jahren oder Jahrzehnten mehr als ein Arbeitsplatz: Es ist berufliche Heimat und ein Ort, an dem sie sich mit großem persönlichem Einsatz für Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie füreinander engagieren. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Diese Entscheidung ist der KHO sehr schwer gefallen. Das Marienhospital ist seit mehr als 170 Jahren ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung in Oelde und der Region. Zugleich ist es ein bedeutender Arbeitgeber und eng mit zahlreichen engagierten Mitarbeitenden verbunden.
Strukturelle, medizinische und wirtschaftliche Herausforderungen
Die Entscheidung ist das Ergebnis einer über mehrere Jahre zunehmend schwierigen strukturellen, medizinischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Die stationären Fallzahlen und die damit verbundenen Umsätze sind kontinuierlich zurückgegangen. Im Zuge der Krankenhausplanung mussten die Geburtshilfe und die Geriatrie bereits Anfang 2025 geschlossen werden.
Der aktuelle Krankenhausplan sieht zudem ein deutlich reduziertes Leistungsgruppenangebot für den Standort vor. Dadurch sind die Möglichkeiten, das Marienhospital im regionalen Wettbewerb wirtschaftlich tragfähig weiterzuentwickeln, erheblich eingeschränkt. Hinzu kommen ein hoher Investitionsbedarf in Gebäude und Infrastruktur sowie zusätzliche finanzielle Belastungen durch das GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz.
Darüber hinaus besteht aufgrund der anderen Krankenhäuser gemäß der im Krankenhausplan festgelegten Kriterien keine stationäre Unterversorgung in der Region. Unter diesen Rahmenbedingungen ist ein dauerhaft wirtschaftlicher Betrieb des stationären Leistungsangebots in Oelde nicht möglich.
Verlässliche Versorgung bis zum Betriebsende
Bis zum Ende des stationären Krankenhausbetriebs wird die KHO die sichere und verlässliche Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleisten. Die kommenden Monate sollen strukturiert, transparent und verantwortungsvoll gestaltet werden.
„Wir werden zeitnah Gespräche mit allen Mitarbeitenden über berufliche Perspektiven und Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der KHO führen“, unterstreicht Matthias Bitter.
Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bei der Klärung ihrer individuellen Perspektiven unterstützt und erhalten ein Arbeitsangebot an den anderen Standorten der KHO.
Unabhängig von der Einstellung des stationären Leistungsangebots soll am Standort Oelde auch künftig ein Gesundheitsangebot erhalten bleiben und weiterentwickelt werden. Dazu gehören insbesondere ambulante Versorgungsangebote, auch im Rahmen des bereits bestehenden Angebotes im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Die konkreten Perspektiven für den Standort werden nun weiter ausgearbeitet. Auch die medizinische Versorgung an den weiteren KHO-Standorten am Elisabeth Hospital in Gütersloh, am Vinzenz Hospital in Rheda-Wiedenbrück, am Lucia Hospital in Harsewinkel, am Franziskus Hospital in Bielefeld sowie am Mathilden Hospital in Herford wird wie gewohnt fortgeführt.
Wichtige Informationen für unsere Patienten
Wann schließt das Marienhospital Oelde?
Unser Krankenhaus in Oelde stellt zum 31.12.2026 die stationäre Versorgung der Patienten ein.
Ist die Zentrale Notaufnahme bis dahin weiterhin erreichbar?
Ja. Unsere Zentrale Notaufnahme ist weiterhin 24 Stunden am Tag für Sie da.
Warum kann das Krankenhaus nicht erhalten bleiben?
Für die Entscheidung gibt es mehrere Gründe, die zusammenkommen:
Die Landeskrankenhausplanung hat dem Marienhospital nur wenige Leistungsgruppen zugeteilt. Dadurch sind die Möglichkeiten begrenzt, das medizinische Angebot zu erweitern und zusätzliche Patientinnen und Patienten zu gewinnen. In den bereits zugeteilten Leistungsgruppen ist die medizinische Versorgung in der Region weitgehend gesichert. Ein deutlich größeres Angebot ist unter den derzeitigen politischen und planerischen Vorgaben nicht möglich.
Zusätzlich werden medizinische Behandlungen durch gesetzliche Vorgaben zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragsstabilitätsgesetz) nicht kostendeckend vergütet.
Immer weniger Menschen nehmen das medizinische Angebot des Marienhospitals in Anspruch. Dadurch sinken die Fallzahlen und die Einnahmen. Gleichzeitig steigen die Kosten. Das Gebäude benötigt umfangreiche Investitionen und Sanierungen. In jedem dieser Bereiche geht es um Beträge in Millionenhöhe. Das Marienhospital erwirtschaftet etwa die Hälfte des Gesamtverlustes der KHO. Diese Verluste können innerhalb des Verbunds inzwischen nicht mehr dauerhaft ausgeglichen werden.
Ich habe einen Termin vor dem 31.12.2026. Werde ich noch behandelt?
Ja. Unsere Fachabteilungen sind weiterhin am Standort Oelde für Sie da. Alle geplanten Termine für Untersuchungen und Operationen finden statt.
Kann ich bis zum Jahresende noch einen neuen Termin bekommen?
Ja. Wenden Sie sich hierfür an die Sekretariate unserer Fachkliniken am Marienhospital Oelde.
Was passiert nach dem 31.12.2026? Sind die Fachkliniken dann noch erreichbar?
Ja. Wir werden die Leistungen, die zuvor am Marienhospital Oelde angeboten wurden, auf unsere anderen Häuser der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen verteilen. Wir werden Sie an dieser Stelle laufend über die aktuellen Entwicklungen informieren.
Quelle: Medienmeldung, 04.09.2026
