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Orthopädie / Unfallchirurgie mit Gelenkzentrum am Klinikum Lemgo werde geschlossen

Klinikum Lippe verkündet das Aus für die Orthopädie / Unfallchirurgie und das Gelenkzentrum am Standort Lemgo (Medienmitteilung).



Zum 30.09.2022 wird die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Klinikum Lippe am Standort Lemgo geschlossen. Damit wird zukünftig die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Standort Detmold die alleinige Versorgung der lippischen Bevölkerung im Klinikum Lippe in der Unfallchirurgie und
Orthopädie sicherstellen. Bisher wurden an beiden Standorten – Detmold und Lemgo – diese Leistungen angeboten. Mit dem Schritt folgt das Klinikum Lippe der
Notwendigkeit, Doppelstrukturen die medizinisch und wirtschaftlich von der
Gesundheitspolitik nicht gewollt sind zu optimieren.

Die Versorgung von unfallchirurgischen Notfällen am Standort Lemgo ist in der
zentralen Notaufnahme für fußläufige Patienten weiterhin gewährleistet.
Anlaufpunkt für das Rettungswesen ist darüber hinaus zukünftig die
Unfallchirurgie in Detmold.

Die Konzentration der Unfallchirurgie und Orthopädie am Standort Detmold ist
die Konsequenz aus dem gesetzgeberischen Willen der Bundes- wie Landesregierung
NRW einen Wandel der Krankenhauslandschaft zu erreichen. Bereits 2021 forderten
Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe und des Gesundheitsministeriums, eine
Spezialisierung und Zentralisierung von Krankenhausleistungen. Eine solche
Spezialisierung ist an vielen Krankenhäusern in der Region und auch an den
beiden Standorten des Klinikums Lippe bereits heute vollzogen. Im Klinikum
Detmold werden beispielsweise Patienten mit Herzerkrankungen in der Kardiologie
in der zertifizierten Chest-Pain-Unit behandelt, Patienten mit Darmkrebs im
zertifizierten Viszeralonkologischen Zentrum durch die Gastroenterologie und
Viszeralchirurgie. Im Klinikum Lemgo stehen die Experten der Pneumologie und
Thoraxchirurgie den Patienten mit Lungenerkrankungen im Lungenzentrum zur
Verfügung und Patienten mit Schlaganfall die zertifizierte Stroke-Unit. Diese
spezialisierten Angebote der jeweiligen Kliniken werden von den Patienten im
Kreis Lippe und auch überregional nicht nur in der Notfallversorgung genutzt.

Die Versorgung schwerverletzter unfallchirurgischer Patienten ist in den
letzten beiden Jahren – bedingt durch den Bedarf der bestmöglichen Nutzung von
Überwachungs- und Intensivkapazitäten in der Covid-Pandemie bereits überwiegend
am Standort Detmold konzentriert worden.

„Als ein Krankenhaus zwei Fachabteilungen mit vergleichbarem Leistungsspektrum
im Abstand von 13 Kilometern vorzuhalten ist nicht nur in Anbetracht der
Personalsituation in deutschen Krankenhäusern über alle Berufsgruppen hinweg
heute auf Dauer kaum möglich“ sagt Dr. Christine Fuchs, Medizinische
Geschäftsführerin des Klinikum Lippe. „Dieser Schritt ist uns nicht leicht
gefallen. Die hochwertige Versorgung ist für alle Lipperinnen und Lipper
sichergestellt und wir hoffen, dass alle Patientinnen und Patienten sowie
unsere Partner im Gesundheitswesen hierfür Verständnis entwickeln werden.“

Alle derzeit am Standort Lemgo über den Sommer hinweg geplanten Operationen
werden weiterhin durchgeführt, weitergehende bzw. zusätzliche
Terminvereinbarungen werden zukünftig für das Klinikum Lippe am Standort
Detmold in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie vorgenommen.

Quelle: Lippische Landes-Zeitung, 03.06.2022

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