Anzeige Anzeige: ID Berlin GmbH ×

Universitätsmedizin Mainz 2018 mit bislang schlechtestem finanziellen Jahresergebnis myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

« Bremen will die Krankenhaus-Investitionszuschüsse auf jährlich 78 Mio. Euro verdoppeln | Universitätsmedizin Mainz 2018 mit bislang schlechtestem finanziellen Jahresergebnis | Entlassmanagement: Patientenakten besser nicht per Fax versenden »

 

Universitätsmedizin Mainz 2018 mit bislang schlechtestem finanziellen Jahresergebnis

Universitätsmedizin Mainz 2018 mit bislang schlechtestem finanziellen Jahresergebnis (Pressemitteilung).

Die Universitätsmedizin Mainz feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen und kann auf große Erfolge zurückblicken. Allerdings hat sie für 2018 ihr bislang schlechtestes finanzielles Jahresergebnis zu verzeichnen. Die Gründe...

Die Universitätsmedizin Mainz feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen und kann auf große Erfolge zurückblicken. Allerdings hat sie für 2018 ihr bislang schlechtestes
finanzielles Jahresergebnis zu verzeichnen. Die Gründe
für das Defizit sind eine Reihe von internen und externen Belastungen. Die
Leistungen in Krankenversorgung und Forschung konnten zwar weiter gesteigert
werden, deckten jedoch nicht die hohen Kosten ab. Gleichwohl ist die positive
Leistungsentwicklung die Basis für eine Konsolidierung und die weitere
Verfolgung der strategischen Ziele universitärer Spitzenmedizin, die der
Wissenschaftsrat in seinem Gutachten 2017 positiv bewertet hat.


Die Universitätsmedizin Mainz hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Sie
schließt mit einem Jahresergebnis von -59,7 Millionen Euro ab. Darin beinhaltet
sind allerdings eine Reihe notwendiger zusätzlicher Rückstellungen in Höhe von
rund 22 Mio. Euro. Dringliche Gebäudesanierungen sowie gestiegene Personal- und
Materialkosten haben unter anderem dazu geführt, dass sich das Jahresergebnis
nach 2017 (- 33,1 Mio. Euro) nochmals verschlechtert hat.

Trotz der erheblichen finanziellen Probleme konnten auch 2018 Erfolge in
Krankenversorgung, Forschung und Lehre erzielt werden. „Im vergangenen Jahr
haben uns erneut mehr Patientinnen und Patienten ihr Vertrauen geschenkt und
sich in unseren Kliniken behandeln lassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende und
Medizinische Vorstand Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. „Das ist vor allem dem
großen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken.“

2018: Aufwärtstrend in Behandlungsqualität, Krankenversorgung und Wissenschaft

So stieg die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten 2018 auf
69.324 (2017: 68.903). Ambulant behandelt wurden 282.317 Patienten (2017:
279.054). Die Erlöse aus dem Krankenhausbetrieb stiegen von 457,628 Mio. Euro
im Jahr 2017 auf 476,204 Mio. Euro in 2018. Der Umsatz aus der Betriebsleistung
stieg von 737,390 auf 775,525 Millionen Euro.

Auch in Forschung und Lehre ging der Trend weiter nach oben. 59,3 Millionen
Drittmittel konnten eingeworben werden (2017: 51,7). Das neue
Helmholtz-Institut HiTron, an dem die Personalisierte Medizin erforscht wird,
die Beteiligung an sieben Sonderforschungsbereichen in Sprecher- und
Co-Sprecherschaft und das Deutsche Resilienzzentrum, das auf einem
vielversprechenden Weg ist, ein ausgegründetes Leibniz-Institut zu werden, sind
Belege für die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. Mit 3.400
Studierenden gehört die Universitätsmedizin Mainz zudem zu den größten
Lehr-Fakultäten in Deutschland.

„Wir können stolz auf die Entwicklung der Universitätsmedizin sein, die 2019
zehn Jahre besteht“, so Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und Univ.-Prof. Dr.
Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Strukturelle Herausforderungen gemeinsam angehen

„Die medizinischen und wissenschaftlichen Leistungen der Universitätsmedizin
Mainz sind beeindruckend. Sie ist nicht nur nach der Bettenzahl das größte
Krankenhaus in Rheinland-Pfalz, sondern nimmt unter den Maximalversorgern im
Land eine alleinige Sonderrolle ein. Daraus ergibt sich auch eine besondere
Verantwortung der Landesregierung für die Universitätsmedizin der
Johannes-Gutenberg-Universität“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Denis Alt,
Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Im
Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2019/2020 hat das Land wichtige
Entscheidungen für die Universitätsmedizin getroffen und 70 Millionen zur
Finanzierung des von der Unimedizin vorgelegten Investitionspakets und
strukturell 10 Millionen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen
Mittel konnten das Ergebnis 2018 noch nicht entlasten, aber ich bin trotz der
wirtschaftlich angespannten Lage zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen
wird, die finanziellen Probleme zu lösen. Die Aufgabe der Universitätsmedizin
ist es jetzt, diese Mittel klug und strategisch einzusetzen.“

Trotzdem bleibt der hohe Investitions- und Sanierungsbedarf eine
Herausforderung. Die Erneuerung der technischen Ausstattung ist in diesem
Zusammenhang auch ein kurzfristiges, die bauliche Weiterentwicklung naturgemäß
ein mittel- bis langfristiges Thema. Der Vorstand versucht, moderne
effizientere Prozesse und Behandlungsabläufe einzuführen. Dies stößt angesichts
der alten und gewachsenen Baustruktur an Grenzen. Deshalb arbeiten
Universitätsmedizin und Land gemeinsam daran, die bauliche Struktur der
Universitätsmedizin zu verbessern. Vorbereitungen zu einer aktualisierten
Bau-Masterplanung laufen, aber wichtige aktuelle Bauprojekte werden parallel
vorangetrieben und in der Planung berücksichtigt.

Millionenverluste: Anbieter universitärer Spitzenmedizin und zugleich
Stadtkrankenhaus

Die Herausforderungen an die Universitätsmedizin – im Spagat zwischen
Spitzenmedizin und Daseinsfürsorge – bleiben indes bestehen. „Wir sind das
einzige Universitätsklinikum in Rheinland-Pfalz und zugleich das
Stadtkrankenhaus von Mainz“, sagte Professor Pfeiffer. Einerseits entwickle,
praktiziere und lehre man die Medizin von morgen, anderseits sei man
Anlaufstelle für alle Patienten vor Ort, auch für solche mit weniger schweren
Erkrankungen.

Für die Behandlung schwerkranker Patienten werden eine moderne medizinische
Ausstattung und hochqualifiziertes Personal rund um die Uhr vorgehalten. Dies
ist sehr kostspielig. Die Vergütung komplexer Fälle ist durch die
Fallpauschalen allerdings nach wie vor nicht vollständig gedeckt, ihre
Behandlung reißt immer wieder Löcher in die angespannte Finanzdecke. Eine
Herausforderung stellt auch die zeitintensive Weiterbildung von Fachärzten
dar.

Konsolidierung durch Rücknahme des Personalaufbaus, verbessertes
Belegungsmanagement und Optimierung des Einkaufs

„Die Universitätsmedizin wird ihren Anteil zur Konsolidierung der finanziellen
Situation beitragen“, sagte PD Dr. Christian Elsner, der Anfang 2019 das Amt
des Kaufmännischen Vorstands der Universitätsmedizin Mainz übernommen hat. Das
Defizit habe mehrere Ursachen, bei denen man ansetzen müsse. Erste Maßnahmen
seien bereits eingeleitet worden. 2018 war der Personalbestand gegenüber 2017
um 104 Mitarbeiter angewachsen. Geplant ist, diesen Stellenaufbau über fast
alle Berufsgruppen hinweg – ausgenommen der Pflege – durch natürliche
Fluktuation zurückzuführen. „Wir setzen auch auf ein moderates Ergebnis bei den
laufenden Tarifverhandlungen“, so Elsner. Nun werden sämtliche Prozesse einer
Evaluierung unterzogen, um die Schnittstellen zwischen den Bereichen zu
optimieren. Gleichzeitig wird das Belegungsmanagement optimiert, um eine
effizientere und flexiblere Auslastung der Betten zu erreichen. Zudem sollen
Optimierungen beim Materialeinkauf erzielt werden.

Kreative Pflege-Kampagne war erfolgreich

Ob ein Teil der Personalkosten mit Hilfe des
Bundes-Pflegepersonal-Stärkungsgesetz – PpSG aufgefangen werden kann, das eine
Vergütung der Pflegeleistungen außerhalb der Fallpauschalen vorsieht, ist noch
nicht klar. „Wir begrüßen es, dass die Arbeit der Pflege Anerkennung erfährt
und angemessen entlohnt werden soll“, sagt Pflegevorstand Marion Hahn. Aktiv
möchte man auch in diesem Jahr den akuten Pflegenotstand angehen. Mit einer
Werbekampagne hat die Universitätsmedizin 2018 gute Erfahrungen gemacht. Daher
sucht sie nun neue kreative Ideen und setzt dabei erneut ganz auf die eigenen
Beschäftigten – als Ideengeber und Botschafter der Universitätsmedizin
Mainz.

Weitere Informationen:

Bildunterschrift Gruppenbild (v.l.n.r.): Der Wissenschaftliche Vorstand und
Dekan Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, der Kaufmännische Vorstand PD Dr.
Christian Elsner, der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende
Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, der Aufsichtsratsvorsitzende Staatssekretär
Dr. Denis Alt und Pflegevorstand Marion Hahn stellen das Jahresergebnis 2018
der Universitätsmedizin Mainz vor; Foto: Markus Schmidt (Universitätsmedizin
Mainz)

Pressekontakt
Barbara Reinke,
Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496,
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die
einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz
und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als
60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend
zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre
bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400
Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund
8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer
der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und
Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter
www.unimedizin-mainz.de

Quelle: Pressemitteilung, 03.07.2019

- - - - -



erschienen am Mittwoch, 03.07.2019
Anzeige Anzeige: ID GmbH ×