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Stellenmarkt Gesundheitswesen - Geriatrien droht kurzfristig das Aus - verantwortungsloses Handeln verschiedener Krankenkassen stellt altersmedizinische Versorgungsstrukturen in Frage my DRG

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Geriatrien droht kurzfristig das Aus - verantwortungsloses Handeln verschiedener Krankenkassen stellt altersmedizinische Versorgungsstrukturen in Frage

Geriatrien droht kurzfristig das Aus - verantwortungsloses Handeln verschiedener Krankenkassen stellt altersmedizinische Versorgungsstrukturen in Frage (Bundesverband Geriatrie).

Immer mehr Krankenkassen fordern auf Grundlage des Urteils des Bundessozialgerichts (BSG B 1 KR 19/17 R zur Dokumentation der Teambesprechung nach OPS 8-550 Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) Millionenbeträge von Geriatrien zurück....

Immer mehr Krankenkassen fordern auf Grundlage des Urteils des Bundessozialgerichts (BSG B 1 KR 19/17 R zur Dokumentation der Teambesprechung nach OPS 8-550 Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) Millionenbeträge von Geriatrien zurück. Der Bundesverband
Geriatrie e.V. (BV Geriatrie) warnt vor einer akuten Gefährdung der Versorgung
geriatrischer Patienten im Krankenhaus und ruft zu einer konzertierten Aktion
zum Erhalt der geriatrischen Versorgungsstrukturen auf.
Vor dem Hintergrund der morgen im Bundestag u.a. zur Abstimmung stehenden
Ergänzungsanträge zum Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG), durch die eine Verkürzung
der Verjährungsfristen für Rückzahlungsansprüche der Krankenkassen normiert würde,
stellen heute immer mehr Krankenkassen gegenüber Geriatrien konkrete Rückforderungen
für die Zeit ab dem Jahr 2014. Es handelt sich dabei um Beträge von mehreren zehntausend
bzw. hunderttausend Euro je Einrichtung. Deutschlandweit geht es hochgerechnet um
Beträge im dreistelligen Millionenbereich. Diese Rückforderungen werden konkret
angekündigt, bereits gestellt oder es werden die in Frage stehenden Beiträge direkt mit
aktuellen Vergütungen aufgerechnet. Diese Verfahrensweise führt in kürzester Zeit zur
wirtschaftlichen Überforderung der Geriatrien in Deutschland. Aufgrund der aktuellen
Situation sind geriatrische Einrichtungen akut gefährdet. Bei der Mehrheit der Geriatrien
würden die hohen Rückzahlungsforderungen der Krankenkassen zur Schließung von
Fachabteilungen oder sogar zur Insolvenz ganzer Einrichtungen führen.
Es droht somit auf breiter Basis die Vernichtung eines ganzen Versorgungszweiges! Dieses
Vorgehen ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der sozialpolitischen
Bedeutung der Geriatrie geradezu irrwitzig. In den letzten Jahren haben sich die Mehrzahl
der Bundesländer bemüht, diesen Versorgungsbereich mit seiner besonderen Bedeutung für
die Versorgung betagter und hochbetagter Patienten zu fördern und auszubauen – nicht
zuletzt auch zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Jetzt werden diese Entwicklungen
durch das verantwortungslose Handeln verschiedener Krankenkassen innerhalb kürzester
Zeit ad absurdum geführt.
Es gibt auch Krankenkassen, die sich verantwortungsbewusst verhalten und angesichts der
drohenden Gefährdung dieser geriatrischen Versorgungsstrukturen von einer rückwirkenden
Forderung mit Verweis auf das BSG-Urteil absehen wollen. Der BV Geriatrie befürchtet
jedoch, dass auch diese Krankenkassen zunehmend durch das Verhalten der anderen Kassen
unter Druck geraten.
Der BV Geriatrie hat Gesundheitsminister Jens Spahn sowie die gesundheitspolitischen
Sprecher der Bundestagsfraktionen um Hilfe gebeten und auf die besondere Bedeutung des
Gesetzgebungsverfahrens für die Geriatrie hingewiesen. Der BV Geriatrie fordert zudem vor
dem Hintergrund des aktuellen Verhaltens der Krankenkassen eine konzertierte Aktion zur
Sicherung der altersmedizinischen Versorgungsstrukturen in Deutschland.
Angesichts der demografischen Entwicklung wäre es unbegreiflich, wenn aufgrund einer
einzelnen BSG-Entscheidung und dem daraus abgeleiteten Verhalten verschiedener
Krankenkassen geriatrische Versorgungsstrukturen zerschlagen werden und damit die
fachspezifische Versorgung dieser multimorbiden Patienten grundlegend gefährdet wäre.
Bundesverband Geriatrie e.V.
Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer
Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20
Pressekontakt
Daniela Goldscheck
- Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030 / 339 88 76 – 27
E-Mail: daniela.goldscheck@bv-geriatrie.de
Internet: http://www.bv-geriatrie.de
Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 370 geriatrische Kliniken
beziehungsweise Einrichtungen betreiben und über zirka 23.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind
unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen
Mitglieder des Bundesverbandes. Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen
Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass
ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf
abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt,
der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die
Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, beziehungsweise soweit wie möglich
wiederherzustellen. Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der
Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der
Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS
aufgebaut und zu GEMIDAS Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines
eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben
wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der
Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.
Pressemitteilung vom 8. November 2018
Zeichen inkl. Leerzeichen: 3464, Sperrfrist: keine

Quelle: Bundesverband Geriatrie, 07.11.2018

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erschienen am Freitag, 09.11.2018
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