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TK-Position: Krankenhaus-Finanzierung neu gedacht

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Deutschland hat eine hochentwickelte Krankenhauslandschaft, die international ihres Gleichen sucht. Mit 600 Betten je 100.000 Einwohner liegt unser Land weit oben im Ländervergleich. Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zeigt sich,...

Deutschland hat eine hochentwickelte Krankenhauslandschaft, die international ihres Gleichen sucht. Es ist aber mittlerweile unbestritten, dass die fast ausschließlich auf Pauschalen basierende Finanzierung zur Mengenausweitung anregt. Ökonomische Anreize für mehr Qualität sind wenig ausgeprägt. Hinzu kommt ein wachsender Personalmangel, vor allem im Pflegedienst. Es ist an der Zeit, diese Defizite durch konkrete Reformen abzustellen.


Die TK schlägt vor, das DRG-System anzupassen und zu ergänzen. Die regionale
Kostenstruktur und die jeweilige Versorgungsstufe des Krankenhauses sollten bei
der Vergütung stärker berücksichtigt werden. Für Leistungsangebote, die sich
wegen einer geringen Fallzahl nicht mehr sinnvoll durch Fallpauschalen
finanzieren lassen, sollten Bestandteile von Vorhaltekosten in die Vergütung
eingebaut werden. Dadurch können bedarfsnotwendige Versorgungsstrukturen
insbesondere im ländlichen Raum und in Spezialdisziplinen erhalten werden. Die
Berücksichtigung von Vorhaltungen für Leistungen bedingt immer zunächst die
Feststellung von deren Bedarfsnotwendigkeit. Die leistungsgerechte Finanzierung
der reinen Behandlungskosten sollte auch weiterhin über DRG erfolgen.

Mehr Qualitätsanreize
Ergänzt werden sollte die Vergütung um Bestandteile, die von der erbrachten
Behandlungsqualität abhängig sind. Dabei können sowohl die bereits
existierenden Entgelte der Strukturqualität wie Vergütungen für Komplex OPS
(z.B. Intensivmedizinische oder frührehabilitative OPS) als auch Entgelte in
Abhängigkeit von der Ergebnisqualität zur Anwendung kommen. Die Bestandteile
der zukünftigen Vergütung könnten sodann in ein Gesamtbudget münden, das
leistungsbezogen entsprechend der Inanspruchnahme durch die einzelnen Benutzer
abfinanziert würde.

Versorgung besser planen
Außerdem brauchen wir eine strukturierte regionale Versorgungsplanung auf Basis
bundesweit einheitlich vorgegebener Versorgungsstufen für Kliniken. Das heißt
auch, dass als deren Folge von einem Abbau von Überversorgung in
Ballungsgebieten und bereits eintretender Unterversorgung im ländlichen Bereich
auszugehen ist.

Quelle: Pressemitteilung, 27.10.2020

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erschienen am Dienstag, 27.10.2020