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Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat dem Landesarchiv Greifswald fast 10.000 Psychiatrie-Akten zur Verfügung gestellt

Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat dem Landesarchiv Greifswald fast 10.000 Psychiatrie-Akten zur Verfügung gestellt (Pressemitteilung).

Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat dem Landesarchiv Greifswald fast 10.000 Psychiatrie-Akten zur Verfügung gestellt. Die Akten umfassen die Zeit von 1953 bis 1984 und sollen der Forschung zuteilwerden. Ebenso sind...

Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat dem Landesarchiv Greifswald fast 10.000 Psychiatrie-Akten zur Verfügung gestellt. Die Akten umfassen die Zeit von 1953 bis 1984 und sollen der Forschung zuteilwerden. Ebenso sind sie Grundlage für Ansprüche von Betroffenen. Knapp
80 Aktenmeter von Psychiatriepatientinnen und -patienten lagerten im Archiv des heutigen Helios Hanseklinikum Stralsund aus der Zeit als DDR-Bezirkskrankenhaus. Nun stehen die Akten im Landesarchiv Greifswald zur
Verfügung. „Die Akten haben eine enorme Bedeutung für die Forschung und für
Opfer von Repressionen in der DDR-Psychiatrie“, sagt Dr. Jan Armbruster,
Leitender Oberarzt der Forensischen Psychiatrie in Stralsund. Er befasst sich
seit vielen Jahren mit der Aufarbeitung der Psychiatriegeschichte am
Krankenhaus West.

Mit Hilfe der Unterlagen können Betroffene ihre Ansprüche auf finanzielle Hilfe
geltend machen. Seit 2017 unterstützt die Anlauf- und Beratungsstelle Stiftung
„Anerkennung und Hilfe“ Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der DDR
zwischen 1949 und 1990 in stationären Einrichtungen der Sonderpädagogik,
Psychiatrie oder Behindertenhilfe Leid und Unrecht erfahren haben und heute
noch unter den Folgen leiden. Betroffene, deren Angehörige oder Betreuer können
sich bis zum Meldeschluss 30.06.2021 persönlich, telefonisch oder schriftlich
an die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ wenden.

„Es sind aus dieser Zeit einige Einzelschicksale bekannt, aber noch ist nicht
alles aufgearbeitet worden“, erklärt Dr. Armbruster. „Daher freuen wir uns sehr
über die Unterstützung des Landesarchivs, die Akten dauerhaft zu sichern und
zugänglich zu machen.“

Das Landesarchiv Greifswald hat bereits vor einigen Jahren vom Hanseklinikum
eine große Zahl von Akten der ehemaligen pommerschen Provinzialheilanstalt
Stralsund aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts übernommen. Auch für das
Bezirkskrankenhaus Stralsund war das Landesarchiv Greifswald das zuständige
Archiv. „So ist es für uns selbstverständlich, diese Überlieferung in das
Landesarchiv zu übernehmen, um sie dauerhaft zu sichern. Im Landeshauptarchiv
Schwerin verfügt das Landesarchiv für den Bezirk Schwerin bereits mit den Akten
der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg beziehungsweise der
Bezirksnervenklinik Schwerin über einen vergleichbaren Bestand, der seit seiner
Erschließung von der Forschung rege nachgefragt wird“, erklärt Dr. Martin
Schoebel, Abteilungsleiter Landesarchiv im Landesamt für Kultur und
Denkmalpflege und langjähriger Direktor des Landesarchivs Greifswald. Da
Patientenakten einem besonderen Schutz unterliegen und an ihre Benutzung hohe
Hürden geknüpft sind, ist das Landesarchiv der geeignete Ort, nun die
Stralsunder Akten unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen zu verwahren.

Auszug Geschichte Krankenhaus West

Im Jahr 1953 wurde zunächst eine Psychiatrische Abteilung mit 200 Betten auf
dem Gelände der ehemaligen Landesheilanstalt am Krankenhaus West eröffnet.
Angesichts eines anhaltend hohen Aufnahmebedarfes – die Klinik war zu diesem
Zeitpunkt auch für den damaligen Bezirk Rostock zuständig – wurde die
Bettenkapazität bis Ende der 1960er Jahre auf ungefähr 700 erweitert. In den
Folgejahren kam es zu einer zunehmenden fachlichen Differenzierung mit
Einrichtung einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, einer Klinik für
Alkohol- und Drogenkranke sowie einer Klinik für Forensische Psychiatrie.

Quelle: Pressemitteilung, 16.06.2021

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erschienen am Donnerstag, 17.06.2021