Eröffnung der neuen MedBo-Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie in Weiden





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Eröffnung der neuen MedBo-Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie in Weiden

Mit der neuen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden bündeln die Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) wohnortnahe Hilfe für Kinder und Jugendliche in der Nordoberpfalz - ambulant, tagesklinisch und stationär (MedBo).



Neue Medbo-Klinik in Weiden: Wohnortnahe Versorgung und professionelle Hilfe



Neue medbo-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden eröffnet

Weiden, 09. Juli 2026, 18:36 Uhr

Die medbo hat in Weiden eine neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einem Investitionsvolumen von rund 34 Millionen Euro eröffnet.

Ärztlicher Direktor Dr. Christian Rexroth nannte die Einweihung einen Tag der Freude, Dankbarkeit und Hoffnung.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach nahm an der Feier teil und sicherte eine Förderung von knapp 18 Millionen Euro aus dem Krankenhausförderetat zu.

Das Angebot umfasst 32 stationäre Betten, darunter acht für suchtkranke Jugendliche.

Ergänzt wird dies durch eine Tagesklinik mit 18 Plätzen, inklusive eines Spezialangebots für Vorschulkinder.

Zusätzlich gehören eine Institutsambulanz und eine staatliche Schule für Kranke zum Standort.

Rund 100 Beschäftigte arbeiten in der neuen Klinik, davon 65 Neueinstellungen.

2025 wurden in der bisherigen Einrichtung 1.600 Behandlungen durchgeführt, 30 Prozent mehr als 2019.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler verwies auf Versorgungsforschung, wonach die Behandlungswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt, wenn die Entfernung zur Klinik mehr als 30 Kilometer beträgt.

Die Vorgeschichte reicht bis 1998 zurück, als die medbo ihre erste dezentrale Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche in Weiden eröffnete.

2001 kam eine Tagesklinik mit zunächst zwölf Plätzen hinzu.

Chefarzt David Aue beschreibt den Klinikstart als bewussten Kulturaufbau mit dem Ziel, jungen Patientinnen und Patienten Handlungsspielräume statt reiner Regeln zu vermitteln.

Zum Therapiekonzept zählen Erlebnispädagogik, therapeutisches Klettern in einer hauseigenen Kletterhalle sowie tiergestützte Therapie mit Hund und Pferd.

Seit April lief ein Probebetrieb ohne Patienten, um Aufnahme- und Krisenwege sowie Schnittstellen zwischen Station, Tagesklinik und Ambulanz zu testen.

Der reguläre Betrieb ist im April stufenweise angelaufen, die Auslastung steigt seither planmäßig.

Aue betont, dass auch die ambulante Weiterbehandlung nach dem stationären Aufenthalt gesichert werden müsse, da das Problem nach sechs Wochen Therapie nicht automatisch gelöst sei.

Der Neubau ist versorgungspolitisch überfällig – eine Region ohne stationäres kinder- und jugendpsychiatrisches Angebot bei wachsendem Bedarf ist aus Sicht der Patientenversorgung kaum zu rechtfertigen, zumal die zitierte 30-Kilometer-Grenze zeigt, wie stark Erreichbarkeit die tatsächliche Inanspruchnahme beeinflusst.

Die angekündigte Verzahnung mit der ambulanten Nachsorge bleibt vage – ohne konkrete Kooperationsvereinbarungen mit niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern droht das bekannte Muster, dass Patienten nach Entlassung in eine Versorgungslücke fallen.

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