Patientensicherheit auch im ZfP Südwürttemberg ein Thema





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Patientensicherheit auch im ZfP Südwürttemberg ein Thema

ZfP Südwürttemberg äußert sich zu Vorwürfen aus den eigenen Reihen (Schwäbische Zeitung).



Ein anonymes Schreiben einer Mitarbeiterin wirft dem Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg in Weißenau vor, aus Kostengründen nicht ausreichend in Klimatisierung zu investieren, wodurch Patient:innen während Hitzeperioden häufiger fixiert statt in gekühlten Räumen isoliert würden.



ZfP Südwürttemberg reagiert auf Vorwürfe zu fehlendem Hitzeschutz in Isolierräumen

Weißenau, 02.08.2026 16:56 Uhr

Die Redaktion recherchierte nach den genannten Vorwürfen und fragte beim ZfP nach.

Prof. Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess, Ärztliche Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung, bestätigt, dass zunehmende Hitze eine wachsende Herausforderung für psychiatrische Kliniken darstellt und viele Einrichtungen beim Hitzeschutz nachrüsten müssen, auch das eigene Haus.

Eine wissenschaftliche Auswertung des ZfP auf Basis von 164.435 stationären Aufnahmen, veröffentlicht im Fachjournal „BJPsych Open", zeigt, dass an heißen Tagen zwar mehr aggressive Vorfälle auftreten, die Zahl der Zwangsmaßnahmen dabei aber nicht ansteigt.

Graef-Calliess erklärt, Menschen in akuten psychischen Krisen seien durch die erregungsbedingt erhöhte Körpertemperatur besonders gesundheitlich gefährdet, was sich bei Hitze zusätzlich verschärfen könne.

Eine Fixierung sei stets das letzte Mittel bei akuter Lebensgefahr, werde nie leichtfertig angeordnet und benötige grundsätzlich eine richterliche Genehmigung.

Dass eine Isolierung grundsätzlich schonender sei als eine Fixierung, lasse sich laut ZfP nicht pauschal bestätigen.

Pflegedirektor Martin Holzke berichtet, nach jeder Zwangsmaßnahme werde mit den Betroffenen gesprochen, manche Patienten äußerten sogar den Wunsch, bei einer erneuten Krise lieber fixiert als isoliert zu werden, weil sie dies als beruhigender empfänden.

Die Recherche zeigt zudem technische Hürden auf: Mobile Klimageräte lassen sich in Isolierzimmern nicht ohne Weiteres einsetzen, da sie einen Abluftschlauch nach außen benötigen, wofür ein Fenster geöffnet werden müsste, was aus Sicherheitsgründen während einer Isolierung nicht möglich sei.

Das ZfP verweist auf seit 2025 stattfindende "Hitzegipfel" mit Ärzt:innen, Pflegekräften, Technik und Verwaltung, aus denen ein im Juli verabschiedetes Hitzeschutzkonzept entstand.

Seit drei Jahren sind in medizinisch sensiblen Bereichen wie Isolier- und Fixierräumen Thermometer installiert, die bei Überschreiten von 26 Grad automatisch die Stationen informieren.

Das 2019 bezogene Haus 18 wurde bereits nach dem damaligen Stand der Technik geplant, wird nun aber wegen häufigerer Hitzewellen zusätzlich nachgerüstet.

Vor wenigen Wochen wurde auf dessen Dach eine neue Kältemaschine für rund 40.000 Euro installiert, seitdem wurden dort keine Temperaturen über 26 Grad mehr gemessen.

Künftig sollen alle Neubauten und umfassend sanierten Gebäude in sensiblen Bereichen mit moderner Kühltechnik ausgestattet werden.

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