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Stationsäquivalente Behandlung unter neuem Namen und neuer Leitung

Stationsäquivalente Behandlung unter neuem Namen und neuer Leitung (vitos Herborn).

Das stationsäquivalente psychiatrische Behandlungsangebot von Vitos Herborn – bisher auch bekannt unter dem Namen StäB, heißt nun Vitos Behandlung Zuhause Herborn (BZH). Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Florian Stoll vom...

Das stationsäquivalente psychiatrische Behandlungsangebot von Vitos Herborn – bisher auch bekannt unter dem Namen StäB, heißt nun Vitos Behandlung Zuhause Herborn (BZH). Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Florian Stoll vom Vitos Klinikum Herborn hat die Leitung
zum 1. Mai übernommen.

von links: Martin Engelhardt und Florian Stoll© Vitos Herborn
Vitos Behandlung Zuhause Herborn bietet seit gut einem Jahr ein
stationsäquivalentes Therapieangebot an, das den stationären Klinikaufenthalt
ganz ersetzen oder zumindest verkürzen kann. Die Behandlung findet – wie der
neue Name schon sagt – in den eigenen vier Wänden der Patientinnen und
Patienten statt. Aktuell richtet sich Vitos Behandlung Zuhause Herborn
ausschließlich an Personen aus dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis, insbesondere dem
Raum Haiger, Dillenburg, Herborn und Ehringshausen.

Geschäftsführer Martin Engelhardt freut sich, dass das noch relativ junge
Angebot mit dem neuen ärztlichen Leiter, Florian Stoll, und einem erweiterten
Team nun weiter Fahrt aufnehmen kann. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass
Vitos Behandlung Zuhause eine gute Alternative und Ergänzung zum
Klinikaufenthalt ist. Für das Team ist es aber auch eine logistische
Herausforderung. Aktuell behandelt das Team fünf Personen zu Hause“.

Gute Alternative für ältere Menschen

Florian Stoll ist von dem Konzept Vitos Behandlung Zuhause überzeugt. „Manche
unserer Patientinnen und Patienten leiden an einer so starken Angst- oder
Zwangserkrankung, dass schon die Fahrt zur Klinik für sie unüberwindbar wäre.
Dann würden sie eher auf eine Behandlung verzichten. Jetzt kommt das Team zu
ihnen nach Hause und sie sind sehr dankbar, dass Vitos dies ermöglicht.“ Auch
bei älteren Menschen, für die ein Ortswechsel oft schwierig sei, könne man die
jeweilige Lebenssituation berücksichtigen und optimal in den Genesungsprozess
integrieren. Ob die stationsäquivalente Behandlung sich für eine Person eigne,
erklärt er, würde immer individuell und im Einzelfall entschieden.

Tägliche Hausbesuche

Das Konzept orientiert sich streng an den gesetzlichen Vorgaben. Im Gegensatz
zu regulären Hausbesuchen bekommen Patientinnen und Patienten bei der
stationsäquivalenten Behandlung deutlich öfter, nämlich täglich und bei Bedarf
auch häufiger – Besuch von einem Mitglied des Vitos BZH-Teams. Das gilt auch
für die Wochenenden. In der Praxis heißt das: Ein fachübergreifendes
Behandlungsteam aus Fachärzt/-innen, Psycholog/-innen, Pflegefachkräften und
Mitarbeitenden des Sozialdienstes besucht und behandelt psychisch erkrankte
Menschen in deren Wohnung, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht in der Lage
sind, sich in einer Klinik behandeln zu lassen. So können Betroffene während
einer Krise in der gewohnten Umgebung bleiben und trotzdem intensiv betreut
werden.

Hintergrund
Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung

Die Möglichkeit, stationsäquivalente psychiatrische Behandlungen (StäB) zu
Hause anzubieten, ist relativ neu. Psychiatrische Kliniken können dies seit
2018 tun und so Menschen, die schwer psychisch krank sind, im Home Treatment
behandeln. Die gesetzliche Grundlage ist § 115d SGB V. Die Voraussetzungen
dafür, dass eine Behandlung als StäB gilt, haben der Spitzenverband der
Gesetzlichen Krankenversicherung, der Verband der Privaten Krankenversicherung
und die Deutsche Krankenhausgesellschaft gemeinsam festgelegt. So muss eine
Indikation für eine stationäre Aufnahme vorliegen. Außerdem sollte
offensichtlich sein, dass das Therapieziel in diesem Fall am ehesten im
häuslichen Umfeld erreicht werden kann.

Quelle: vitos Herborn, 30.06.2021

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erschienen am Mittwoch, 30.06.2021