US-Kliniken: Geldforderungen vor Behandlungsbeginn steigen





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US-Kliniken: Geldforderungen vor Behandlungsbeginn steigen

US-Krankenhäuser verlangen zunehmend Vorauszahlungen von Patienten (Focus).



In den USA verlangen immer mehr Krankenhäuser eine Vorauszahlung, bevor sie mit einer Behandlung beginnen.



US-Krankenhäuser verlangen zunehmend Vorauszahlungen von Patienten

Phoenix, 13.08.2026, 17:53 Uhr

Besonders betroffen sind Patienten, deren Versicherung die jeweilige Klinik nicht als Vertragspartner führt. Für sie können mehrere Tausend Dollar fällig werden. Hintergrund sind unter anderem stark gestiegene Selbstbehalte.

Bei privaten Krankenversicherungen aus dem Obamacare-Markt lag der durchschnittliche Selbstbehalt 2026 bei 3.786 Dollar, ein Anstieg um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei arbeitgeberfinanzierten Familienversicherungen betrug der durchschnittliche Selbstbehalt 3.762 Dollar pro Person.

Krankenhäuser verlangen inzwischen im Schnitt etwa ein Viertel der erwarteten Eigenkosten der Patienten vorab, wie das auf Finanz- und Abrechnungsanalysen spezialisierte Unternehmen Kodiak Solutions ermittelt hat.

Für Patienten ist oft schwer nachvollziehbar, wie die verlangte Summe zustande kommt.

Unklar kann auch sein, wann zu viel gezahlte Beträge zurückerstattet werden. Die Regelungen unterscheiden sich zudem zwischen den einzelnen Bundesstaaten.

Für Notfälle gelten besondere Regeln. Krankenhäuser, die am staatlichen Medicare-Programm teilnehmen, müssen Patienten mit einem medizinischen Notfall zunächst untersuchen und bei Bedarf stabilisieren.

Medicare ist die staatliche Krankenversicherung vor allem für ältere Menschen ab 65 Jahren sowie bestimmte Menschen mit Behinderungen.

Der Bericht zeigt ein Symptom des US-amerikanischen Gesundheitssystems, das sich fundamental vom deutschen Sachleistungsprinzip unterscheidet.

Während in Deutschland gesetzlich Versicherte im Regelfall keine Vorleistung erbringen müssen, verschiebt das US-System durch steigende Selbstbehalte zunehmend das finanzielle Risiko auf die Patienten selbst, noch bevor eine Behandlung stattgefunden hat.

Problematisch erscheint die Frage der Netzwerkzugehörigkeit: Wenn selbst Kliniken nachträglich anders bewerten können, ob ein Patient innerhalb oder außerhalb des Versicherungsnetzwerks behandelt wird, entsteht eine erhebliche Rechtsunsicherheit für Betroffene.

Die Ausnahmeregelung für Notfälle über das Medicare-Programm zeigt, dass selbst im US-System eine gewisse Grundversorgungspflicht anerkannt wird, sobald akute Gefahr für Leib und Leben besteht.

Bei planbaren Eingriffen fehlt dieser Schutz jedoch weitgehend, was Patienten in eine schwierige Verhandlungsposition gegenüber den Kliniken bringt.

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