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Ambulante OPs: Gesetzliche Krankenkassen beenden Verträge

Ambulante OPs: Gesetzliche Krankenkassen beenden Verträge (Pressemitteilung).

Gemeinsame Presseerklärung der nordrheinischen Berufsverbände der Chirurgen, Orthopäden, Urologen, HNO-Ärzte, Gynäkologen, Anästhesisten, Hautärzte und der niedergelassenen Gastroenterologen. 14 Jahre laufender Förderungsvertrag für ambulante Operationen und Koloskopien von den Krankenkassen im...

Gemeinsame Presseerklärung der nordrheinischen Berufsverbände der Chirurgen, Orthopäden, Urologen, HNO-Ärzte, Gynäkologen, Anästhesisten, Hautärzte und der niedergelassenen Gastroenterologen. 14 Jahre laufender Förderungsvertrag für ambulante Operationen und Koloskopien von den Krankenkassen im Rheinland gekündigt.
Düsseldorf/Geilenkirchen – Handoperationen, Mandelentfernungen,
Blasenspiegelungen – diese und viele weitere Eingriffe werden auf höchstem
Facharztniveau in großer Zahl in ambulanten OP-Zentren Nordrheins
durchgeführt.

Die Zufriedenheitsrate unter den operierten Patientinnen und Patienten ist
hoch, da durch eine ambulante Operation oft ein belastender
Krankenhausaufenthalt vermieden werden kann. Die Infektionsrisiken sind
niedriger, was nicht nur während der aktuellen Corona-Pandemie von hoher
Bedeutung ist, sondern auch in Hinblick auf gefährliche Krankenhauskeime. Den
Krankenkassen entstehen durch das ambulante Operieren zudem deutlich geringere
Kosten, weshalb zahlreiche ambulante Operationen zuletzt mit einer Förderung in
Höhe von fünf bis 15 Prozent durch die Kassen finanziell gestützt wurden. Die
Kosten für die Krankenkassen reduzieren sich auf ¼ bis 1/3.

Diese bewährten und wirtschaftlichen Lösungen wurden nun, nach 14 Jahren, von
den gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein jäh beendet und die entsprechenden
Verträge mit den Ärztinnen und Ärzten gekündigt – Verträge, an denen fast 6000
Ärztinnen und Ärzte in fast 4000 Praxen teilgenommen haben. „Ohne die
bestehende und unbedingt notwendige Förderung des ambulanten Operierens werden
die ambulanten OP-Praxen im Rheinland nicht überleben können. Damit wird ohne
Not von den Kassen eine patientennahe Hochleistungsversorgung mit extrem
niedrigen Infektionsquoten liquidiert. Die Patienten, die damit in die
Krankenhäuser gezwungen werden, werden dafür kein Verständnis haben”, sagt Dr.
Manfred Weisweiler, Vorsitzender des Berufsverbands der niedergelassenen
Chirurgen in Nordrhein.

Schon die massiven Investitionen in Hygieneeinrichtungen der Praxen der letzten
Jahre seien nicht gegenfinanziert worden, so die Vertreter der Fachärzte.
„Unsere Forderungen dazu werden in Berlin im Ministerium, bei den Krankenkassen
und leider auch bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) seit Jahren
ignoriert.“ Die Fachärzte kritisieren zudem, dass sich die Kassen auch aus der
Förderung der Koloskopien (Dickdarmspiegelung) bei den Gastroenterologen, die
ebenfalls hohe Hygiene-Investitionen der Praxen erforderte, zurückgezogen
haben. „Auch damit erweisen die Kassen der Versorgung ihrer Versicherten einen
Bärendienst“, sagen die ambulanten Operateure.

Eine breite Allianz operierender ärztlicher Fachgruppen, darunter Chirurgen,
HNO-Ärzte, Gynäkologen, Urologen, Dermatologen, Orthopäden, Anästhesisten, aber
auch die koloskopierenden Internisten lehnt die aktuelle Entwicklung und die
Haltung der Krankenkassen nachdrücklich ab. Auch nordrheinische Hausärzte, die
um die Qualität und Bedeutung der ambulanten operativen Versorgung wissen,
haben ihre Solidarität bekundet. Aus dem NRW-Landesteil Westfalen-Lippe
informiert der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen, dass sie diese
Zustände ebenfalls nicht mehr hinnehmen können.

„Es ist klar, dass ab Januar 2021 die ambulanten Operationen und auch die
Koloskopien nicht mehr ohne eine vollständige Kostenzusage der Krankenkassen
durchgeführt werden können. Wir werden vor den Operationen Kostenzusagen der
Kasse einfordern. Welche Kasse es treffen wird, wird kurzfristig entschieden“,
so die Berufsverbände.

Für Patientinnen und Patienten könnte das bedeuten, dass sie sich noch im
Dezember für Facharzttermine im Januar in den jeweiligen
Kassen-Geschäftsstellen vorstellen müssen. Die unterzeichnenden Fachgruppen
erklären hiermit, dass sie diese Schritte keineswegs gewollt haben, ein Zurück
in die alten Verträge aber nicht mehr akzeptieren werden.

„Für eine nachhalte Lösung im Sinne der ambulanten Patientenversorgung müssen
zunächst für alle Fachgruppen – auch für die Narkoseärzte und Internisten –
endlich zeitgemäße Vergütungen, die auch die notwendigen Hygienekosten
gegenfinanzieren und den riesigen Unterschied zur Krankenhausbezahlung
ausgleichen, gefunden werden“, betonen die Facharztverbände unisono.

Quelle: Pressemitteilung, 11.11.2020

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erschienen am Mittwoch, 11.11.2020
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