Die Sozialausgaben in Deutschland steigen





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Die Sozialausgaben in Deutschland steigen

Die deutschen Sozialausgaben steigen auf ein Drittel der Wirtschaftskraft (Handelsblatt).



Die Sozialausgaben in Deutschland sind 2025 um etwa sechs Prozent auf 1,43 Billionen Euro gestiegen, wie das „Sozialbudget 2025" des Bundessozialministeriums zeigt.



Sozialbudget 2025: Sozialausgaben steigen auf 1,43 Billionen Euro

Berlin, 23.07.2026 - 15:25 Uhr

Der Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt legte um 0,7 Prozentpunkte auf 32 Prozent zu.

Ein höherer Wert wurde einzig im ersten Jahr der Coronapandemie erreicht.

Die Kosten des Sozialstaates teilen sich Beitragszahler, Staat und Arbeitgeber.

Der größte Anteil entfällt mit 34,5 Prozent auf die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, ein Plus von 0,3 Prozentpunkten gegenüber 2024.

Der Staatsanteil sank um 0,6 Punkte auf 32,8 Prozent.

Am stärksten stieg der Beitrag der versicherten Arbeitnehmer, um einen halben Prozentpunkt auf 31 Prozent.

Die beiden größten Ausgabenposten sind Alter und Hinterbliebene sowie Krankheit und Invalidität, mit jeweils rund 564 Milliarden Euro.

Die Gesundheitsausgaben stiegen dabei mit gut sieben Prozent stärker als die Ausgaben fürs Alter mit fünf Prozent.

Drittgrößter Posten sind Leistungen für Kinder, Familien und Mutterschaft mit 162 Milliarden Euro, ein Plus von 4,5 Prozent.

Steuervorteile durch das Ehegattensplitting sind darin nicht enthalten, da sie nicht als Sozialleistung zählen.

Laut Institut der deutschen Wirtschaft kostet das Splitting den Staat aktuell rund 25 Milliarden Euro jährlich, wovon gut 90 Prozent der Ehepaare mit Kindern profitieren.

Die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung stiegen im ähnlichen Umfang auf knapp 48 Milliarden Euro.

Deutlich stärker legten die gesetzliche Krankenversicherung mit 7,7 Prozent und die staatliche Pflegeversicherung mit 11,2 Prozent zu.

Zusammen mit den privaten Versicherungen wird damit mehr als jeder zehnte erwirtschaftete Euro für Gesundheit und Pflege aufgewendet.

Rückläufig sind dagegen die Ausgaben für das inzwischen zur Grundsicherung reformierte Bürgergeld, die von 58,2 auf 57,5 Milliarden Euro sanken.

Das Ministerium begründet dies unter anderem mit einem Rückgang der erwerbsfähigen Leistungsempfänger um 91.000 Personen trotz schlechter Konjunktur.

Bei allen Leistungsbeziehenden einschließlich Kindern waren es 185.000 Personen weniger als im Vorjahr.

Zudem sei es gelungen, mehr Empfänger in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Zum Vergleich: In den 1960er-Jahren lag die Sozialleistungsquote noch bei weniger als 20 Prozent, bis zur Wiedervereinigung stieg sie auf ein Viertel des BIP und legte seither tendenziell weiter zu.

Die Zahlen fügen sich in das Bild, das die Destatis-Analyse zu preisbereinigten Gesundheitsausgaben bereits gezeichnet hat: Mit einem Plus von 7,7 Prozent bei der gesetzlichen Krankenversicherung wächst dieser Bereich deutlich stärker als etwa die Rentenausgaben, was den politischen Handlungsdruck erklärt, der letztlich zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geführt hat.

Besonders bemerkenswert ist der noch stärkere Anstieg der Pflegeversicherung um 11,2 Prozent, der in der öffentlichen Debatte der vergangenen Wochen weniger Beachtung fand als die Krankenhausfinanzierung, obwohl die für den Herbst angekündigten strukturellen Reformen bei Rente und Pflege nach dieser Kostendynamik ebenso dringlich erscheinen wie die bereits verabschiedeten Einsparungen im Krankenhausbereich.

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