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Insolvenzen von Kliniken werden weiter zunehmen

Insolvenzen von Kliniken werden weiter zunehmen (VKD Online).

Bund und Länder sollten die Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung endlich zur Kenntnis nehmen. Berlin, d. 23. Februar 2021. Die Einnahmedefizite der Krankenhäuser sind deutschlandweit inzwischen existenzbedrohend. Damit steigt die Gefahr...

Bund und Länder sollten die Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung endlich zur Kenntnis nehmen. Berlin, d. 23. Februar 2021. Die Einnahmedefizite der Krankenhäuser sind deutschlandweit inzwischen existenzbedrohend. Damit steigt die Gefahr für die flächendeckende Gesundheitsversorgung der Patienten. Das Präsidium des Verbands der
Krankenhausdirektoren Deutschlands warnt: Wenn es nicht schnell eine wirkliche und vor allem nachhaltige Unterstützung für die Kliniken gibt, steht die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland auf der Kippe. Der
Irrsinn: Im Coronajahr 2020 mussten bereits rund 20 Krankenhäuser schließen. Dabei wird es nicht bleiben. Die Insolvenzwelle rollt weiter.

Diese beunruhigenden Zahlen sind der Politik in Bund und Ländern bekannt. Der
nicht einmal halbherzige sogenannte Schutzschirm des Bundes ist nicht geeignet,
die Situation zu entschärfen – bürokratisch, zu kurz gedacht und vor allem sind
nicht alle Kliniken einbezogen, die Corona-Patienten versorgt haben. „Wir
müssen davon ausgehen, dass Politik weiß, was sie tut“, so VKD-Präsident Dr.
Josef Düllings. „Wenn das so ist, müssen wir uns fragen: Was ist das Ziel? Geht
es, da Krankenhausplanung vielfach nicht funktioniert, jetzt um
Strukturveränderungen durch Pleiten? Ist inzwischen die Linie sogenannter
Experten, die 300 Krankenhäuser für ganz Deutschland für ausreichend halten,
die offizielle Politik? Jüngste Umfragen, sogar Versichertenbefragungen der
AOK, haben ergeben, dass die Bürger eine flächendeckende Versorgung mit
Krankenhäusern wollen.“

Die Krankenhäuser, psychiatrischen Kliniken und Rehakliniken aller Größen
werden mindestens dieses Jahr noch Pandemie-bedingt erhebliche Einnahmeausfälle
haben. Das wird sich definitiv negativ auf die Versorgung der Patienten
auswirken, wenn in der Politik nicht endlich ein Umdenken in Gang kommt. „Wir
appellieren hier auch an die Abgeordneten in Bund und Ländern: Lassen Sie sich
in den Kliniken Ihrer Wahlkreise im Detail dazu informieren und setzen Sie sich
für Ihre Kliniken ein. Etwas anderes würden die Bürgerinnen und Bürger nicht
verstehen. Fühlen Sie sich Ihren Wählern verpflichtet, die ihr Krankenhaus vor
Ort nicht verlieren wollen“, so der VKD-Präsident.

Krankenhäuser sind wesentliche Teile der Infrastruktur in einer Region und
einer Stadt. Sie geben den Menschen Sicherheit, im gesundheitlichen Ernstfall
schnell Hilfe zu erhalten. Sie sind darüber hinaus aber auch wichtige
Arbeitgeber, Steuerzahler, Ausbilder für viele Berufe, wichtig auch für die
Unternehmen in der Region und darüber hinaus. Ihre Träger suchen sich keine
preiswerteren Standorte im Ausland. Sie sind Stabilitätsanker für die
Gesundheitsversorgung ebenso wie für die wirtschaftliche Entwicklung in ihren
Regionen, in denen Menschen gut und gerne leben wollen.

Quelle: VKD Online, 23.02.2021

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erschienen am Dienstag, 23.02.2021