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Katholische Krankenhäuser fordern zügige Reformschritte

Katholische Krankenhäuser fordern zügige Reformschritte (KKVD).

Heute debattiert der Bundestag über die Pläne der neuen Bundesregierung in der Gesundheitspolitik. Die katholischen Krankenhäuser fordern, dass die im Koalitionsvertrag angekündigten Reformschritte zügig angegangen werden. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen...

Heute debattiert der Bundestag über die Pläne der neuen Bundesregierung in der Gesundheitspolitik. Die katholischen Krankenhäuser fordern, dass die im Koalitionsvertrag angekündigten Reformschritte zügig angegangen werden. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen für das Personal sowie eine Reform der Krankenhausfinanzierung. Zudem setzt sich
der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) für faire und gleiche Bedingungen für alle Trägerformen ein.

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche kam der am 30. November 2021 neu gewählte
Vorstand des kkvd zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dort wurde
Ansgar Veer (58) zum stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes bestimmt.

Morell: Steuerfreibetrag für alle statt Corona-Prämie für wenige

Ingo Morell, Vorsitzender des kkvd: „Die neue Bundesregierung will die
Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe und Pflegekräfte verbessern. Das ist
überfällig und muss schnell im Arbeitsalltag spürbar werden. Die Ankündigung
von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, diesmal nur ausgewählten Pflegekräften
eine Corona-Prämie zu zahlen, führt in den Belegschaften jedoch zu Verwunderung
und Frustration. Die Herausforderungen der Pandemie meistern alle
Mitarbeitenden in den Kliniken gemeinsam. Alle sind wichtig und werden
gebraucht, vom ärztlichen Dienst über die Pflegekräfte bis zum
Reinigungspersonal. Daher wäre es richtig, statt einer Corona-Prämie für wenige
in den Jahren 2021 und 2022 einen Corona-Steuerfreibetrag für alle
Klinikbeschäftigten einzuführen. Sie bekommen so mehr Netto vom Brutto und
damit eine sehr verdiente Anerkennung für ihre kräftezehrende Arbeit.“

Gesundheitsminister Lauterbach hat angekündigt, die Corona-Prämie vor allem an
Pflegekräfte zu zahlen, die von der Pandemie besonders belastet wurden. Die
Bundesregierung will dafür eine Milliarde Euro bereitstellen.

Fallpauschalensystem um Erstattung von Vorhaltekosten ergänzen

Ingo Morell weiter: „Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass eine
Regierungskommission Empfehlungen zur Reform der Krankenhausplanung und
-finanzierung vorlegt. Sie muss ihre Arbeit unter Einbeziehung der
Krankenhäuser jetzt zügig aufnehmen. Die Reform der Klinikfinanzierung ist
dabei die drängendste Aufgabe. Das leistungsbezogene Fallpauschalensystem muss
um die Erstattungen von Vorhaltekosten für Personal und Infrastruktur ergänzt
werden, wo dies für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig ist. Das gilt
insbesondere für ländliche Gebieten mit niedrigen Bevölkerungszahlen.
Angesichts des Praxissterbens ist es zudem notwendig, die Kliniken mehr in die
ambulante Versorgung einzubinden. So können Versorgungslücken geschlossen
werden.“

Ansgar Veer zum stellvertretenden kkvd-Vorsitzenden gewählt

Auf seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag und Mittwoch dieser Woche hat
der neue Vorstand ebenfalls über den Koalitionsvertrag gesprochen. Der kkvd
wird sich weiter für die Trägervielfalt sowie faire und gleiche Bedingungen für
alle Trägerformen einsetzen. Zudem hat der Vorstand Ansgar Veer (58) aus Lingen
zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der bisherige stellvertretende
Vorsitzende Ingo Morell (63) war bereits am 30. November 2021 von der
Mitgliederversammlung zum neuen kkvd Vorsitzenden bestimmt worden.

Ansgar Veer ist seit 2012 Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius
Hospitalgesellschaft im niedersächsischen Lingen. Der Träger ist ein Verbund
von vier Krankenhäusern und verschiedenen Altenpflegeeinrichtungen. Bereits
seit 1995 leitet er das Bonifatius Hospital in Lingen. Veer ist zudem Mitglied
diverser Gremien der Niedersächsischen und der Deutschen
Krankenhausgesellschaft.

Quelle: KKVD, 13.01.2022

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erschienen am Freitag, 14.01.2022