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Katholische Krankenhäuser legen Positionen zur Bundestagswahl vor

Katholische Krankenhäuser legen Positionen zur Bundestagswahl vor (KKVD, PDF, 162 kB).

Der Vorstand des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (kkvd) hat auf seiner heutigen Sitzung ein Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 beschlossen. Unter dem Motto Menschlich. Innovativ. Freigemeinnützig. wirbt der Verband dafür, die Trägervielfalt...

Der Vorstand des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (kkvd) hat auf seiner heutigen Sitzung ein Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 beschlossen. Unter dem Motto Menschlich. Innovativ. Freigemeinnützig. wirbt der Verband dafür, die Trägervielfalt und frei-gemeinnützige Akteure zu stärken.
Die katholischen Krankenhäuser setzen sich außerdem für eine dezentral strukturierte Kliniklandschaft in Deutsch-land ein. Ingo Morell, stellvertretender Vorsitzender des kkvd: „Gesundheit ist ein
besonderes Gut und das Gemeinwohl muss bei der Gesundheitsversorgung
Berücksichtigung finden. Die freigemeinnützigen Krankenhäuser erbringen
vielerorts den Beweis, dass nachhaltiges Wirtschaften und
Patientenorientierung miteinander vereinbar sind. Gleichzeitig werden hier
patientenzentrierte Versorgungskonzepte entwickelt, die heute bereits über die
Klinikmauern hinausreichen. Die freigemeinnützige Trägerschaft ist innovativ
und sie ist ein Zukunftskonzept.“
Nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 wird der Reformdruck im
Gesundheitswesen weiter steigen. Ein Grund dafür sind die hohen finanziellen
Belastungen der öffentlichen Kassen durch die Pandemie.
„Reformen sind nötig und nicht jeder Klinikstandort wird in den kommenden
Jahren noch gebraucht. Doch ein radikaler Kahlschlag in der
Krankenhauslandschaft hätte fatale Folgen. Die anhaltende Corona-Pandemie
zeigt, wie wichtig Ausweich- und Reservekapazitäten in der stationären
Versorgung sind. Zudem gilt gerade für ältere, multimorbide Menschen in
ländlichen Regionen, dass lange Wege hohe Hürden sind. Aber auch jungen
Familien ist eine gute Gesundheitsversorgung in der Nähe wichtig. Daher sollte
für alle ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung innerhalb
einer Fahrzeit von maximal 30 Minuten wohnortnah erreichbar bleiben. Das
sichert die Daseinsvorsorge und gleichwertige Lebensverhältnisse überall im
Land“, so Morell.
Der kkvd weist in seinen Positionen zudem darauf hin, dass Spezialisierung zur
Steigerung der Behandlungsqualität auch in einem Netzwerk mehrerer
Krankenhäuser möglich ist. Dafür sollten sich Kliniken intelligent vernetzen
und darauf konzentrieren, was jedes Haus besonders gut kann.
Morell weiter: „Um die Gesundheitsversorgung der Menschen zukünftig zu sichern,
sind Verbünde und regionale Netzwerke die besten Instrumente. Viele katholische
Krankenhausträger praktizieren dies bereits und agieren in regionalen
Verbundstrukturen mit mehreren Klinikstandorten. So werden Doppelkapazitäten
reduziert. Und die Reform der Krankenhauslandschaft kommt dann ohne teure
Investitionen für neue Zentraleinheiten aus.“
Nach Berechnungen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung wären für
eine Zentralisierung der Klinikstruktur vergleichbar zu Dänemark
Neuinvestitionen von geschätzt 80 Milliarden Euro erforderlich.
„Die Reform der Krankenhausfinanzierung ist eine weitere wichtige Baustelle.
Gerade Kliniken in ländlichen Regionen geraten aufgrund geringerer Fallzahlen
immer mehr in finanzielle Schieflagen, auch wenn sie für die Versorgung vor
Ort bedarfsnotwendig sind. Daher muss das Fallpauschalen-System um
Vorhalteerstattungen für Personal und Infrastruktur ergänzt werden, die
unabhängig von Leistungsmengen finanziert werden“, so Ingo Morell.
Außerdem fordert der kkvd, dass Pflegefachkräfte künftig eigenverantwortlich
heilkundliche Tätigkeiten ausüben dürfen. Auch muss die Akademisierung des
Pflegeberufs gestärkt werden. Neue Personalmindestvorgaben in der Psychiatrie
und Psychosomatik sollten moderne Versorgungsformen und den dafür
erforderlichen Mix an Qualifikationen berücksichtigen.
„Die Pflege ist ein systemrelevanter Beruf, für den dringend bessere
Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven nötig sind. Nur dann gelingt es,
mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Wichtig ist eine
Personalbemessung, die wissenschaftlich fundiert ist und sich am Bedarf der
Patientinnen und Patienten orientiert. Wichtig ist auch, dass die Pflegekräfte
von übermäßiger Bürokratie entlastet werden, die vor allem aus kleinteiligen
Nachweispflichten resultiert. Nicht nur in der Pflege, sondern auch in der
Psychiatrie und Psychosomatik ist die ausufernde Bürokratie ein großes Problem.
Dadurch geht viel Zeit für die Patientinnen und Patienten verloren.
Verantwortlich dafür sind beispielsweise die Dokumentationspflichten für die
Personalmindestvorgaben. Es ist unerlässlich, dass diese Mindestvorgaben, ihre
Nachweispflichten und Sanktionen zeitnah überarbeitet werden“, erklärt Morell
abschließend.
Das kkvd Positionspapier zum Download (PDF)
Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands e. V. (kkvd) vertritt
bundesweit 283 Krankenhäuser (*) sowie 54 Einrichtungen der medizinischen
Rehabilitation. Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland haben 207.000
Mitarbeitende. Jährlich werden hier 3,5 Millio-nen Patientinnen und Patienten
stationär versorgt. Mit Umsatzerlösen von 17 Milliarden Euro pro Jahr sind die
katholischen Krankenhäuser zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
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(*) Für eine bessere Vergleichbarkeit hat der kkvd im Jahr 2021 seine Zählweise
von Krankenhäusern an diejenige des Bundesamtes für Statistik (Destatis)
angeglichen. Dadurch kommt es, dass die aktuelle Zahl mit 283 Kran-kenhäusern
im Vergleich zu bisherigen Angaben (262 im Jahr 2020) leicht angestiegen ist.

Quelle: KKVD, 06.05.2021

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erschienen am Donnerstag, 06.05.2021